10.01.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Maklerin stellt Bürokosten in Rechnung – und verspielt Vergütung
Im Rahmen der Aufwandsentschädigung will eine Maklerin vom Kunden auch ihre Bürokosten erstattet haben. Der Fall geht vor Gericht und die Maklerin am Ende leer aus.
In dem konkreten Fall ging es um den Auftrag zur Vermarktung eines Hauses, wobei eine Klausel in den AGB der Maklerin den Ersatz von Aufwendungen vorsah, falls der Auftraggeber die Verkaufsabsicht aufgäbe. Der Aufwendungsersatz umfasste laut ihren AGB auch anteilige Bürokosten. Nach Abbruch des Verkaufs durch den Kunden, stellte ihm die Maklerin über 11.000 Euro für Personal-, Büro- und Fremdkosten in Rechnung. Der Kunde zahlte zunächst einen Teil, forderte das Geld aber später zurück, weil er die Kosten für unberechtigt hielt. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt gab dem Kunden Recht: Die Aufwendungsklausel in den AGB der Maklerin sei unwirksam, da sie den Vertragspartner unangemessen benachteilige. Eine Aufwandsentschädigung dürfe laut OLG nur konkrete, nachweisbare Kosten umfassen – Bürokosten zählen nach Auffassung des Gerichts nicht dazu. Diese seien Gemeinkosten, und im Geschäftsbetrieb eines Maklers grundsätzlich fest eingeplant. Da die gesamte Aufwendungsklausel in den AGB der Maklerin vom OLG als unwirksam eingestuft wurde, erhielt sie schließlich gar keine Vergütung für ihre Tätigkeit.
Immobilienpreise ziehen weiter an
Aktuelle Daten von Europace zeigen, dass sich Wohnimmobilien in Deutschland bereits den zwölften Monat in Folge verteuert haben. Dabei gibt es jedoch Unterschiede zwischen Bestands- und Neubauhäusern.
Insgesamt legte der Europace Hauspreisindex von 215,78 Punkten im November auf 216,59 Punkte im Dezember 2024 zu. Zum Vergleich: Im Dezember 2023 lag der Index noch bei 208,91 Punkten. Damit verzeichneten die deutschen Wohnimmobilienpreise binnen eines Jahres einen Anstieg von 3,67 Prozent. Bestandshäuser verteuerten sich in diesem Zeitraum sogar um 4,3 Prozent, während der Anstieg bei Neubauhäusern lediglich 1,28 Prozent betrug. Da die Neubaupreise in den vergangenen 2 Jahren trotz Krise relativ stabil geblieben waren, besteht hier weniger Aufholpotenzial. Noch deutlicher als bei den Häusern fällt der Anstieg der Wohnungspreise aus: Diese zogen laut Europace binnen eines Jahres um 5,86 Prozent an.
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Immobilienfinanzierung: Abwärtstrend bei Tilgungsrate, Darlehenshöhe nimmt zu
Im vergangenen Jahr haben Darlehensnehmer zur Finanzierung ihrer Immobilie die Monatsrate und den Tilgungssatz reduziert. Die durchschnittliche Finanzierungssumme legte dagegen zu.
Das zeigt das aktuelle Trendbarometer Immobilienfinanzierung von Europace. Demnach sank die durchschnittliche Monatsrate für eine Finanzierung von 1.435 Euro im Dezember 2023 auf 1.350 Euro im Dezember 2024. Der durchschnittliche Tilgungssatz verringerte sich im selben Zeitraum von 1,87 Prozent auf 1,77 Prozent. Dagegen legte die durchschnittliche Darlehenshöhe binnen eines Jahres von 297.000 Euro auf 319.000 Euro zu. Der durch ein Darlehen finanzierte Anteil des Kaufpreises stieg von 85,30 Prozent auf 87,05 Prozent. Die durchschnittliche Sollzinsbindung verringerte sich von 11 Jahren und 2 Monaten auf 10 Jahre und 11 Monate.
Städte-Ranking: Hier zahlt man die höchsten Nebenkosten
In einigen deutschen Städten fallen die Kosten für Müll, Abwasser und Grundsteuer besonders hoch aus. Anderenorts kommt man bei den Nebenkosten dagegen vergleichsweise günstig davon, wie eine aktuelle Analyse zeigt.
Laut der Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für den Eigentümerverband Haus & Grund weist Mönchengladbach die höchsten Nebenkosten unter den hundert größten deutschen Städten auf. Eine durchschnittliche vierköpfige Familie muss hier für Müll, Abwasser und Grundsteuer mit 1.932 Euro jährlich rechnen. Besonders teuer ist es auch in Leverkusen (1.844 Euro), Moers (1.826 Euro) und Bergisch Gladbach (1.804 Euro). Dagegen fallen die Nebenkosten in Regenburg (874 Euro), Frankfurt am Main (962 Euro) und Nürnberg (988 Euro) am günstigsten aus. Im bundesweiten Schnitt zahlt eine vierköpfige Familie 1.375 Euro – 67 Euro mehr als vor 3 Jahren. Für das Nebenkostenranking wertete das IW in den einzelnen Städten Daten zu den Abfallgebühren (Stand 2022), den Abwassergebühren (Stand 2023) sowie der Grundsteuer (Stand 2024) aus.