22.07.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Empirica-Index: Mieten ziehen weiter an, Kaufpreise bleiben durchwachsen
Die Mieten für Neubauwohnungen steigen weiter – bundesweit um 16 Prozent in drei Jahren. Auch Kaufpreise ziehen in einigen Regionen leicht an, vor allem bei Neubauten. Häuser und Bestandswohnungen bleiben dagegen unter Druck. Laut aktuellem Empirica-Index sind die inserierten Preise für Neubauwohnungen seit der Zinswende 2022 im Schnitt um vier Prozent gestiegen. Bestandswohnungen liegen dagegen immer noch neun Prozent im Minus. Die Mieten entwickelten sich noch dynamischer: plus 14 Prozent im Bestand und 16 Prozent im Neubau. Im Quartalsvergleich steigen sie derzeit mit 0,8 Prozent deutlich schneller als Kaufpreise. In rund zwei Drittel aller Kreise wachsen die Mieten weiter. Spitzenreiter bei den Neubaumieten bleibt München. Stuttgart überholt Hamburg. Im Kaufpreisranking springt Potsdam erstmals in die Top 3. Bei Neubauhäusern rückt Kempten unter die zehn teuersten Städte. Besonders gefragt: Regionen mit moderatem Kaufpreiswachstum, aber steigenden Mietrenditen.
Verwalter steigen aus: Kleine WEGs bleiben auf sich allein gestellt
Immer mehr Hausverwalter geben kleinere Mandate ab. Besonders WEGs mit wenigen Einheiten bleiben ohne Betreuung. Hoher Aufwand, neue Regeln und Fachkräftemangel machen die Verwaltung für viele Büros unrentabel. Laut IVD Nord lohnen sich Mandate mit weniger als zehn Einheiten für viele Verwalter nicht mehr. Neben ESG-Vorgaben wie Energieberichten und Nachhaltigkeitszielen steigen auch die Erwartungen von Eigentümern und Mietern. Gleichzeitig bleiben die Honorare oft niedrig. Auch die Verwaltung von Mietshäusern wird schwieriger: Kommunikation, Sanierungsdruck und rechtliche Pflichten nehmen zu. Viele ältere Verwalter hören auf, Nachwuchs fehlt. Der IVD Nord fordert daher bessere Rahmenbedingungen: mehr Fachkräfte, weniger Bürokratie und eine faire Vergütung sollen verhindern, dass immer mehr Objekte ohne professionelle Betreuung bleiben.
SPD will Gesetz für Vergesellschaftung – CDU sagt Nein
Die Berliner SPD hat einen Plan vorgelegt, wie große Firmen oder Immobilien in Gemeineigentum überführt werden könnten. Die CDU lehnt das ab und warnt vor Schäden für Berlins Wirtschaft und Wohnungsmarkt. Das Gesetz soll auf Artikel 15 des Grundgesetzes beruhen. Es sieht eine neue Behörde vor und erlaubt in bestimmten Fällen auch Entschädigungen unter dem Marktwert. Die SPD will damit mehr Kontrolle über Mieten und sozialen Ausgleich schaffen. Die CDU hält das für gefährlich: Es verunsichere Investoren und schade dem Vertrauen in den Standort. Der Vorschlag geht zurück auf einen Volksentscheid von 2021. Damals stimmten fast 60 Prozent für die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Das Gesetz könnte frühestens in zwei Jahren in Kraft treten.
Wohnungsbau bricht ein – Neubauten gehen um 85 Prozent zurück
Der Wohnungsbau in Deutschland ist seit 2022 um 85 Prozent eingebrochen. Das zeigen aktuelle Zahlen von Bulwiengesa und dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Besonders in kleineren Städten sinkt die Zahl neuer Projekte deutlich. Laut der aktuellen Analyse war auch 2025 bisher von Rückgängen geprägt: In C- und D-Städten sank die Fläche geplanter oder laufender Projekte um zehn Prozent, in Großstädten um sechs Prozent. Die Prognose liegt bei unter 200.000 fertiggestellten Wohnungen – gebraucht werden laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung jährlich mindestens 320.000. BFW-Präsident Dirk Salewski warnt vor einer „trockenen Pipeline“. Die Bundesregierung investiert nun bis 2029 rund 23,5 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau.
Private „Räumkommandos“ ersetzen Polizei bei Immobilienstreit
In Spanien nehmen illegale Hausbesetzungen zu – viele Eigentümer fühlen sich von der Justiz im Stich gelassen. Weil Räumungen oft Monate dauern, setzen sie auf private Dienste wie „Fuera Okupas“, die mit körperlicher Präsenz Druck aufbauen. Statt Anwälten kommen MMA-Kämpfer, die durch tägliche Präsenz und Gespräche versuchen, Besetzer zum Auszug zu bewegen – ohne Gewalt, aber mit Ausdauer. Die spanische Justiz gilt als überlastet, neue Gesetze bringen kaum Entlastung. Besonders betroffen sind Küstenregionen wie Mallorca oder die Costa Blanca. Immer mehr Immobilien stehen leer oder werden von Besetzern weitervermietet. Eigentümer berichten von Einschüchterung, Tricks mit falschen Mietverträgen und großen finanziellen Schäden. Trotz gesetzlicher Neuregelung bleiben viele Verfahren langwierig – und Eigentümer suchen nach eigenen Wegen, ihr Eigentum zurückzubekommen.