18.06.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Wohnungsneubau bricht weiter ein: Jährlich fehlen 80.000 Einheiten
Der Wohnungsneubau in den deutschen Ballungsräumen steht vor historischen Herausforderungen. Durch veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen stagniert die Bautätigkeit weiter, was weitreichende Konsequenzen für den gesamten Markt nach sich zieht.
Eine aktuelle Marktstudie des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) zeigt, dass bis zum Jahresende rund 211.000 Wohnungen fertiggestellt werden dürften. Das jährliche Defizit im deutschen Wohnungsbau fällt laut JLL mit rund 80.000 fehlenden Einheiten deutlich gravierender aus als bislang angenommen. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Projektentwicklungen sind die stark gestiegenen Baukosten und Finanzierungszinsen. Neubauprojekte rechnen sich für Bauträger und Projektentwickler derzeit oft erst ab einer kalkulatorischen Monatsmiete von 21,50 Euro pro Quadratmeter. Während in einigen ländlichen Regionen aufgrund des demografischen Wandels bereits Leerstände drohen, verschärft sich das qualitative und lokale Missverhältnis in den gefragten Ballungsräumen drastisch, wo ein unerkannter Zusatzbedarf von circa 16.300 Wohnungen pro Jahr besteht.
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Experten erwarten stabile Bauzinsen trotz EZB-Zinsschritt
Die EZB hat die Leitzinsen erneut angehoben. Für Immobilienkäufer dürfte das dennoch keine unmittelbaren Folgen haben. Marktbeobachter rechnen mit einer Entwicklung, die viele Interessenten überraschen könnte.
Nach der Zinserhöhung der EZB um 0,25 Prozentpunkte erwarten Experten keine deutlichen Veränderungen bei den Bauzinsen. Nach Einschätzung von Interhyp, Volkswirten und Banken haben die Kapitalmärkte den Schritt bereits eingepreist. Die Mehrheit der im Interhyp-Bankenpanel befragten Institute rechnet kurzfristig mit stabilen Bauzinsen um vier Prozent, langfristig erwarten die Experten ebenfalls keine größeren Ausschläge. Auch bei Anschlussfinanzierungen sehen Marktbeobachter derzeit keine breite Überforderung von Eigentümern. Gleichzeitig bleiben Finanzierungen deutlich teurer als in den Niedrigzinsjahren. Verbände der Immobilienwirtschaft warnen daher vor Belastungen für Investitionen und Neubau und fordern bessere politische Rahmenbedingungen.
Gericht stoppt umstrittene Mieterhöhung von Vonovia
Eine Dortmunder Rentnerin sollte deutlich mehr Miete zahlen, akzeptierte die Forderung jedoch nicht. Vor Gericht bekam sie recht. Der Fall wirft Fragen zum Umgang mit Mieterhöhungen nach Mietspiegel auf.
Die Mieterin wehrte sich gegen eine von Vonovia geforderte Mieterhöhung von 84,17 Euro pro Monat. Das Unternehmen begründete die Erhöhung damit, dass sie in einem „aufwendig gestalteten Wohnumfeld“ lebe mit Grünflächen, Fahrradbügeln, Parkplätzen, neuen Fenstern und manuell bedienbaren Rollläden. Nach Ansicht der Mieterin blieben jedoch wertmindernde Faktoren der Wohnung unberücksichtigt. Unterstützt vom Mieterverein Dortmund akzeptierte sie lediglich einen geringeren Aufschlag. Das Amtsgericht Dortmund wies die Klage von Vonovia ab und entschied, dass die verlangte Erhöhung nicht den Vorgaben des Mietspiegels entsprach. Laut Mieterverein Dortmund und Deutschem Mieterbund handelt es sich nicht um einen Einzelfall. In mehreren Städten gebe es ähnliche Streitigkeiten um die Bewertung von Wohnwertmerkmalen bei Mieterhöhungen.
Bund fördert Umbau von Büros zu Wohnungen mit bis zu 30.000 Euro
Leerstehende Büros und Ladenflächen sollen künftig häufiger zu Wohnungen werden. Ein neues Förderprogramm des Bundes setzt dafür finanzielle Anreize und richtet sich an Investoren ebenso wie an Selbstnutzer. Die Förderung soll im Juli starten.
Mit dem Programm „Gewerbe zu Wohnen“ will die Bundesregierung mehr Wohnraum schaffen. Gefördert wird der Umbau von leerstehenden Büros, Läden und anderen Gewerbeflächen zu Wohnungen. Voraussetzung ist, dass mindestens eine neue Wohneinheit entsteht und bestimmte Energiestandards eingehalten werden. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sind Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro neu geschaffener Wohnung möglich. Die Förderung richtet sich an Investoren, Unternehmen und Selbstnutzer. Sie kann grundsätzlich mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden. Wichtig ist, dass der Antrag vor Beginn der Arbeiten gestellt wird.
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