06.03.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
„Wegweisend“: Baubranche feiert Sondervermögen
Mit einem Sondervermögen von 500 Milliarden Euro wollen die voraussichtlichen künftigen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD die Bundesrepublik fit für die Zukunft machen. Weil auch ein großer Teil des Gelds in Infrastrukturmaßnahmen fließen soll, jubiliert die deutsche Baubranche.
Die beiden Spitzenverbände der Baubranche loben die Entscheidung unisono. Beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie heißt es, dass Sondervermögen sei „wegweisend und unerlässlich“. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe spricht von einer „dringend benötigten Modernisierungsoffensive“. Wird das Paket so von der Regierung verabschiedet, kann sich die Baubranche auf lukrative Aufträge der öffentlichen Hand freuen. Ein dreistelliger Milliardenbetrag des Sondervermögens soll dann in die Sanierung maroder Infrastruktur fließen, also unter anderem auch Straßenn, Schienen und öffentliche Gebäude.
Kritik gibt es unterdessen von Mieterverbänden, denn der Wohnungsbau scheint nicht Teil des Sondervermögens zu sein.
Sanierungsstau: Immer mehr Immobilien mit schlechter Energiebilanz
Der energetische Zustand der zum Kauf angebotenen Wohnimmobilien lässt oft zu wünschen übrig: Bei mehr als einem Drittel der Inserate weist der Energieausweis einen schlechten Wert aus – und der Anteil wächst seit Jahren.
Das ist das Ergebnis einer aktuellen immowelt Auswertung über die Energieeffizienzklassen. Fast 37 Prozent der 2024 inserierten Wohnimmobilien hatten eine Klasse schlechter als E. Bei Einfamilienhäusern verfügten zuletzt sogar mehr als die Hälfte (52 Prozent) über die niedrigsten Energieklassen F, G und H. Bei Eigentumswohnungen sieht es etwas besser aus: 14 Prozent fallen in die Klassen schlechter als E.
Die Auswertung zeigt auch erhebliche regionale Unterschiede beim Zustand der Gebäudesubstanz. Besonders in strukturschwachen ländlichen Regionen finden sich zahlreiche Immobilien, die dringend einer energetischen Sanierung bedürfen. In wirtschaftsstarken Gebieten Süddeutschlands hingegen ist der Anteil an Wohnungen und Häusern mit einer Energieeffizienzklasse schlechter als E vergleichsweise gering. Auch in vielen ostdeutschen Regionen sind ineffiziente Gebäude selten, da seit der Wiedervereinigung dort zahlreiche Immobilien umfassend modernisiert wurden.
Finanzierer wieder pessimistischer
Trotz des Kalenders kommen bei den Immobilienfinanzierern keine Frühlingsgefühle auf. Erstmals seit fünf Quartalen hat sich die Stimmung unter den befragten Fachleuten wieder leicht abgekühlt.
Das BF.Quartalsbarometer, das alle 3 Monate die Geschäftssituation bei über 100 Fachleute aus dem Immobilienfinanzierung abfragt, ist wieder abgesunken. Die Profis beurteilen die Lage zwar nicht mehr ganz so düster wie noch im Vorjahr, aber der leichte Stimmungsaufschwung 2024 hat sich wieder etwas ausgebremst. Das liegt laut den Studienautoren in erste Linie daran, dass viele der Finanzierer wieder restriktivere Bedingungen für Immobilienkäufer und dementsprechend ein schleppendes Neukundengeschäft erwarten.
Stuttgart knallhart: Grundsteuerbescheid über 2 Cent
Die neue Grundsteuer ist vor allem wegen teilweise krasser Anstiege in den Schlagzeilen. Stuttgart zeigt: Es muss nicht immer teuer sein, um kurios zu werden.
Die Landeshauptstadt verschickte einen Steuerbescheid für ein unbebautes Gartengrundstück in Höhe von 2 Cent. Bisher war die Fläche 50 Jahre von der Grundsteuer befreit gewesen, nach der Reform beläuft sich der fällige Jahresbetrag auf 10 Cent (3x 2 Cent und 1x 4 Cent). Der Gesamtbetrag kann entweder in vier Raten oder direkt in Gänze beglichen werden. In der Praxis dürfte klar sein, dass Verwaltungsaufwand und Portokosten für diesen Grundsteuerbescheid deutlicher höher sind als die Einnahmen für den Fiskus. Daher gibt es eigentlich die Kleinbetragsverordnung des Bundesjustizministeriums, die Untergrenzen für Steuerbescheide definiert – allerdings steht die Grundsteuer da nicht drin. Im Finanzamt Stuttgart zuckt man daher mit der Schulter: Die Grundsteuer über 10 Cent müsse festgesetzt werden und der Bescheid sei leider alternativlos.