12.02.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bauen wird Luxus – und Mieter zahlen die Zeche!
Der Wohnungsbau in Deutschland steckt in einer tiefen Krise und hat seinen Tiefpunkt offenbar noch nicht erreicht. Laut dem Frühjahrsgutachten der sogenannten Immobilienweisen wird die Zahl neuer Wohnungen in diesem Jahr weiter sinken.
Von den ursprünglich angestrebten 400.000 Einheiten sollen laut Gutachten 2025 nur 230.000 entstehen. 2023 waren es noch 294.000 Neubauten, 2024 nur 260.000. Der anhaltende Mangel an Wohnraum verschärft die Lage in vielen Städten und treibt sowohl Mieten als auch Immobilienpreise weiter nach oben. Höhere Bauzinsen und steigende Kosten lassen zudem den Neubau immer unattraktiver werden.
Um die Talfahrt zu stoppen, fordern die Experten einen politischen Neustart: Schnellere Genehmigungsverfahren, Bürokratieabbau, mehr Baulandaktivierung durch Kommunen und standardisierte Bauverfahren könnten helfen. Außerdem sollten die Grunderwerbsteuer und die Umsatzsteuer beim Wohnungsbau gesenkt werden. ZIA-Präsidentin Iris Schöberl betont die Bedeutung der Branche: „Die Immobilienwirtschaft kann die Konjunktur ankurbeln – wenn man sie lässt.“
ANZEIGE
ista ist für Sie da – und für Ihre Immobilien.
Der Energie- und Immobiliendienstleister ista macht Verbräuche transparent und erhöht die Sicherheit in Gebäuden – mit smarten Rundumlösungen wie der rechtssicheren Heizkostenabrechnung inkl. CO₂-Kostenaufteilung oder dem Rauchwarnmelder-Service.
Deutsche Großstädte balancieren weiter am Rand der Immobilienblase
Die Immobilienblase bleibt in vielen Regionen Deutschlands ein Risiko, doch die Gefahr sinkt – außer in den größten Städten.
Laut dem aktuellen Blasenindex von Empirica besteht in 329 Landkreisen ein mäßiges bis hohes Risiko für eine Immobilienblase . In 12 Großstädten ist die Gefahr sogar eher hoch.
Das Rückschlagpotenzial – also die Differenz zwischen Kaufpreisen und Mieten – ist bundesweit auf 19 Prozent gefallen. Das sind 12 Prozent weniger als noch vor 2 Jahren. Der Hauptgrund: Die Mieten steigen schneller als die Kaufpreise, sodass sich die Schere langsam schließt und das Risiko von Preisrückgängen sinkt.
In den 7 größten Städten bleibt das Problem jedoch bestehen. Die Kaufpreise steigen dort immer noch um 30 Prozent schneller als die Mieten. Damit ist das Risiko seit dem dritten Quartal 2024 nicht weiter gesunken, aber deutlich niedriger als auf dem Höchststand Anfang 2022.
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.
Grundsteuer-Rekordeinnahmen auch ohne Reform
Die Einnahmen der deutschen Gemeinden aus der Grundsteuer sind in den letzten 10 Jahren stark gestiegen. 2023 wurden insgesamt 15,5 Milliarden Euro eingenommen – ein Anstieg von 25,2 Prozent im Vergleich zu 2013. Die Bedeutung der Grundsteuer für die Gemeindefinanzen hat dennoch leicht abgenommen.
Der Grundsteueranteil an den gesamten Gemeindesteuern sank von 14,8 Prozent (2013) auf 11,0 Prozent (2023). Im ersten Halbjahr 2024 beliefen sich die Einnahmen auf 8,0 Milliarden Euro. Der Großteil stammt aus der Grundsteuer B für bebaute oder unbebaute Grundstücke. Besonders hohe Anstiege verzeichneten Hessen (+56,5 Prozent), das Saarland (+44,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (+42,2 Prozent), während Sachsen (+12,3 Prozent) das geringste Plus aufwies. Daten zu den neuen Hebesätzen und Einnahmen der seit Januar 2025 geltenden Grundsteuerreform liegen noch nicht vor.
Wohnpolitik in 3 Jahren Ampel: Viel versprochen, wenig gebaut
Die Wohnraumkrise sorgt noch immer für Unmut bei den Bürgern: Hohe Mieten und kaum bezahlbarer Wohnraum stellen viele Bürger vor große Herausforderungen, an den Kauf von Wohneigentum ist für viele nicht zu denken. Michael Neumann von Dr. Klein warnt, dass Wohnen kein Luxus werden dürfe und die neue Regierung dringend Maßnahmen ergreifen müsse.
Die Ampelkoalition hatte das Ziel, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen, doch dieses wurde in keinem der 3 Regierungsjahre erreicht. Besonders in Städten wie Berlin, Köln und Stuttgart bleibt das Angebot weit hinter der Nachfrage zurück, was Mieten und Lebenshaltungskosten weiter steigen lässt. Neben hohen Baukosten erschweren strenge Bauvorschriften den Wohnungsbau zusätzlich.
Seit der Zinswende 2022 sind Finanzierungskosten stark gestiegen, wodurch die Neubautätigkeit massiv eingebrochen ist.
Ohne entschlossene Maßnahmen könnte sich die Wohnungsnot weiter verschärfen. Die neue Regierung müsse spätestens in der zweiten Jahreshälfte handeln, um zu verhindern, dass Wohnen in den Städten endgültig unbezahlbar wird, so Neumann.
Hamburg packt an: „Hamburg Standard“ soll Wohnraum schaffen
Angesichts der Knappheit an bezahlbarem Wohnraum will Hamburg tätig werden und den Wohnungsbau günstiger und effizienter machen – mit dem neuen „Hamburg-Standard“.
Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) stellte das Konzept vor, das die Baukosten um bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter senken soll. Einsparungen sollen vor allem durch den Verzicht auf bestimmte DIN-Normen wie Trittschalldämmung auf Balkonen oder die Beheizung von Fluren erreicht werden. Zudem sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt und behördliche Abläufe optimiert werden. Ein erstes Pilotprojekt mit 1.900 Wohnungen startet im Wilhelmsburger Rathausviertel. Bürgermeister Peter Tschentscher dämpfte jedoch Erwartungen: Ein spürbarer Rückgang der Mieten werde erst in Jahren eintreten, da Hamburg langfristig 100.000 neue Wohnungen benötige.