11.04.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Das plant die kommende Regierung beim Bauen und Wohnen
Der Koalitionsvertrag von Union und SPD bringt mehrere Neuerungen aus Immobiliensicht. Von Wohnungsbau bis Heizungsgesetz – das sind die wichtigsten Immobilienthemen für die kommende Legislaturperiode.
Bereits innerhalb der ersten 100 Regierungstage wollen Union und SPD einen Gesetzesentwurf zur Einführung eines „Wohnungsbauturbos“ vorlegen. Zu den Maßnahmen, mit denen die künftige Regierung den Wohnungsneubau ankurbeln will, zählen der Gebäudetyp E, Steuererleichterungen, Bürokratieabbau, eine Vereinfachung von Bau-, Planungs- und Umweltrecht sowie ein neuer Investitionsfonds.
Zudem will die designierte Bundesregierung die KfW-Förderung vereinfachen und in zwei Programme für Neubau und Sanierung zusammenführen. Der Effizienzhaus-Standard EH55 soll zeitlich befristet wieder gefördert werden.
Das Gebäudeenergiegesetz soll nach dem Willen der Koalitionäre reformiert werden. Die Heizungsförderung wollen Union und SPD dabei aber fortsetzen und die Kosten für energetische Sanierungen von geerbten Immobilien sollen künftig von der Steuer absetzbar sein.
Außerdem soll im Neugeschäft die Wohngebäudeversicherung zukünftig nur noch mit Elementarschadenabsicherung angeboten werden dürfen. Im Bestandsgeschäft sollen sämtliche Wohngebäudeversicherungen zu einem Stichtag um eine Elementarschadenversicherung erweitert werden müssen.
Beim Thema Mieterschutz einigten sich Union und SPD auf eine Verlängerung der Mietpreisbremse
bis Ende 2029.
So reagiert die Immobilienbranche auf den Koalitionsvertrag
Die Beschlüsse zum Thema Bauen und Wohnen im Koalitionsvertrag stoßen auf gemischte Reaktionen. Während sich die Bau- und Wohnungswirtschaft zuversichtlich zeigt, üben die Interessenvertreter von Mietern und Eigentümern Kritik.
Beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie betrachtet man die zügige Einigung zwischen Union und SPD als „gutes Signal“ und sieht die Weichen im Bereich Bauen und Infrastruktur richtig gestellt. Positiv äußerte sich auch Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, der vor allem den vorgesehenen Bau-Turbo lobte. Der Eigentümerverband Haus & Grund sieht den Koalitionsvertrag dagegen als Rückschritt für das Bauen und Wohnen. Kritik übte der Verband etwa an den angedachten Maßnahmen zum Mieterschutz, die zu einer Verschlechterung der Lage für private Vermieter und Mieter führen würden. Für den Deutschen Mieterbund gehen die Maßnahmen dagegen nicht weit genug. So seien weder ein Mietenstopp oder Mietendeckel noch eine reduzierte Kappungsgrenze geplant.
Baupreise für Wohngebäude ziehen an
Die Preise im Wohnungsbau haben sich im Vergleich zum Vorjahr spürbar verteuert. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts.
Im Februar lagen die Kosten für den Neubau konventionell errichteter Wohngebäude demnach um 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber der vorherigen Erhebung im November 2024 erhöhten sich die Preise um 1,4 Prozent. Zugleich zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des Wohnungsbau-Tags, dass aktuell bundesweit mehr als 550.000 Wohnungen fehlen. Zudem sollen etwa 9,6 Millionen Menschen in überbelegten Wohnungen leben – 1,1 Millionen mehr als vor fünf Jahren.
Drohende Unterversorgung: Immer mehr Handwerker verlassen die Städte
Weil die Verkehrspolitik in vielen Städten ihnen das Arbeiten erschwert, ziehen immer mehr Handwerker aufs Land. Zurück bleiben Städte, in denen bald die Handwerker fehlen könnten.
Wie eine Studie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zeigt, stellt die Parksituation in den Städten für viele Handwerksbetriebe eine große Herausforderung dar. Nicht nur das Parken an den Baustellen ist dabei problematisch – laut Studie bereitet auch die Parksituation am eigenen Firmensitz vielen Handwerksbetrieben große Schwierigkeiten. Nur rund die Hälfte der Unternehmen verfügt demnach über ausreichend Stellfläche auf dem eigenen Gelände. Viele Betriebe sind daher gezwungen, auf öffentliche Parkplätze auszuweichen oder kostenpflichtige Stellflächen anzumieten. Das hat zur Folge, dass Handwerker zunehmend die Städte verlassen und ihren Standort ins ländliche Umland verlagern. Nach Einschätzung der befragten Unternehmer wären vor allem ein gemeindeübergreifendes Angebot an Handwerkerparkausweisen, vereinfachte Antragsverfahren sowie bessere Abstelloptionen wichtige Verbesserungen.
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