23.05.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Nachfrage zieht an: Banken vergeben deutlich mehr Immobilienkredite
Die Immobilienfinanzierungen in Deutschland sind im Aufwind: Banken haben im ersten Quartal 2025 rund ein Drittel mehr Kredite vergeben als im Vorjahr. Vor allem ein Segment profitiert.
Im ersten Quartal 2025 haben Banken neue Immobilienkredite in Höhe von 24,4 Milliarden Euro vergeben – ein Anstieg von rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark wuchs die Kreditvergabe für Mehrfamilienhäuser mit einem Plus von über 50 Prozent, wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) mitteilt. Die Zahlen deuten auf eine Erholung des Immobilienmarkts hin, nachdem steigende Zinsen und Baukosten zuletzt viele Käufer abgeschreckt hatten. Auch die Preise für Wohnimmobilien ziehen wieder an – im Bundesschnitt um 3,6 Prozent. Die Zinsen für zehnjährige Kredite haben sich aktuell bei etwa 3,5 Prozent stabilisiert.
Merz will Wohneigentum wieder erschwinglich machen
Bundeskanzler Friedrich Merz will die Baupolitik grundlegend ändern. Auf dem Tag der Bauindustrie fordert er schnelleres, günstigeres und einfacheres Bauen – damit sich auch Normalverdiener wieder Wohneigentum leisten können.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat auf dem Tag der Bauindustrie deutliche Reformen für bezahlbares Wohneigentum angekündigt. Wer normal verdiene, müsse sich auch ein eigenes Heim leisten können – das sei in vielen Städten derzeit nicht mehr möglich. Merz sieht den Wohnungsbau in einer Krise und fordert eine Wende: serielles Bauen, schnellere Genehmigungen und mehr Bauland durch kommunale Bereitstellung.
Die Bundesregierung will laut Merz dafür sorgen, dass in Deutschland einfacher und günstiger gebaut wird. Dabei kritisierte er die 16 unterschiedlichen Bauordnungen der Länder und lobte Genehmigungsfiktionen als Vorbild. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte parallel an, den sozialen Wohnungsbau auszubauen – unter anderem durch den neuen Gebäudetyp E.
Trotz früherer Ziele von 400.000 neuen Wohnungen jährlich wurden 2024 lediglich rund 215.000 Baugenehmigungen erteilt. Die Bauindustrie hofft frühestens 2026 auf eine Trendwende.
Verlängerung der Mietpreisbremse: Gesetzentwurf steht
Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf zur Verlängerung der Mietpreisbremse vorgelegt. Auch weitere Eingriffe ins Mietrecht – etwa bei Indexmieten – sind geplant.
Die Bundesregierung plant, die Mietpreisbremse um weitere vier Jahre zu verlängern. Ein entsprechender Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums wird derzeit intern abgestimmt und soll zeitnah vom Kabinett beschlossen werden. Ziel ist es, Mieter in angespannten Wohnungsmärkten bis Ende 2029 zu entlasten. Neben der Verlängerung bereitet das Ministerium zusätzliche Regulierungen vor – etwa bei Indexmieten, Kurzzeitvermietungen und möblierten Wohnungen.
Auch der Bundesrat hat bereits einen eigenen Entwurf eingebracht. Dieser sieht unter anderem eine neue Begründungspflicht für Länder vor, die die Mietpreisbremse erneut anwenden wollen. Damit sollen verfassungsrechtliche Vorgaben berücksichtigt werden. Die Mietpreisbremse gilt seit 2015 und wurde in den Jahren 2019 und 2020 verschärft. Die Umsetzung in den Ländern ist teils uneinheitlich: In Berlin gilt sie aktuell bis Ende 2025, in Hamburg und NRW bis Juni 2025.
CO2-Preis wird zur Kostenfalle für Vermieter unsanierter Immobilien
Ab 2027 steigt der CO2-Preis nicht mehr planbar, sondern marktabhängig. Für Eigentümer unsanierter Mietshäuser drohen dadurch künftig Zusatzkosten von mehreren Tausend Euro – vor allem in Großstädten.
Mit der ab 2027 geplanten Umstellung des nationalen Emissionshandels auf ein marktbasiertes System könnten die CO2-Kosten für Vermieter drastisch steigen. Schon jetzt liegt der Preis bei 55 Euro pro Tonne – künftig könnte er laut Modellrechnungen des Potsdam-Instituts auf über 100 Euro steigen. Eine Analyse des Unternehmens Purpose Green zeigt: Unsanierte Immobilien mit schlechter Energiebilanz verursachen schon jetzt mehrere Hundert Euro an CO2-Kosten pro Jahr, bei größeren Mehrfamilienhäusern können es künftig über 10.000 Euro werden.
Laut Gesetz müssen Eigentümer bis zu 95 Prozent dieser Kosten übernehmen, wenn der Energieverbrauch hoch ist – vor allem bei alten, gasbeheizten Gebäuden in Städten wie Augsburg. Die genaue Höhe der CO2-Belastung bleibt dabei schwer kalkulierbar, da sie künftig vom Zertifikatehandel abhängt. Energetische Sanierungen werden damit auch aus finanzieller Sicht für Vermieter zunehmend zwingend.
Alles zur CO2-Steuer finden Sie im immowelt Ratgeber.
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