20.01.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Mietexplosion treibt Wähler zur AfD
Rasant steigende Mieten schüren bei vielen Menschen Zukunftsängste. Diese Sorgen lassen die Wahrscheinlichkeit steigen, dass AfD gewählt wird. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES).
Die Forscher haben sogar eine Daumenregel zwischen Mietanstieg und AfD-Wahlerfolgen aufgestellt. Demnach erhöht jeder Euro, den der durchschnittliche Quadratmeterpreis in einer Region steigt, das Wahlergebnis der AfD um 4 Prozentpunkte. Besonders einkommensschwache Haushalte, die Angst haben, bei weiteren Mietanstiegen ihr Dach über dem Kopf zu verlieren, machen demnach dann ihr Kreuz bei der AfD. Das erklärt auch die steigenden Umfrageergebnisse der Partei, so die Forscher des MZES: Traditionell war die AfD eher in ländlichen Regionen stark und fand in Städten und Metropolen weniger Wähler. Doch durch rasant steigende Mieten vor allem in urbanen Räumen findet die AfD auch dort immer mehr Zuspruch. Dass die AfD auch keine Lösungen für die Frage nach bezahlbarem Wohnraum zu bieten habe, sei ihren Wählern dabei egal, so die Forscher.
Eigenheimförderung ist Rohrkrepierer
Mit dem neuen Förderprogramm „Jung kauft Alt“ wollte die scheidende Regierung Familien einen Zuschuss zum Sprung ins Eigenheim gewähren. Wirklich viel Nachfrage nach dem Programm gab es aber nicht. Laut Bundesbauministerium wurden 2024 nur 223 Förderungen zugeteilt. Fachleute kritisieren, dass „Jung kauft Alt“ Konstruktionsfehler hat, die es in der Praxis kaum nutzbar machen.
Bei „Jung kauft Alt“ gibt der Staat zwischen 100.000 bis zu 150.000 Euro als zinsvergünstigtes Darlehen beim Kauf einer unsanierten Bestandsimmobilie. Allerdings unter der Voraussetzung, dass das Haus oder die Wohnung binnen weniger Jahre auf einen modernen energetischen Standard gebracht wird. Zudem dürfen die geförderten Familien bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Dort liegt das Problem in der Praxis: Die Kosten für Häuser inklusive umfangreicher Sanierung klettern schnell über eine halbe Million Euro. Trotz Zuschuss vom Staat sind einkommensschwache Haushalte dann nicht in der Lage den Restbetrag zu finanzieren.
Mehr Informationen zur Ausgestaltung und den Voraussetzungen von „Jung kauft Alt“ lesen Sie auch im immowelt Ratgeber.
Anzahl der Baugenehmigungen sackt weiter ab
Die Zahl der Baugenehmigungen für neuen Wohnraum ist weiterhin dramatisch rückläufig. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Zeitraum von Januar bis November nur 193.000 neue Wohnungen von den Behörden genehmigt.
Das sind 18,9 Prozent weniger als im ohnehin schwachen Vorjahr. Von den rund 400.000 von der Bundesregierung jährlich in Aussicht gestellten neuen Wohnungen ist das ohnehin weit entfernt. Hohe Zinsen für Baudarlehen und stark gestiegene Kosten für Baumaßnahmen sorgen für merkliche Zurückhaltung sowohl bei privaten als auch gewerblichen Bauherren. Beim Zentralen Immobilien Ausschuss geht man bereits davon aus, dass hierzulande in etwa 600.000 Wohneinheiten fehlen und dass diese Zahl in den kommenden 2 Jahren auf über 800.000 steigen könnte, wenn nicht politisch gegengesteuert wird.
Warten auf den Bescheid: Behörden bummeln bei Grundsteuer
Die Umsetzung der Grundsteuerreform verzögert sich in vielen Städten, was für Unruhe unter Immobilieneigentümern sorgt. 13 der 25 größten Städte Deutschlands haben noch keine Steuerbescheide verschickt. Mancherorts werden die Bescheide sogar erst im März erwartet.
Die Grundsteuerreform ist seit dem 1. Januar in Kraft, jedoch hakt die Umsetzung in vielen Städten. Während elf Städte diese Woche mit dem Versand der Steuerbescheide begannen, warten Eigentümer in Hamburg und Bonn noch bis März. Besonders hervorzuheben ist Berlin, das bereits vor Jahreswechsel einen Großteil der Bescheide verschickte. Die Reform führt zu spürbaren Belastungsverschiebungen, die Betroffene oft erst nach Erhalt des Bescheids einschätzen können.
EZB: Zinssenkungen am Horizont
Lockert die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter? Laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel sind weitere Zinssenkungen angesichts der derzeitigen Inflationsentwicklung denkbar.
Wörtlich sagte Schnabel in einem Wochenende-Interview mit dem Magazin „Finanztip“: Wenn „die Inflation so schnell zurückgeht wie wir erwarten, dann glauben wir auch, dass wir die Zinsen weiter senken können.“ Derzeit rangiert der Leitzins der Euro-Währungshüter bei 3,00 Prozent.
Der EZB-Zins ist zwar nicht direkt mit dem Niveau der Bauzinsen gekoppelt, allerdings gilt die EZB-Politik als wichtiger Impuls. Eine EZB-Zinssenkung sorgt daher mittelbar auch meist für sinkende Zinsen bei Immobiliendarlehen – mehr über diesen Zusammenhang lesen Sie hier.