26.02.2026
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Wahlfreiheit, Mogelpackung oder Kostentreiber: Reaktionen auf das neue Heizungsgesetz
Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, das umstrittene Heizungsgesetz der Ampel-Regierung zu entschärfen. Die Reaktionen darauf fallen heftig und höchst unterschiedlich aus – von Lob bis scharfer Kritik.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche spricht von mehr Wahlfreiheit für Eigentümer. Immobilienverbände und die Gaswirtschaft begrüßen hingegen die erhöhte Planungssicherheit und die Verlagerung der Quote auf Energieversorger. Kritik kommt von Grünen, Klimaforschern und dem Wärmepumpenverband, die Nachteile für Klimaziele und Verbraucher befürchten. Mehrere Experten warnen vor steigenden Gaspreisen und begrenzter Verfügbarkeit von Biomethan. Laut Institut der deutschen Wirtschaft könnten die Gaspreise für Haushalte bis 2030 um neun Prozent steigen, zusätzlich zu CO2-Steuer und Netzentgelten.
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Jedes zweite Haus mit gravierendem Sanierungsbedarf
Mehr als ein Drittel der 2025 angebotenen Bestandsimmobilien weist eine schlechte Energiebilanz auf. Besonders betroffen sind Einfamilienhäuser. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West sowie Stadt und Land.
Das zeigt eine Analyse von immowelt auf Basis aller 2025 inserierten Bestandsimmobilien mit ausgewiesener Energieeffizienzklasse. 36 Prozent der angebotenen Häuser und Wohnungen fallen in die Klassen F bis H und gelten damit als dringend sanierungsbedürftig. Bei Einfamilienhäusern liegt der Anteil sogar bei 52 Prozent, während Eigentumswohnungen deutlich besser abschneiden. Seit 2021 ist der Anteil schlechter Effizienzklassen von 28 auf 36 Prozent gestiegen, während die energieeffizienten Klassen A+ bis C leicht rückläufig sind. Besonders gute Werte erreichen ostdeutsche Städte wie Rostock oder Dresden, was unter anderem auf Fernwärme und umfangreiche Sanierungen nach der Wiedervereinigung zurückzuführen ist. In strukturschwachen, ländlichen Regionen im Westen liegt der Anteil energetisch schlechter Objekte teils bei über 70 Prozent.
Trendwende am Bau: Aufträge steigen deutlich
Nach mehreren Krisenjahren hellt sich die Lage in der Bauwirtschaft auf. Öffentliche Großprojekte und eine Belebung im Wohnungsbau sorgen für mehr Aufträge. Für 2026 erwartet die Branche weiteres Wachstum.
Der preisbereinigte Auftragseingang im Baugewerbe ist 2025 laut Statistischem Bundesamt um 7,5 Prozent gestiegen, nominal um 10,1 Prozent. Besonders stark legte der Wohnungsbau mit einem realen Plus von 10,1 Prozent zu, allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Der Tiefbau erreichte mit einem Zuwachs von 6,2 Prozent einen Höchststand, getrieben von Infrastrukturprojekten wie Bahn- und Straßensanierungen. Größere Betriebe setzten 120,5 Milliarden Euro um, real stiegen die Erlöse erstmals seit 2020 wieder. Für 2026 rechnen der Zentralverband Deutsches Baugewerbe und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit weiterem Wachstum. Stabilere Zinsen und staatliche Investitionen gelten als zentrale Impulse für die Trendwende.
Wärmepumpen-Förderung: Deutschlands Irrweg
Wärmepumpen kosten hierzulande oft deutlich mehr als im europäischen Ausland. Neben hohen Installationskosten spielt vor allem das Fördersystem eine Rolle als Preistreiber.
Die Gesamtkosten für Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen hierzulande häufig deutlich über denen in Ländern wie Frankreich oder Großbritannien. Ein Grund ist die prozentuale staatliche Förderung von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten, die Anbieter in ihre Kalkulation einpreisen. Hinzu kommt der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, während andere Länder reduzierte oder gar keine Umsatzsteuer erheben. Hohe Installationskosten, insbesondere für Elektroarbeiten, schlagen zusätzlich zu Buche. Laut Auswertung der Verbraucherzentrale variieren allein die Montagekosten stark. Strenge technische Vorgaben, aufwendige Elektroinstallationen und höhere Qualitätsanforderungen verteuern die Anlagen weiter. Ein Kauf im Ausland ist wegen Normen, Haftungsfragen und Fördervorgaben meist trotzdem keine praktikable Alternative.
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Altersgerechte Wohnungen: Knapp und begehrt
Immer mehr Senioren suchen frühzeitig eine barrierefreie Wohnung, um den Umzug ins Pflegeheim zu vermeiden. Doch das Angebot reicht bei Weitem nicht aus. Besonders im ländlichen Raum spitzt sich die Lage zu.
Bundesweit fehlen 2,3 Millionen altersgerechte Wohnungen. Laut Bundesbauministerium wird diese Lücke trotz Neubau nicht geschlossen. Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert, dass die Zahl der Rentnerhaushalte mit Bedarf an barrierefreiem Wohnraum bis 2035 auf 3,7 Millionen steigt. Jährlich entstehen rund 74.000 entsprechende Wohnungen, vor allem in Großstädten. Auf dem Land bleibt das Angebot knapp, zudem reichen Verkaufserlöse von Eigenheimen dort oft nicht für einen Umzug. Einheitliche Vorgaben fehlen, da Bauordnungen Ländersache sind. Auch die Förderung für den altersgerechten Umbau wurde zuletzt gekürzt. Sozialer Wohnungsbau gilt als wichtiger Hebel, da hier viele Wohnungen barrierearm entstehen.
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