30.10.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bauzinsen können trotz EZB-Pause teurer werden
Wer auf stabile Bauzinsen hofft, könnte überrascht werden. Denn die Entscheidung der Notenbank ist nur ein Teil der Rechnung. Modellrechnungen zeigen, wie empfindlich Käufer auf kleine Veränderungen reagieren.
Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins im Oktober bei 2,5 Prozent belassen. Trotzdem können Bauzinsen steigen, weil Banken sich bei langfristigen Krediten auch an den Kapitalmärkten orientieren. Eine immowelt Modellrechnung für eine Eigentumswohnung mit 75 Quadratmetern und 20 Prozent Eigenkapital zeigt die möglichen Folgen: Ein Zinsanstieg um 0,35 Prozentpunkte erhöht die Monatsrate im bundesweiten Durchschnitt um rund 46 Euro. In Hamburg wären es etwa 84 Euro, in Berlin rund 70 Euro. Die Szenarien sind keine Zinsprognose. Laut Auswertung unverbindlicher Finanzierungsanfragen auf immowelt.de liegt die geplante Kreditrate in vielen Bundesländern bereits bei mehr als 35 Prozent des Nettoeinkommens. Die Daten sind nicht repräsentativ für alle Immobilienkäufer.
Vonovia streicht Millionen aus dem Investitionsplan
Steigende Finanzierungskosten treffen Deutschlands größten Wohnungskonzern an mehreren Stellen. Die Vermietung läuft zwar stabil, doch bei Verkäufen und Neubauten zieht Vonovia Konsequenzen. Auch die langfristige Planung wird verändert.
Vonovia senkt sein Investitionsziel für 2026 von 1,4 auf 1,3 Milliarden Euro. Für 2028 plant der Konzern nur noch 1,7 statt zwei Milliarden Euro. Das angestrebte organische Mietwachstum für 2028 fällt von rund fünf auf 4,5 Prozent. Als Ursache nennt Vonovia gestiegene Finanzierungskosten und eine schwache Nachfrage nach höherpreisigen Neubauwohnungen. Der Konzern will die Entwicklung neuer Wohnungen für den eigenen Bestand zurückfahren und neue Investitionen im Programm Manage to Green aussetzen. Maßnahmen zur Sicherung der Gebäudequalität und zur Dekarbonisierung sollen weiterlaufen. Das Vermietungsgeschäft bleibt nach Unternehmensangaben stabil. Die Entwicklungssparte wird strategisch geprüft; Ergebnisse sind für den Jahresabschluss 2026 angekündigt.
Bauwirtschaft schafft 29 Prozent weniger als 2010
Deutschland braucht dringend neue Wohnungen, Schulen und Straßen. Doch die Bauwirtschaft arbeitet deutlich weniger produktiv als früher. Experten warnen, dass zusätzliche Investitionen ohne bessere Arbeitsabläufe vor allem die Baupreise steigen lassen könnten.
Die Produktivität der deutschen Bauwirtschaft lag 2025 laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) um 29 Prozent unter dem Niveau von 2010. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, während der Bedarf an neuen Wohnungen und Infrastruktur hoch bleibt. Zwischen 2010 und 2022 stiegen die Baupreise um bis zu 75 Prozent. Ein Grund war, dass die Unternehmen die hohe Nachfrage kaum bewältigen konnten und deshalb höhere Preise verlangten. Das DIW warnt, dass zusätzliche staatliche Investitionen erneut zu Preissteigerungen führen könnten, wenn die Branche nicht effizienter arbeitet. Helfen sollen schnellere Baugenehmigungen, einfachere Baustandards und moderne Bauverfahren. Besonders große Chancen sehen die Forscher beim Einsatz von Robotern auf Baustellen. Der Staat könnte entsprechende Pilotprojekte fördern.
Hohe Tagessätze, wenig Aufträge: Interim Manager unter Druck
Externe Führungskräfte können in der Immobilienwirtschaft gut verdienen. Doch nicht alle finden genügend Aufträge. Eine neue Studie zeigt große Unterschiede bei Honoraren und Auslastung und erklärt, warum viele Interim Manager skeptisch in die Zukunft blicken.
67 Prozent der befragten Interim Manager in der Immobilien-, Bau- und Finanzwirtschaft verdienen mindestens 800 Euro pro Tag. Jeder Vierte erhält zwischen 1.000 und 1.200 Euro, 19 Prozent sogar mehr als 1.200 Euro. Das zeigt eine Studie der Personalberatung Cobalt. Doch die Auftragslage ist sehr unterschiedlich. Ein Drittel der Befragten war in den vergangenen zwölf Monaten fast durchgehend beschäftigt. Knapp ein Viertel war dagegen weniger als die Hälfte der Zeit ausgelastet. Nur 45 Prozent blicken zuversichtlich auf die kommenden Monate. Im Immobilienbereich sind es 48 Prozent. Neue Aufträge kommen häufig über persönliche Kontakte zustande. Im Immobilienwesen nutzen 78 Prozent der Befragten ihr eigenes Netzwerk, um Projekte zu gewinnen.
EZB-Spitze wird früher neu besetzt als geplant
An der Spitze der europäischen Notenbank steht ein überraschend früher Wechsel an. Die Entscheidung fällt in eine politisch sensible Phase. Auch Deutschland bringt sich bei der Suche nach einer Nachfolge in Stellung.
Christine Lagarde wird das Amt der Präsidentin der Europäischen Zentralbank am 7. Februar 2027 niederlegen. Ihre reguläre Amtszeit hätte erst Ende Oktober 2027 geendet. Durch den früheren Rückzug kann die Nachfolge noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 geregelt werden. Die Staats- und Regierungschefs der Eurostaaten müssen die neue Spitze bestimmen. Bundeskanzler Friedrich Merz strebt eine Einigung bis zum Jahresende 2026 an. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat Interesse signalisiert. Als weitere Anwärter gelten der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und Pablo Hernández de Cos von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Der Beitrag enthält keine Aussagen über mögliche Folgen für Bauzinsen oder Immobilienkredite.
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