27.02.2025
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Wo gibt es noch Neubau? Diese Bundesländer haben das größte Angebot
Neubauten sind rar, doch in einigen Bundesländern gibt es mehr Auswahl als anderswo. Eine neue Makler-Analyse zeigt, wo Immobilienkäufer die besten Chancen haben – und warum die Baugenehmigungen trotzdem weiter sinken.
Das Angebot an Neubauwohnungen und -häusern ist 2024 im bundesweiten Schnitt leicht gestiegen, bleibt aber begrenzt. Eine Analyse von Von Poll Immobilien zeigt, dass Käufer vor allem in Rheinland-Pfalz (18,5 Prozent Neubauanteil) und dem Saarland (17,8 Prozent) fündig werden – dort sind die Grundstückspreise vergleichsweise niedrig. Auch Mecklenburg-Vorpommern (16,5 Prozent) schneidet gut ab. Am Ende des Rankings stehen Sachsen-Anhalt (10 Prozent) und Bremen (5,9 Prozent).
Trotz des gestiegenen Angebots nimmt der Wohnungsbau ab: Die Zahl der Baugenehmigungen sinkt in fast allen Bundesländern. Während Berlin mit 2,5 Genehmigungen pro 1.000 Einwohner noch relativ gut dasteht, liegt Thüringen mit nur 0,58 am unteren Ende.
Strafen für Leerstand: Hilft das wirklich gegen Wohnungsnot?
Hessen plant drastische Bußgelder für Eigentümer, die Wohnungen lange leer stehen lassen. Aber ist spekulativer Leerstand überhaupt ein großes Problem?
Hessen will mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro gegen spekulativen Leerstand vorgehen. Künftig soll eine Genehmigung nötig sein, wenn Wohnungen länger als sechs Monate unbewohnt bleiben. Laut Statistischem Bundesamt standen 2022 bundesweit rund 1,9 Millionen Wohnungen leer – vor allem in strukturschwachen Regionen. In Großstädten dagegen ist Leerstand kaum ein Thema: Frankfurt hat eine Quote von nur 0,2 Prozent, München sogar nur 0,1 Prozent. Experten betonen, dass ein gewisser Leerstand für einen funktionierenden Wohnungsmarkt nötig ist – erst ab 10 Prozent wird es problematisch.
Hessens Gesetz dürfte daher kaum Wirkung auf die Wohnungsnot in Metropolen haben. Denn die meisten leer stehenden Immobilien befinden sich nicht dort, wo der Wohnraummangel herrscht, sondern in Regionen, die Menschen eher verlassen als neu besiedeln.
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Pflegeimmobilien: Ohne Förderung droht Engpass
Der Bedarf an Pflegeplätzen wächst, doch Investoren bleiben zurückhaltend. Hohe Baukosten und fehlende staatliche Anreize bremsen den Neubau. Eine Studie warnt: Ohne gezielte Förderprogramme könnte sich die Versorgungslücke massiv vergrößern – mit drastischen Folgen für eine alternde Bevölkerung.
Deutschland steuert auf einen massiven Mangel an Pflegeplätzen zu. Eine Studie von 5QRE und Prohealth prognostiziert ein Defizit von 70.000 Heimplätzen bis 2055. Hauptgrund: Investoren halten sich aufgrund hoher Baukosten und fehlender Förderung zurück. Nur Bayern unterstützt Neubauten und Sanierungen umfassend mit einer Objektförderung.
Experten fordern eine Gleichstellung von Pflegeimmobilien mit gefördertem Wohnungsbau. „Wir brauchen gezielte staatliche Anreize wie KfW-Kredite oder Zuschüsse, um private Investoren zurückzugewinnen“, so Peret Bergmann von 5QRE. Ohne ein neues Finanzierungsmodell könnten jährlich mehr als 13.000 benötigte Pflegeplätze ungebaut bleiben.
Vorbild für Deutschland? So löst New York sein Wohnungsproblem
New York macht vor, wie Wohnraum schnell geschaffen werden kann: Leerstehende Bürogebäude werden in Apartments umgewandelt – günstiger und schneller als Neubauten. Wie realistisch ist das Modell hierzulande?
Prominentes Beispiel ist das Pearl House mit 600 neuen Wohnungen, das für 272 Millionen Dollar in zwei Jahren umgebaut wurde. Die Vorteile: Umbaukosten sind rund ein Drittel niedriger als beim Neubau, und die Bauzeit ist deutlich kürzer.
Allerdings gibt es Herausforderungen: Viele Bürogebäude sind tief geschnitten, sodass Lichtverhältnisse optimiert werden müssen. Zudem ist in New York der politische Wille groß, den Umbau zu erleichtern. Neue Vorgaben sorgen dafür, dass künftig 25 Prozent der neuen Wohnungen zu erschwinglichen Preisen angeboten werden.
Auch in Deutschland könnte das Konzept helfen, die Wohnungsnot zu lindern – doch bürokratische Hürden und baurechtliche Vorgaben erschweren schnelle Umsetzungen.