28.05.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Amtsschimmel bremst Bauturbo
Die deutsche Bauindustrie leidet unter überzogenen Vorschriften, Bürokratie und einem Auftragsmangel, während die Milliarden aus dem geplanten Infrastrukturpaket noch Zukunftsmusik sind. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) warnt, dass ohne schnellere Verfahren und Regulierungsabbau kein Aufschwung zu erwarten ist. Selbst gut gemeinte Klimavorgaben wie der Effizienzhausstandard 40 gelten in der Branche als übertrieben und kontraproduktiv.
Die Baubranche kritisiert überzogene Baustandards und fordert eine Entbürokratisierung sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren, um dem Baugewerbe wieder Schwung zu verleihen. Obwohl ein 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket angekündigt wurde, fehlen noch die gesetzlichen Grundlagen und ein funktionierender Bundeshaushalt, was die Umsetzung verzögert. Laut HDB drohen dieses Jahr ein Umsatzrückgang von einem Prozent und der Verlust von 6.000 Arbeitsplätzen, besonders im Wohnungsbau, wo die Lage katastrophal ist. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt zudem, dass die Bauproduktivität in Deutschland wegen kleinteiliger Regulierungen stärker zurückgegangen ist als in anderen Ländern mit zielorientierten Vorgaben. Damit die angekündigten Milliardeninvestitionen tatsächlich wirksam werden, fordert die Branche dringend einfachere Regeln, weniger Bürokratie und eine bessere digitale Infrastruktur.
Insolvenzwelle in Immobilienbranche rollt weiter
Im ersten Quartal 2025 sind die Insolvenzen im Immobiliensektor um über 15 Prozent gestiegen, besonders stark bei Dienstleistern wie Ausbaugewerbe und Facility-Management. Bei Bauunternehmen und Projektentwickler stabilisierte sich die Situation insgesamt eher. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Bauflaute zunehmend nachgelagerte Betriebe trifft.
Laut der Unternehmensberatung Falkensteg stiegen die Insolvenzen im Immobiliensektor im ersten Quartal 2025 vor allem getrieben durch die prekäre Lage bei Immobiliendienstleistern. Größere Bauunternehmen und Projektentwickler mit über 10 Mio. Euro Jahresumsatz waren hingegen mit nur zwei registrierten Insolvenzen stabiler, während bei den größeren Gebäudedienstleistern 17 Pleiten gezählt wurden. Bereiche wie energetische Sanierung oder technische Gebäudeausrüstung halten sich derzeit robust, könnten aber bei anhaltender Investitionszurückhaltung ebenfalls unter Druck geraten. Hält die aktuelle Flaute am Bau an, dürfte die Insolvenzwelle bei den Ausbauunternehmen weiterrollen, befürchten die Fachleute.
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.
German Property Group: Prozess um Immobilienbetrug hat begonnen
Gewerbsmäßiger Betrug in 27 Fällen und in Höhe von 56 Millionen Euro. So lautet die Anklage gegen den ehemaligen Geschäftsführer der German Property Group. Die Immobilienfirma ging 2020 insolvent und soll bis zu 25.000 Anleger geprellt haben. Nun begann das Verfahren am Landgericht Hildesheim.
Das ganze Ausmaß des Falls ist dabei um ein Vielfaches größer als die nun vor Gericht verhandelten Vorwürfe: Rund 1,3 Milliarden Euro holte sich die German Property Group von Investoren. Über ein komplexes Geflecht von 150 Unternehmen wurden deutschlandweit 75 Immobilien erworben. Die Werte der teilweise stark baufälligen Objekte wurden oft um ein Vielfaches höher angesetzt als der reale Marktwert. Zudem ist der Verbleib von rund 800 Millionen Euro unklar. Ob die 8.000 Gläubiger, die sich nun zum Gerichtsverfahren gemeldet haben, ihr Geld wiedersehen, ist unklar.
Wider den Leerstand: Wie sich Shopping-Center neu erfinden
Einst waren sie Zeichen von wirtschaftlicher Stärke und moderner Einkaufsgewohnheiten: Die ersten Shopping-Center entstanden in Deutschland bereits in den 60ern. Ab den 70ern boomte das Konzept der Konsumtempel und die Immobilien erzielten die höchsten Mietrenditen. Doch heute herrscht in den Einkaufszentren vielerorts Leerstand oder gar Verfall. Mit neuen Konzepten stemmen sich die Betreiber gegen den Niedergang.
Einige Shopping-Center haben bereits erkannt, dass eine gewerbliche Mischnutzung ihren Flächen wieder Leben einhauchen kann. Waren die Einkaufszentren früher rein dem Einzelhandel und Fast-Food-Ketten vorbehalten, wird umgedacht: Indoor-Spielplätze, Büroflächen, Arztpraxen, Escape-Rooms oder hochwertige Gastronomie ziehen neues Publikum an. So erhöht sich die Verweildauer der Besucher und die Menschen werden wieder in die Innenstädte gelockt, wie ein Bericht des Bayerischen Rundfunks aufzeigt. [8:43 Min.]
Wetter lässt Energieverbrauch stark steigen
In den ersten drei Monaten des Jahres ist der Energieverbrauch in Deutschland unerwartet stark gestiegen – vor allem wegen kälterem Wetter und weniger Wind. Dadurch mussten fossile Kraftwerke verstärkt einspringen, was den CO₂-Ausstoß deutlich erhöhte. Trotz wirtschaftlicher Schwäche und fallender Energiepreise legten vor allem Öl- und Kohleverbrauch spürbar zu.
Laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) stieg der Primärenergieverbrauch in Deutschland im ersten Quartal 2024 um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Wegen kühler Temperaturen wurde mehr geheizt, während die wind- und wasserarme Witterung die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um über 20 Prozent drückte, obwohl Solaranlagen ein Plus von 24 Prozent verzeichneten. Dadurch kamen wieder verstärkt Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke zum Einsatz, was den CO₂-Ausstoß um rund 11 Millionen Tonnen steigen ließ. Ohne den Witterungseffekt hätte der Energieverbrauch dennoch um etwa 3,5 Prozent zugenommen, wie die AGEB betont.