10.09.2024
Ihr News-Update für die erfolgreiche
ifo Institut: Baukrise dürfte noch lange anhalten
Hohe Energiepreise und explodierende Baustoffkosten setzen die Wohnungsbauunternehmen weiterhin unter Druck, sodass etwa die Hälfte über Auftragsmangel klagt. Das ifo Institut befürchtet, dass die Krise noch lange anhält.
Der Auftragsmangel im deutschen Wohnungsbau hat sich im August zwar leicht verbessert, dennoch klagen laut ifo Institut 50,6 Prozent der Unternehmen weiterhin über fehlende Aufträge. Im Juli waren es noch 51,3 Prozent. Bereits seit neun Monaten ist der Anteil damit über der 50-Prozent-Marke. Laut Klaus Wohlrabe vom ifo Institut wird die Krise im Wohnungsbau andauern. Die Unternehmen suchen weiter nach Anzeichen für Besserung. Immerhin ist die Stornoquote, also der Anteil gestrichener Aufträge, seit einem halben Jahr rückläufig und liegt aktuell bei 11,7 Prozent. Im Oktober letzten Jahres waren es noch 22,2 Prozent der Unternehmen. Laut ifo Institut versuchen viele Unternehmen die Flaute durch Aufträge im Straßenbau auszugleichen.
Makler packt aus: So sollten Käufer verhandeln
In den vergangenen Jahren hat sich der Immobilienmarkt gedreht: vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Ein Makler erklärt im Interview, worauf es als Käufer ankommt.
Immobilienkäufer haben derzeit mehr Verhandlungsspielraum, da die Bereitschaft, Preise zu verhandeln, gestiegen ist. Daher sollten Käufer gründliche Recherchen durchführen, den Markt beobachten und gegebenenfalls Experten wie Gutachter hinzuziehen. In Preisverhandlungen sind der Zustand der Immobilie, insbesondere die Energieeffizienz, ein starker Hebel, um den Preis zu senken. Sympathien und wertschätzende Kommunikation spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, um Verhandlungen erfolgreich zu gestalten. Zudem sollten Käufer immer realistische Angebote machen und auch eine Alternative im Kopf haben.
ANZEIGE
Treffen Sie uns auf der EXPO REAL
Vom 7. bis 9. Oktober findet die EXPO REAL in München statt. Sind Sie auch dabei?
Lassen Sie uns doch vor Ort treffen und über aktuelle Herausforderungen und Lösungen sprechen. Teilen Sie uns gern Ihren Terminwunsch an meetus@immowelt.de mit. Wir freuen uns auf Sie!
Immobilienpreise steigen weiter an
Der positive Trend bei den Immobilienpreise setzt sich fort. Der Europace Hauspreisindex ist im August 2024 gegenüber dem Vormonat um 0,13 Prozent gestiegen. Am stärksten verteuerten sich Bestandshäuser.
Im August 2024 stiegen die Preise für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,84 Prozent, im Jahresvergleich haben sich die Preise dabei nur um 0,60 Prozent erhöht. Im Gegensatz dazu gingen die Preise für neue Häuser um 0,41 Prozent zurück, obwohl sie im Vorjahresvergleich um 2,22 Prozent zugenommen hatten. Die Preise für Eigentumswohnungen blieben mit einem minimalen Anstieg von 0,08 Prozent stabil. Stefan Münter, Co-CEO von Europace, betont, dass die hohe Nachfrage auch in den Sommermonaten anhält. Zudem eröffnet das neue KfW-Programm 308 – auch bekannt als „Jung kauft Alt“ – jungen Familien mit mittlerem Einkommen bessere Möglichkeiten, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
Ampel: Ab 2050 sollen keine neuen Flächen mehr verbraucht werden
Die Bundesregierung plant, den Verbrauch neuer Flächen für Bauprojekte bis 2050 auf ein Netto-Null-Niveau zu senken. Danach dürfen keine neuen Flächen mehr bebaut werden.
Dies ist eines der zentralen Ziele, die im kürzlich veröffentlichten Transformationsbericht festgelegt wurden. Die Bundesregierung strebt demnach bis 2050 eine Flächenkreislaufwirtschaft an, bei der neue Siedlungs- und Verkehrsflächen auf Netto-Null begrenzt werden. Bis 2030 soll der Flächenverbrauch auf maximal 30 Hektar pro Tag gesenkt werden, im Vergleich zu 55 Hektar im Jahr 2021. Jede neue Bodenversiegelung soll durch eine Entsiegelung ausgeglichen werden, um Bodenfunktionen und Klimaschutz zu bewahren. Der Fokus beim Bauen soll auf Umbau und Nachverdichtung liegen, um Ressourcen zu sparen und neue Wohn- und Arbeitsformen in bestehenden Gebäuden zu schaffen.
Wer hat Schuld am Mietpreisdesaster?
Die Mietpreise in Deutschland steigen seit Jahren kontinuierlich, und eine Entspannung ist laut Experten nicht in Sicht. Für LEG Immobilien liegen die Gründe auf der Hand.
Laut Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien, plant das Immobilienunternehmen, die Bestandsmieten in diesem Jahr durchschnittlich um 3,4 Prozent zu erhöhen. Je nach gesetzlichen Möglichkeiten kann es auch zu stärkeren Steigerungen kommen. Gründe für den Anstieg sind der hohe Nachfragedruck und das Ungleichgewicht auf dem Wohnungsmarkt, bedingt durch rückläufige Baugenehmigungen und steigende Zuwanderung. Zudem erhöhen regulatorische Anforderungen im Bereich der Energieeffizienz die Kosten, die auf Mieter umgelegt werden. Von Lackum kritisiert das politische Versprechen, dass die Energiewende keine zusätzlichen Kosten verursachen werde. Die LEG plant ab 2027, viele Wohnungen mit Wärmepumpen auszustatten, und wird die dabei entstehenden Investitionskosten voraussichtlich auf die Mieter umlegen. Auch das Auslaufen der Sozialbindung vieler Wohnungen und Umgehungsstrategien zur Mietpreisbremse würden den Preisdruck weiter verschärfen. Von Lackum fordert einen freien Wohnungsmarkt, der die Knappheit realistischer widerspiegelt.
Kostenloser Lost Place: So können leerstehende Immobilien übernommen werden
Besonders im Osten Deutschlands gibt es viele Lost Places – von alten Fabriken bis hin zu herrenlosen Häusern. Häufig gibt es keinen Besitzer und sie können in der Theorie von jedem kostenlos übernommen werden. Doch das birgt Gefahren.
In vielen ostdeutschen Städten gibt es immer mehr verfallene und herrenlose Gebäude, die seit Jahrzehnten unbewohnt sind. Diese Häuser, oft Überbleibsel der Nachkriegszeit, verschandeln Stadtviertel und machen sie unattraktiv. Häufig ist die Klärung der Eigentumsverhältnisse schwierig und dauert Jahre, sodass Städte meist nur dann eingreifen, wenn keine Grundsteuer mehr gezahlt wird. Wenn kein Eigentümer mehr im Kataster eingetragen ist und der Staat kein Interesse an den Immobilien hat, kann theoretisch jeder herrenlose Häuser übernehmen. Doch oft sind diese Immobilien wertlos und verursachen nur Kosten. Kommunen können das Problem oft nur mit Fördermitteln des Bundes oder der Länder angehen.