02.02.2026
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BGH prüft Maklerprovision: volle oder halbe Zahlung?
Wie hoch darf die Maklerprovision sein, wenn Käufer ein Haus anders nutzen als ursprünglich vorgesehen? Der Bundesgerichtshof urteilt bald mit einem Fall, der für viele Immobilienkäufe richtungsweisend werden könnte.
Am 21. Mai 2026 geht es in Karlsruhe um die Frage, ob Käufer die volle Maklerprovision zahlen müssen, wenn sie ein vermietetes Zweifamilienhaus erwerben und dieses später selbst als Einfamilienhaus nutzen wollen. Im Mittelpunkt steht der Halbteilungsgrundsatz des §656c BGB, der eine hälftige Teilung der Provision vorschreibt, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen greift. Entscheidend ist, ob der Makler bereits beim Abschluss des Maklervertrags vom geplanten Eigennutzungszweck wusste. In dem konkreten Fall teilte der Käufer seine Absicht nach eigenen Angaben erst nach Vertragsschluss mit. Die Vorinstanzen gaben dem Makler recht und hielten die volle Provisionsforderung für zulässig. Der BGH muss nun klären, ob der spätere Nutzungswunsch dennoch berücksichtigt werden muss und damit die Provision künftig häufiger geteilt werden muss.
Nach Urteil zu Diskriminierung: So vermeiden Makler Schadensersatz-Forderungen
Nach dem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs wächst der Handlungsdruck für Immobilienmakler. Wer Besichtigungen organisiert, muss Diskriminierung konsequent ausschließen. Der IVD erklärt, wie Makler jetzt rechtssicher vorgehen.
Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass Immobilienmakler bei Diskriminierung unmittelbar nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) haften. Anlass war ein Fall, in dem eine Mietinteressentin wegen ihres Namens bei Besichtigungsterminen benachteiligt worden sein soll. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) begrüßt das Urteil als konsequent und rät Maklern, ihre Prozesse so auszurichten, als seien sie selbst direkte Adressaten des AGG. Besonders riskant sind Vorgaben von Auftraggebern, die an geschützte Merkmale anknüpfen. Diese dürften von Maklern nicht umgesetzt werden, so der IVD. Transparente, standardisierte Besichtigungsabläufe und eine saubere Dokumentation seien unerlässlich. Sachliche Auswahlkriterien wie Bonität und Haushaltsgröße helfen, Diskriminierung zu vermeiden und rechtliche Risiken zu reduzieren.
Heizungsabsatz bricht ein – Branche warnt vor Jobabbau
Der Heizungsmarkt steckt in einer tiefen Krise. Die Verkaufszahlen sinken auf ein 15-Jahres-Tief, Hersteller schlagen Alarm. Gleichzeitig verschiebt sich der Markt deutlich.
Die Heizungsindustrie verzeichnete 2025 mit 627.000 verkauften Anlagen den niedrigsten Absatz seit 2010. Insgesamt wurden zwölf Prozent weniger Geräte verkauft als im Vorjahr, nachdem der Markt bereits 2024 stark eingebrochen war. Besonders stark sank die Nachfrage nach Öl- und Gasheizungen, während Wärmepumpen mit einem Plus von 55 Prozent erstmals zum meistverkauften Wärmeerzeuger wurden. Trotz dieses Wachstums reicht die Nachfrage nach erneuerbaren Heizsystemen nicht aus, um die Rückgänge in anderen Segmenten auszugleichen. Der Branchenverband BDH warnt vor Stellenabbau und Kurzarbeit, falls die Politik keine verlässlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen schafft. Von der Regierung fordert die Branche schnelle Klarheit beim Gebäudeenergiegesetz, um Investitionen und Nachfrage wieder zu stabilisieren.
Bundesrat will Kündigung von Mietverträgen bei häuslicher Gewalt erleichtern
Wer häusliche Gewalt erlebt, soll schneller aus einem gemeinsamen Mietvertrag herauskommen. Der Bundesrat hat dafür einen neuen Vorstoß beschlossen.
Künftig soll die notwendige Zustimmung des gewalttätigen Partners bereits im Rahmen des Gewaltschutzverfahrens ersetzt werden können. Damit entfiele ein zusätzliches Gerichtsverfahren, das Betroffene bislang oft erneut belastet. Der vom Bundesrat beschlossene Entwurf ergänzt das bestehende Gewaltschutzgesetz und wird nun im Bundestag beraten. Parallel engagiert sich die Wohnungswirtschaft stärker gegen häusliche Gewalt, etwa mit Informations- und Präventionskampagnen. Ziel ist es, Gewalt im Wohnumfeld sichtbar zu machen und Betroffene schneller mit Hilfsangeboten zu vernetzen.
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