27.11.2024
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Industrieverband fordert Sanierungspflicht für Immobilien
Immobilien sind hierzulande für knapp ein Drittel der Emissionen verantwortlich. Das liegt auch daran, dass der energetische Standard vieler Gebäude mittlerweile veraltet ist. Eine Sanierungsplicht für Eigentümer hätte daher laut Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gleich mehrere Vorteile.
Zum einen würde eine systematische Modernisierung der Immobilien dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele einhalten könnte. Zudem würde ein Sanierungsboom die deutsche Wirtschaft massiv ankurbeln. Volle Auftragsbücher bei Handwerksfirmen würde auch auf andere Branchen ausstrahlen und so den Wirtschaftsmotor insgesamt ankurbeln. Der BDI fordert daher einen einem Positionspapier eine Sanierungspflicht für Immobilien. Auch das umstrittene Heizungsgesetzt der scheidenden Ampel-Koalition solle von einer neuen Regierung unangetastet bleiben, so der Spitzenverband der Wirtschaft.
Wärmeversorgung in Gefahr: Stadtwerke schlagen Alarm
Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Die nötige Energiewende bedeutet auch, dass Heizungen mit fossilen Brennstoffen abgestellt werden – und massive Investitionen in Alternativen nötig sind. Viele Stadtwerke sehen dadurch eine bezahlbare Wärmeversorgung der Bürger gefährdet.
In einer Befragung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) geben 41 Prozent der Stadtwerke an, dass eine leistbare Wärmeversorgung durch die Energiewende in Gefahr sei. Viele Kommunen beschäftigen sich zwar bereits mit Alternativen, beispielsweise Großwärmepumpen, Geothermie oder Abwärme von Industrieanlagen. Allerdings monieren viele Stadtwerke langwierige Genehmigungsprozesse und eine ungeklärte Finanzierungsfrage. Der Bund fördert Investitionen zwar, allerdings sind die Mittel gedeckelt. Immerhin: 38 Prozent der befragten VKU-Mitgliedsfirmen sehen die bezahlbare Wärmeversorgung ihrer Verbraucher nicht in Gefahr.
Käufer blicken mit Argusaugen auf Energiebilanz
Dass Immobilien über einen Energieausweis verfügen müssen, ist bereits seit 2007 verpflichtend. Doch die Relevanz war für viele Käufer in der Vergangenheit eher nachrangig. Doch mittlerweile ist der Verbrauchswert für viele Interessenten ein zentrales Kriterium: 91 Prozent der Kaufanwärter achtet gezielt auf den energetischen Zustand. Energiefresser fallen bei vielen Suchenden gleich ganz durch und werden gar nicht erst besichtigt.
In 35 Prozent der geplanten Immobilienkäufe werden Objekte mit schlechten Verkaufswerte gar nicht erst in die engere Auswahl genommen. Das ist das Ergebnis einer immowelt Umfrage unter Menschen, die in den nächsten 12 Monaten eine Immobilie kaufen wollen. In 14 Prozent der Fälle sollen die hohen Verbrauchswerte gezielt als Argument in Preisverhandlungen zur Sprache kommen, um den Preis zu drücken.
Preisexplosion für Bauland
Bauflächen haben sich in den letzten Jahren deutlich im Preis erhöht. Die Kosten für erschlossene Grundstücke sind bundesweit zwischen 2012 und 2022 um 83 Prozent gestiegen. Oft kostet das Grundstück bereits genauso viel wie das Haus, das darauf entsteht.
Im Mittel kostet der Quadratmeter baureifes Land rund 218 Euro. Es gibt aber regional massive Unterschiede: In Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es den Quadratmeter bereits um die 70 Euro. In Hamburg und Berlin werden indes 700 bis 1.000 Euro fällig. Dass die Kosten für bebaubare Grundstücke sich so stark verteuert haben, liegt auch daran, dass immer weniger neues Bauland ausgewiesen wird.
Fernwärme ist (noch) Dreckschleuder
Ein zentraler Baustein der Heizungswende soll auch die Fernwärme spielen. Ob sie allerdings klimaneutral ist, hängt davon ab, wie die nötige Energie dafür erzeugt wird. Eine Studie zeigt nun auf: Aktuell ist Fernwärme stark von fossilen Brennstoffen abhängig.
39 Millionen Tonnen klimaschädlicher Emissionen werden jährlich von Fernwärmenetzen produziert, denn Gas und Kohle sind dafür weiterhin der Hauptenergieträger. Das geht aus einer Untersuchung des Umweltverbands WWF hervor. Der grundsätzliche Nutzen von Fernwärme wird dabei nicht infrage gestellt, allerdings fordert der WWF die Kommunen auf, in ihrer Wärmeplanung auf nachhaltige Energiequellen umzusatteln.