07.10.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Trotz 60 Milliarden Euro Förderung stockt der Wohnungsbau
Fördermittel sind vorhanden, doch der Neubau kommt vielerorts nicht voran. Auf der Expo Real benennen Branchenvertreter mehrere Hürden, die Investitionen und staatliche Programme ausbremsen.
Bund, Länder und Kommunen stellen nach Angaben von Bundesbauministerin Verena Hubertz rund 60 Milliarden Euro für neue, vorwiegend sozial geförderte Wohnungen bereit. Dennoch bleibt die Bautätigkeit schwach. Branchenvertreter verweisen neben langsamen Genehmigungen vor allem auf hohe Baukosten, schwierige Finanzierungsbedingungen und fehlende Wirtschaftlichkeit vieler Projekte. Hubertz kündigte auf der Expo Real einen weiteren „Bau-Turbo“ an. Aus Sicht der Branche reicht schnellere Verwaltung allein jedoch nicht aus. Entscheidend sei, ob Projekte trotz hoher Kosten und Finanzierungslasten wieder tragfähig werden. Damit bleibt die zentrale Aufgabe, Fördergeld tatsächlich in zusätzliche Wohnungen zu übersetzen.
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Refinanzierungslücke belastet Immobilienfinanzierungen
Banken wollen ihr Neugeschäft ausweiten, prüfen Immobilienprojekte aber deutlich strenger. Gleichzeitig bindet die Aufarbeitung älterer Problemkredite Kapital, das für neue Finanzierungen und Projektentwicklungen zusätzlich fehlt.
Die Refinanzierungslücke bei auslaufenden gewerblichen Immobilienkrediten liegt nach Angaben von HIH Invest in diesem Jahr bei mehr als sechs Milliarden Euro. Andere Schätzungen gehen sogar von 8,5 Milliarden Euro aus. Banken zeigen zwar weiterhin Bereitschaft, Qualitätsimmobilien und Projektentwicklungen zu finanzieren, agieren aber selektiver. Besonders gefragt sind starke Standorte, tragfähige Cashflows und solide Eigenkapitalquoten. Problemkredite aus der Zeit vor der Zinswende binden zusätzlich Kapital. Gleichzeitig tun sich auch Kreditfonds schwer, ausreichend Mittel von Investoren einzuwerben. Alternative Kapitalgeber gewinnen damit an Bedeutung, können die Finanzierungslücke bislang aber nicht vollständig schließen.
Wohneigentumsquote fällt auf 43,5 Prozent
Der Zugang zu Wohneigentum wird für viele Haushalte schwieriger. Hohe Erwerbsnebenkosten, Finanzierung und Eigenkapitalbedarf sorgen dafür, dass besonders jüngere Käufer den Schritt ins Eigentum später oder gar nicht schaffen.
Nur noch 43,5 Prozent der Haushalte in Deutschland leben im eigenen Zuhause. Das ist der niedrigste Wert seit rund zwei Jahrzehnten. Nach einer aktuellen Studie des Pestel Instituts sank die Quote von knapp 47 Prozent im Jahr 2018 auf 43 bis 44 Prozent im Jahr 2025. Als zentrale Hürden gelten hohe Kauf- und Erwerbsnebenkosten, gestiegene Anforderungen an das Eigenkapital sowie Bau- und Modernisierungskosten. Der Rückgang wirkt auch auf den Mietmarkt, weil Haushalte länger in Mietwohnungen bleiben. Experten fordern deshalb unter anderem niedrigere Erwerbsnebenkosten, mehr Bauland und schnellere Genehmigungsverfahren in den Kommunen.
Gaspreise steigen vor dem Winter deutlich
Vor Beginn der Heizsaison ziehen mehrere Energiepreise wieder an. Besonders Haushalte ohne Preisgarantie könnten die höheren Beschaffungskosten bald spüren, während Heizöl zuletzt etwas günstiger geworden ist.
Gas ist für Neukunden deutlich teurer geworden. Im günstigsten Laufzeittarif werden aktuell 12,5 Cent je Kilowattstunde fällig, rund vier Cent mehr als zu Beginn der Krise im Persischen Golf. Für einen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet das bei Neuabschluss rund 800 Euro Mehrkosten gegenüber dem Sommer. Verivox hält auch in der Grundversorgung Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent für möglich. Beim Heizöl zeigt sich dagegen zuletzt eine leichte Entspannung. Der Preis für 100 Liter sank zwischen Mitte September und Anfang Oktober von 177,58 auf 163,48 Euro. Für Vermieter und Verwalter steigen damit die Unsicherheiten bei Heiz- und Nebenkosten.



