26.05.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Neubau-Krise weitet sich aus
Der Wohnungsbau in Deutschland geht weiter zurück: Zahlen des statistischen Bundesamts über die Baufertigstellungen belegen einen deutlichen Rückgang für 2024 im Vergleich zum Vorjahr.
Demnach ist die Zahl der 2024 fertiggestellten Wohneinheiten auf 251.900 zurückgegangen – ein Rückgang von 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den ausgerufenen 400.000 neuen Wohnungen jährlich hat sich die Realität somit weiter entfernt. In den Jahren 2022 und 2023 lag die Zahl der Baufertigstellungen im Wohnbau noch knapp unter der Marke von 300.000. Die neue Bauministerin Verena Hubertz bestärkte abermals ihre Forderung nach einem Bauturbo.
Bau-Lobby fordert Taten von Kanzler Merz
Salbungsvolle Worte sind sie gewohnt in der Baubranche. Auch der neue Bundeskanzler Friedrich Merz brachte am Tag der Bauindustrie viel Lob für die Gastgeber mit. Die Branche will aber nun endlich Taten und konkrete Maßnahmen von der Politik sehen und erhöht auch verbal den Druck.
Klingt gut, aber endlich mal machen statt nur reden: So kann man die Reaktion des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) auf die Rede des Kanzlers zusammenfassen. Denn die Ideen, die Merz den Industrievertretern auftischte, sind keinesfalls neu. Weniger Bürokratie, schneller Planungsverfahren und verlässliche Förderungen für Bauherren sind allesamt Versprechen, mit denen schon Vorgänger Olaf Scholz angetreten war – passiert ist dann allerdings wenig bis gar nichts. Die Baubranche will also nun auch konkrete Umsetzungen der Pläne sehen und kündigte an, den neuen Kanzler an seinen Ankündigungen zu messen.
Strompreis: Neue Regierung plant Entlastung für Verbraucher
Die schwarz-rote Koalition sieht eine deutliche Senkung der Strompreise für Verbraucher und Unternehmen vor. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie groß die Einsparungen ausfallen könnten, wenn die Pläne umgesetzt werden.
Laut Koalitionsvertrag sollen Verbraucher und Unternehmen um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde entlasten werden, unter anderem durch eine Senkung der Stromsteuer und der Umlagen. Nach IW-Berechnungen könnte eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh rund 220 Euro im Jahr sparen. Die geplante Reduzierung der Netzentgelte könnte die Preise weiter senken, bleibt aber noch unkonkret, ebenso wie der angekündigte Industriestrompreis für energieintensive Unternehmen. Grundsätzlich sei das Strompreispaket ein Schritt in die richtige Richtung, verschiebe die Kosten aber letztlich in den Bundeshaushalt, wodurch der Steuerzahler belastet werde. Die Studienautoren betonen, dass für eine nachhaltige Preissenkung ein effizienteres Stromsystem mit mehr erneuerbaren Energien, Speichern und regelbaren Kraftwerken notwendig sei.
TV-Satiriker Böhmermann prangert Miet-Exzesse an
In der am Freitag ausgestrahlten Folge des „ZDF Magazin Royale“ nimmt sich die Satire-Sendung dem Thema Vermietung an. Moderator Jan Böhmermann prangert dabei vor allem auf sarkastische Weise die fragwürdigen Auswüchse des Mietmarktes an.
Böhmermann führt in der Sendung anhand zahlreicher Beispiele aus, wie manche Vermieter gezielt Schlupflocher in der Mietpreisbremse umgehen, um mehr Profit aus ihren Mietwohnungen zu schlagen: Möblierungszuschläge, Befristungen, separate Vermietung von Kellerräumen, intransparente Posten in den Nebenkosten oder Tricksereien bei der Wohnfläche. [31:44 Min.]
Ärztekammer verzockt sich mit Immobilien
Die Altersvorsorge der hessischen Ärzte hat 2023 massive Verluste durch riskante Immobilieninvestitionen erlitten. Geld wurde über Umwege in Immobilien investiert. Weil die betreffenden Entwickler insolvent gingen, sind massive Abschreibungen das Ergebnis.
Das Versorgungswerk der Landesärztekammer Hessen musste 2023 Abschreibungen von fast 300 Millionen Euro vornehmen, hauptsächlich durch den Wertverlust verbriefter Immobilienfinanzierungen. Unterm Strich steht ein Verlust von fast 50 Millionen Euro für die knapp 37.000 versicherten Mediziner. Das Problem: Viel Geld wurde einem Vermögensverwalter gegeben, der in riskante Immobilien-Projekte investierte, darunter mehrere nun insolvente Entwickler. Getätigt wurden die Investments als Mezzanine-Finanzierungen, die zwar hohe Zinsen bieten, aber kaum Sicherheiten besitzen, was die Verluste verschärfte. Das Versorgungswerk hat nämlich im Gegensatz zu klassischen Immobilienfinanzierungen keinen Zugriff auf die Immobilien. Für 2024 werden erneut erhebliche Abschreibungen erwartet, und es bleibt unklar, ob zumindest ein Teil der verlorenen Gelder im Rahmen von Insolvenzverfahren gerettet werden kann.
Weiterlesen auf Handelsblatt.com
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.