06.12.2024
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Krise im Wohnungsbau: Aufträge und Stimmung brechen ein
Die Krise im deutschen Wohnungsbau spitzt sich zu: Laut ifo-Institut meldeten im November 54 Prozent der Unternehmen Auftragsmangel, im Oktober waren es noch 49,9 Prozent.
„Ohne neue Impulse droht eine dauerhafte Lücke bei dringend benötigtem Wohnraum“, so ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Auch das Geschäftsklima hat sich verschlechtert, Experten rechnen frühestens Ende 2025 mit einer Erholung. Zudem verzeichnete die Industrie einen Rückgang der Aufträge, vor allem im Maschinenbau und der Automobilbranche. Trotz eines starken Septembers fiel der Auftragseingang im Oktober um 1,5 Prozent. Großaufträge prägen weiterhin die stark schwankende Entwicklung.
Banken-Prognose: Wohnimmobilien erholen sich, Gewerbemarkt stagniert
Wohnimmobilien werden wieder teurer werden, der Markt für Gewerbeimmobilien bleibt schwierig. Der Verband der deutschen Pfandbriefbanken (VDP) gibt erste Prognosen dazu, wie es am Markt im kommenden Jahr weitergeht.
Die Preise für Wohnimmobilien steigen 2025 voraussichtlich weiter, allerdings ohne starke Sprünge, erklärt VDP-Präsident Gero Bergmann. Im dritten Quartal 2024 stiegen sie bereits um 1,1 Prozent zum Vorquartal – ein zweiter Anstieg in Folge, der auf eine Erholung nach den Einbrüchen 2023 hinweist. Dennoch liegen die Preise leicht unter Vorjahresniveau. Bei Gewerbeimmobilien wird 2025 kaum Bewegung erwartet.
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Hohe Wohnkosten: Mehrheit fordert Mietendeckel
Hohe Wohnkosten belasten viele Menschen stark. Laut einer Umfrage fühlen sich 40 Prozent durch Miete oder Immobilienfinanzierung belastet, bei Nebenkosten wie Heizung oder Strom sind es sogar über 50 Prozent.
Besonders betroffen sind Mieter und Haushalte mit geringem Einkommen. 73 Prozent aller Befragten befürworten einen bundesweiten Mietendeckel, mit starker Unterstützung über Parteigrenzen hinweg. Das zeigt eine Erhebung des Instituts Verian mit 1.015 Befragten im Auftrag der Linken. Durchschnittlich geben Deutsche laut Angaben des Statistischen Bundesamts 25,2 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus, doch 13 Prozent gelten als „überbelastet“, da sie mehr als 40 Prozent ihres Einkommens dafür aufwenden. Linken-Chefin Heidi Reichinnek fordert Maßnahmen wie einen Mietendeckel und kritisiert die Wohnpolitik der Bundesregierung als „verheerend“.
Sozialer Wohnungsbau: Länder reagieren mit Millionenhilfen und neuen Programmen
Die Bundesländer verstärken ihre Förderung des sozialen Wohnungsbaus mit neuen Programmen und höheren Zuschüssen: Schleswig-Holstein zum Beispiel investiert bis 2026 insgesamt 1,6 Milliarden Euro, während Rheinland-Pfalz die Förderung ab 2025 auf 350 Millionen Euro jährlich verdoppelt.
Berlin bietet ergänzende Zuschüsse für besondere Bedarfsgruppen und Mecklenburg-Vorpommern führt zinslose Kredite ein. In Sachsen werden Förderkreise erweitert, Hamburg passt seine Programme an steigende Baukosten an. Auch Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen verstärken ihre Maßnahmen mit höheren Fördersätzen, Tilgungsnachlässen und langfristigen Mietpreisbindungen.
Nachhaltigkeitsindex: Deutschland rutscht ab
Deutschland bekommt kein gutes Zeugnis ausgestellt für seine Aktivitäten auf dem Weg zur Klimaneutralität. In einem europäischen Nachhaltigkeitsranking landet die Bundesrepublik nur auf Platz 10 und steht somit drei Plätze schlechter da als 2022. Ein Grund dafür ist auch die schleppende Sanierungsquote bei Immobilien.
Der Green Transition Index einer Unternehmensberatung prüft 29 europäische Länder auf ihre Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit. Die sieben Bereiche Wirtschaft, Natur, Produktion, Energie, Abfall, Gebäude und Verkehr werden dabei untersucht. Vor allem bei Energie-Versorgung, Verkehr und Immobilien ist Deutschland laut den Studienautoren noch zu sehr auf fossile Brennstoffe angewiesen. Am besten schneidet Dänemark ab, das den ersten Platz im Nachhaltigkeitsindex belegt, weil es stark in Offshore-Windparks und Elektrobusse investiert.
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