14.10.2024
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bauzinsen: Experten stochern im Dunkeln
Die Konditionen für Immobilienfinanzierungen sind über die letzten Monate zusehends besser geworden. Die Entwicklung mündet aktuell in einem Jahrestief des durchschnittlichen Zinssatzes. Doch wie es nun weitergeht, darüber sind sich die Fachleute uneins.
Immobilienkredite werden derzeit bei 10-jähriger Zinsfestschreibung für mittlere 3,28 Prozent ausgegeben. Der Bestzins ist sogar wieder unter die Marke von 3 Prozent gesunken. Setzt sich der Trend der leicht sinkenden Bauzinsen nun weiter fort? Das Panel des Finanzierungsvermittlers Interhyp zeigt sich gespalten: Die Hälfte der Befragen Fachleute geht davon aus, dass das derzeitige Niveau gehalten wird. Die andere Hälfte erwartet hingegen, dass die Zinsen wieder auf Werte zwischen 3,5 und 4 Prozent steigen. Grund für diese Annahme sind die schlechten Konjunkturaussichten.
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Überraschung: Wohnungsbedarf sinkt ab 2026
Die geringe Bautätigkeit und der daraus folgende Mangel an Wohnraum sorgt für steigende Preise und Mieten. Diese Gleichung gilt unter Fachleuten eigentlich als anerkannt. Das Institut für Wirtschaft (IW) kommt in einer Studie aber nun zu einer anderslautenden Erkenntnis: Ab 2026 bereits sinkt der Bedarf an Neubau.
Für 2024 und 2025 errechnen die IW-Ökonomen eine Notwendigkeit von je 372.600 neuen Wohnungen. Doch ab 2026 sinkt diese Zahl auf nur noch 257.400 neue Wohneinheiten jährlich – nahezu ein Drittel weniger. Die Experten erwarten vor allem eine rückläufige Zuwanderung nach Deutschland, was die Nachfrage nach Wohnraum senken wird. Die Studienautoren geben aber zu bedenken, dass der Mangel an Wohnungen regional weiter bestehen kann.
Auftragsmangel im Baugewerbe wird schlimmer
Die Baukonjunktur siecht weiter dahin. Die Zahl der Unternehmen, die über Auftragsmangel im Wohnungsbau klagen, hat sich im September erneut erhöht. Das ifo Institut erachtet die Lage des Baugewerbes daher weiter als ernst.
In der monatlich durchgeführten Befragung litten im September 53 Prozent der Unternehmen unter einem Auftragsmangel. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Es wurden im abgelaufenen Monat zwar nur noch 11 Prozent der Aufträge storniert. Das sei aber laut ifo kein Grund für großen Optimismus, denn die Menge an Neuaufträgen ist im September weiter ruckläufig.
11.000 Euro Strafe wegen fehlender Rollstuhlrampe
Eine Berliner Wohnungsbaugesellschaft wurde wegen Diskriminierung zu einer Strafzahlung verdonnert. Das Unternehmen hatte sich über Jahre geweigert, einem Mieter im Rollstuhl eine Rampe zu bauen.
Das Landgericht Berlin hat dem Betroffenen nun eine Entschädigung von 11.000 Euro zugesprochen, weil er vom Unternehmen benachteiligt wurde. Der Rollstuhlfahrer konnte seine Wohnung nicht ohne fremde Hilfe verlassen oder betreten, weil vor der Haustür sechs Treppenstufen zu überwinden waren. Laut Urteil der Richter konnte die Wohnungsbaugesellschaft nicht überzeugend darlegen, warum sie den Bau einer Rampe mehrfach verweigert hatte. Neben der Strafzahlung musste sich die Baugesellschaft auch verpflichten, nun eine Rampe zu installieren.
Gas vor Preissprung
Haushalte, die mit Gas heizen, müssen im kommenden Jahr mit erheblichen Mehrkosten rechnen. Der Grund ist aber nicht ein höherer Einkaufspreis für den fossilen Rohstoff, sondern die Netzentgelte, die die Versorger erheben. Absurderweise sorgt die rückläufige Nachfrage nach Gas für einen Anstieg dieser Kosten.
Der Verbrauch von Gas wird weniger, beispielsweise weil Verbraucher auf Wärmepumpen umsteigen, besser gedämmt haben oder effizientere Gasheizungen verbaut haben. Die Fixkosten der Versorger für Betrieb und Instandhaltung ihre Netze verteilen sich auf weniger Endkunden. Das sorgt mancherorts für einen Anstieg der Netzentgelte um 56 Prozent. Für eine beispielhaftes Einfamilienhaus würde das jährliche Mehrkosten von 445 Euro bedeuten.