28.02.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Wohnprioritäten im Wandel: Balkon statt Büro-Nähe
Die Prioritäten der Deutschen bei der Immobiliensuche haben sich verschoben: Während früher die Nähe zum Arbeitsplatz zählte, stehen heute laut einer Studie Lebensqualität, Balkon oder Garten im Fokus.
Die Immobilienwünsche der Deutschen haben sich seit der Coronapandemie spürbar verändert. Laut einer neuen Remax-Studie ist für 54 Prozent der Immobiliensuchenden ein Balkon, eine Terrasse oder ein Garten entscheidend – ein Spitzenwert in Europa. Dagegen verliert die Nähe zum Arbeitsplatz an Bedeutung: Nur noch 20 Prozent geben diesen Faktor als Umzugsgrund an. Wichtiger sind eine größere oder hochwertigere Wohnung (32 bzw. 31 Prozent) und eine bessere Wohngegend (29 Prozent).
Der Wandel hängt auch mit dem anhaltenden Homeoffice-Trend zusammen. Deutschland liegt mit 23,5 Prozent leicht über dem EU-Schnitt, und viele Menschen ziehen einen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden dem täglichen Pendeln vor.
Trotz hoher Zufriedenheit mit der Wohnsituation (77 Prozent) bleibt die Unzufriedenheit mit steigenden Mieten und Immobilienpreisen groß. 60 Prozent empfinden das Preisniveau als zu hoch. Auch der zwischenzeitliche Trend zum Landleben ist rückläufig – nur noch 17 Prozent möchten aufs Land ziehen, während Vororte und Städte wieder beliebter werden.
Mieten fressen Einkommen: Ärmere Haushalte zahlen fast die Hälfte fürs Wohnen
Während Besserverdiener Mietsteigerungen kaum spüren, sind ärmere Haushalte immer stärker betroffen: Sie zahlen inzwischen bis zu 45 Prozent ihres Einkommens für die Miete. Besonders hart trifft es Zugewanderte – und die Schere geht weiter auseinander.
Laut einer Langzeitstudie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ist die Mietbelastung in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten massiv gestiegen – allerdings nicht für alle gleichermaßen. Während Menschen aus dem oberen Einkommensfünftel 2020 im Schnitt 18 Prozent ihres Einkommens für Miete aufwendeten (ein leichter Anstieg um zwei bis drei Prozentpunkte seit 1990), sind Haushalte aus dem unteren Einkommensfünftel besonders betroffen: Ihre Mietbelastung stieg um zwölf Prozentpunkte auf 44 Prozent.
Noch deutlicher trifft es Zugewanderte mit geringem Einkommen, die inzwischen 45 Prozent ihres Einkommens für Miete ausgeben – ein Anstieg um 21 Prozentpunkte. Damit überschreiten viele die kritische EU-Schwelle für Mietkostenüberbelastung (40 Prozent). Besonders stark betroffen sind Haushalte mit Neuverträgen, da sie stärker von der Preisentwicklung getroffen werden. Zudem verstärkt die wachsende Einkommensungleichheit das Problem: Während hohe Einkommen in den letzten 30 Jahren real um ein Drittel wuchsen, sanken die Realeinkommen im unteren Bereich um 20 Prozent.
Kaum Neubau-Kredite vermittelt
Der Neubau in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Das belegen jetzt auch aktuelle Zahlen von Interhyp.
Nach dem Einbruch des Immobilienmarkts 2023 verzeichnen Kreditvermittler wieder eine steigende Nachfrage – doch fast niemand finanziert Neubauten. Laut Interhyp entfielen 2024 nur 12 Prozent der abgeschlossenen Finanzierungen auf neue Bauprojekte. Die Mehrheit erwarb gebrauchte Immobilien, was vor allem an den weiterhin hohen Baukosten liegt.
Dank gesunkener Zinsen für Immobilienkredite – derzeit im Schnitt bei 3,4 Prozent statt 4,2 Prozent im Vorjahr – steigt das Interesse am Immobilienkauf aber insgesamt wieder.
Aufgeflogen: Hunderte Mietverträge illegal über WhatsApp verkauft
Ein Gruppenbetreiber vermittelte über eine geheime WhatsApp-Gruppe Mietverträge – gegen hohe „Handgelder“. Möglich wurde das durch eine Insiderin bei einem Wohnungskonzern. Hunderte Wohnungen sollen so vergeben worden sein.
In Hamburg flog eine illegale Masche zur Wohnungsvergabe auf: Ein Mann namens „Chris“ betrieb eine geheime WhatsApp-Gruppe, in der er Wohnungen des Immobilienkonzerns Heimstaden an Interessenten vermittelte – gegen ein „Handgeld“ von teils 1.000 Euro oder mehr. Möglich wurde das mutmaßlich durch eine Heimstaden-Mitarbeiterin, die gezielt Nachmieter ablehnte und Wohnungen exklusiv für die Gruppenmitglieder freihielt.
Die Gruppe existierte seit April 2023 und wuchs zwischenzeitlich auf über 400 Mitglieder. Wöchentlich wurden mehrere Wohnungen angeboten, oft mit professionellen Exposés. Wer zahlte, bekam die Zusage – oft ohne offizielle Besichtigung. Laut Experten verstößt das Vorgehen klar gegen das Mietrecht.
Erst Anfang 2025 brach das System zusammen: Chris löschte zahlreiche Mitglieder und verkündete, dass seine Insiderin „verraten“ wurde und nun entlassen sei.
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