28.03.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
SPD will Spekulationsfrist kippen: Verkaufsgewinne bald nicht mehr steuerfrei?
Union und SPD feilschen um die künftige Steuerpolitik – mit Folgen für Immobilienbesitzer, Anleger und Erben. Vor allem die SPD will bei Kapitaleinkünften und Veräußerungsgewinnen nachschärfen, stößt damit aber auf Widerstand der Union.
Die Arbeitsgruppe Finanzen der potenziellen schwarz-roten Koalition hat Vorschläge vorgelegt, die Immobilienbesitzer und Kapitalanleger empfindlich treffen könnten. Die SPD will Veräußerungsgewinne bei vermieteten Immobilien auch nach Ablauf der bisherigen Spekulationsfrist von 10 Jahren besteuern – ein Schritt, der Investitionen unattraktiver machen würde. Hinzu kämen mögliche Verschärfungen bei Mieterhöhungen, etwa durch eine gesenkte Kappungsgrenze. Bei Kapitalerträgen steht eine Erhöhung der Abgeltungssteuer von 25 auf 30 Prozent im Raum – betroffen wären auch Kryptowährungen. Die Union wehrt sich gegen viele dieser Pläne, um ihre Wählerklientel nicht zu verprellen. Zugleich fordert vor allem die CSU höhere Freibeträge bei der Erbschaftsteuer, da Immobilienwerte stark gestiegen sind. Ob sich die Pläne durchsetzen, hängt letztlich vom Gesamtkonzept der neuen Bundesregierung ab – bislang sind alle Punkte noch Verhandlungsmasse.
30 Prozent Preisunterschied: So bestimmt die Energieeffizienz den Immobilienwert
Energieeffizienz ist längst mehr als nur ein Umweltaspekt – sie entscheidet zunehmend über den Preis einer Immobilie. Zwischen der besten und schlechtesten Energieklasse liegen laut einer neuen Analyse von immowelt bis zu 30 Prozent Unterschied.
Häuser mit der höchsten Energieeffizienzklasse A+ erzielen im Schnitt 16 Prozent höhere Angebotspreise als vergleichbare Objekte mit der Standardklasse D. Auf der anderen Seite bringen schlecht sanierte Häuser mit Klasse H rund 14 Prozent weniger ein – das ergibt eine Preisdifferenz von 30 Prozent allein aufgrund der Energiebilanz.
Bei einem Hauskauf sollten Käufer bedenken, dass bei schlechter Effizienz schnell hohe Sanierungskosten hinzukommen, die den vermeintlichen Preisvorteil zunichtemachen können. Gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) erhöhen zusätzlich den Druck zur energetischen Sanierung. Eigentümer können durch gezielte Investitionen in Dämmung, Heizung oder Fenster nicht nur Kosten sparen, sondern auch den Verkaufswert ihrer Immobilie deutlich steigern. Die immowelt-Auswertung zeigt: Energieeffizienz ist zu einem der wichtigsten Preisfaktoren auf dem Immobilienmarkt geworden.
Neue Grundsteuer unter Druck: Länder korrigieren, Eigentümer klagen
Die Grundsteuerreform sollte gerechter werden – stattdessen gibt es massive Kritik und erste Korrekturen durch Bundesländer. Ob Eigentümer am Ende wirklich nicht mehr zahlen, ist vielerorts unklar.
Seit Anfang 2025 gilt in Deutschland die neue Grundsteuer – doch viele Eigentümer fühlen sich ungerecht behandelt. In mehreren Bundesländern wurden Gesetze nachgebessert, um Fehlentwicklungen auszugleichen. Insbesondere Wohnimmobilienbesitzer zahlen mancherorts mehr als Eigentümer gewerblicher Objekte, was zu zahlreichen Einsprüchen und ersten Gerichtsurteilen führte. Einige Länder wie Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz erlauben inzwischen differenzierte Hebesätze für Wohnen und Gewerbe. Hamburg und Berlin haben ihre Messzahlen und Hebesätze teils deutlich angepasst, um Belastungen für Wohnimmobilien zu begrenzen. In NRW wurde ein eigenes Modell mit Mustersätzen eingeführt – allerdings zweifeln Juristen dessen Rechtskonformität an.
Förderstopp in Bayern: Sozialer Wohnungsbau steht vor dem Aus
In Bayern werden vorerst keine neuen Anträge für den sozialen Wohnungsbau bewilligt. Die Fördermittel sind bereits aufgebraucht – mit drastischen Folgen für viele geplante Projekte.
Der Freistaat Bayern hat die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau für die Haushaltsjahre 2024/25 komplett ausgeschöpft. Unternehmen, die geförderte Wohnungen bauen wollen, gehen leer aus. In Städten wie Augsburg oder München müssen hunderte geplante Wohnungen wegen fehlender Planungssicherheit verschoben oder gestrichen werden. Die SPD spricht von einem faktischen Bewilligungsstopp bis mindestens 2026. Kritik gibt es auch an der landeseigenen Bayernheim, die selbst große Teile der Fördermittel beansprucht und damit in Konkurrenz zu anderen Bauträgern tritt. Die CSU verspricht, die Förderung in Zukunft aufrechtzuerhalten, verweist aber gleichzeitig auf die Notwendigkeit, den frei finanzierten Wohnungsbau zu stärken. Die Opposition sieht vor allem die Landesregierung in der Verantwortung für die Blockade beim sozialen Wohnungsbau.
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