05.08.2025
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Politische Maßnahmen zeigen kaum Wirkung beim Wohnungsneubau
Trotz politischer Versprechen und neuem Bau-Turbo droht der Wohnungsbau in Deutschland in eine noch tiefere Krise zu rutschen. Das hat drastische Folge für Mieter, Investoren und den gesamten Immobilienmarkt.
Die Zahl neu gebauter Wohnungen sinkt weiter und dürfte 2025 auf ein neues Rekordtief fallen. Zwar hat Bundesbauministerin Verena Hubertz Reformen angestoßen, doch viele Änderungen greifen frühestens im kommenden Jahr. Experten sehen eine Blockadehaltung in der Branche, getrieben von hohen Bau- und Finanzierungskosten. Auch die Baugenehmigungen gehen zurück. Selbst große Player wie Vonovia haben ihre Projekte lange zurückgestellt. Nun sind Kommunen gefordert, Verfahren zu beschleunigen. Doch es fehlt an Planungssicherheit und Ressourcen. Eine Erholung ist frühestens in zwei Jahren zu erwarten, während die Mietpreise bereits spürbar steigen.
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EY-Studie: Bürokratieabbau spart Milliarden beim Bauen
Wenn Deutschland beim Wohnungsbau wieder vorankommen will, braucht es mehr als sinkende Zinsen. Vor allem die Bürokratiekosten könnten zum entscheidenden Hebel werden.
Laut einer aktuellen Prognose von EY-Parthenon lässt die erhoffte Trendwende beim Wohnungsbau weiter auf sich warten. Erst ab 2026 wird mit leichtem Wachstum gerechnet. Die hohen Baukosten bleiben das zentrale Problem. Bis zu 15 Prozent davon entfallen auf Bürokratie. Würde man diese durch Standardisierung, Digitalisierung und vereinfachte Genehmigungsprozesse abbauen, ließen sich die Gesamtbaukosten laut Studie um rund drei Prozent senken. Das Einsparpotenzial beläuft sich auf etwa 2,7 Milliarden Euro. Für 2025 rechnet EY-Parthenon noch mit einem Rückgang der Bautätigkeit um 0,8 Prozent. Positiv: Das stabilere Bauzinsniveau und Impulse der neuen Bundesregierung könnten mittelfristig für Entlastung sorgen.
Verivox: Haushalte könnten Milliarden sparen bei Strom und Gas
Rund drei Milliarden Euro hätten Haushalte im ersten Halbjahr sparen können. Doch viele bleiben aus Unwissen oder Bequemlichkeit in teuren Grundversorgungstarifen für Strom und Gas.
Laut einer Verivox-Auswertung stecken noch immer rund 25 Prozent der Strom- und 19 Prozent der Gaskunden in der Grundversorgung. Dabei zählen diese Tarife zu den teuersten am Markt. Im Vergleich zum günstigsten Tarif mit Preisgarantie kostet Strom in der Grundversorgung im Schnitt 37 Prozent mehr, bei Gas liegt der Aufschlag bei 31 Prozent. Für ein typisches Einfamilienhaus ergeben sich daraus im Jahr durchschnittlich 1.628 Euro Mehrkosten. Verivox sieht großes Sparpotenzial durch einfaches Umschalten: Der Anbieterwechsel ist unkompliziert, unterbrechungsfrei und gesetzlich geregelt. Die Zahlen zeigen: Das größte Einsparpotenzial liegt nicht bei Anbieteraktionen, sondern beim Verlassen der teuersten Grundtarife.
Wegner bekräftigt Neubefragung zum Tempelhofer Feld
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner will das Tempelhofer Feld zur Wohnbaufläche machen. Er plant für 2026 eine neue Befragung der Berlinerinnen und Berliner.
Bereits 2014 hatte ein Volksentscheid eine Bebauung des ehemaligen Flughafengeländes gestoppt. Nun drängen CDU und SPD angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels auf eine Randbebauung. Wegner möchte die Bürgerbeteiligung nutzen, um gemeinsam eine neue Vision für das Areal zu entwickeln. Denkbar sei eine Verknüpfung der Abstimmung mit der Abgeordnetenhauswahl. Neben neuen Wohnungen sieht der CDU-Politiker auch ungenutztes Potenzial in den bestehenden Gebäuden auf dem Gelände, insbesondere im ehemaligen Flughafengebäude. Die Diskussion über Berlins prominenteste Freifläche könnte mit der geplanten Bürgerbefragung ab 2026 wieder an Fahrt gewinnen.
LNG-Lieferstopp? Katar droht wegen EU-Regeln
Katar droht mit einem Stopp geplanter Flüssiggas-Lieferungen an die EU. Grund sind neue Nachhaltigkeitsauflagen, die auch die Immobilienwirtschaft indirekt betreffen könnten.
Ab 2026 sollten eigentlich bis zu zwei Millionen Tonnen Flüssiggas (LNG = Liquefied Natural Gas) jährlich aus Katar nach Europa fließen. Doch das Emirat kritisiert die neue EU-Lieferkettenrichtlinie als zu streng und erwägt, den Export einzustellen. Die EU hat inzwischen eine zweijährige Fristverlängerung bis 2028 ins Spiel gebracht. Parallel hat Brüssel ein LNG-Abkommen mit den USA abgeschlossen. Sollte Katar sich aus Europa zurückziehen, könnten langfristig höhere Preise oder Engpässe drohen. Das hätte auch Folgen für Baukosten, Versorgungssicherheit und Projektkalkulationen in der Immobilienbranche.