14.04.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Debatte um Heizungsgesetz geht weiter
Die neue schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz plant, das umstrittene Heizungsgesetz der Ampelregierung abzuschaffen. Statt gesetzlicher Vorgaben sollen steigende Preise für Öl und Gas monetäre Anreize zum Umstieg auf klimafreundliche Heizungen schaffen. Kritiker befürchten jedoch hohe Belastungen für Haushalte und ein Ausbremsen des Klimaschutzes.
Die neue Regierung will die als Heizungsgesetz bezeichnete Novelle des Gebäudeenergiegesetzes wieder rückabwickeln. Die Regelung sah umweltfreundliche Heizsysteme im Neubau und beim Austausch alter Anlagen vor. Stattdessen will der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz auf steigende Energiepreise als marktwirtschaftlichen Anreiz setzen und verspricht finanzielle Hilfen, deren konkrete Ausgestaltung aber noch offen ist. Während sich viele Eigentümer eine Lockerung der Regeln wünschen, warnen Umweltverbände und politische Gegner vor sozialen Härten und klimapolitischen Rückschritten. Besonders kritisiert wird, dass einkommensschwache Haushalte unter steigenden Öl- und Gaspreisen besonders leiden könnten. Ob die neue Strategie ohne klare gesetzliche Vorgaben funktioniert, ist angesichts vieler offener Fragen zur Förderung und Umsetzbarkeit umstritten.
Wohnungsmangel gefährdet Wirtschaftsstandort
In Deutschland fehlen dieses Jahr rund 550.000 Wohnungen – deutlich mehr als offiziell prognostiziert. Die Wohnraumfrage wird zunehmend zu einem sozialen und wirtschaftlichen Risikofaktor. Verbände fordern von der künftigen Bundesregierung daher einen Kurswechsel beim Wohnungsbau durch einfacheres und günstigeres Bauen.
Laut einer Studie der Institute ARGE und Regiokontext fehlen in Deutschland 2025 rund 550.000 Wohnungen – weitaus mehr als der Bedarf laut Bundesregierung. 9,6 Millionen Menschen leben bereits jetzt in überbelegten Wohnungen. Das gefährdet auch den Wirtschaftsstandort, da Unternehmen in Ballungsräumen immer schwerer Fachpersonal finden, das sich die hohen Wohnkosten dort leisten kann. Die Bau- und Wohnungswirtschaft fordert beim Wohnungsbautag 2025 einen „Aufschwung Wohnen“ durch kostengünstigeres Bauen, unter anderem durch den Gebäudetyp E und serielle Bauweise.
Prognose: EZB-Leitzins wird 2025 noch zweifach gesenkt
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte laut einer Umfrage unter Fachleuten die Zinsen heuer noch zweimal senken. Grund dafür sind wirtschaftliche Unsicherheiten, die durch die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump ausgelöst werden. Experten erwarten Zinssenkungen im April und Juni, bevor ein längerfristiger Stillstand eintritt.
Laut einer Bloomberg-Umfrage rechnen Ökonomen mit zwei weiteren Zinssenkungen der EZB um jeweils 0,25 Prozentpunkte im April und Juni. Danach dürfte der Einlagensatz bis mindestens Ende 2026 auf dem Niveau von 2 % bleiben. Die internationale Geldpolitik steht zunehmend unter dem Einfluss der USA, insbesondere durch Donald Trumps unvorhersehbarer Zollpolitik. Analysten sehen darin eine Bedrohung für das Wachstum im Euroraum, da Handelskonflikte Unsicherheit an den Märkten verstärken. Die EZB sieht sich dabei in einer abwartenden Rolle, da Entscheidungen stark von Trumps Handlungen abhängen, insbesondere angesichts des derzeit fragilen Waffenstillstands im Zollstreit.
Über die Auswirkungen der EZB-Zinspolitik auf Bauzinsen lesen Sie im immowelt Ratgeber.
Ausbau der Solarenergie wächst rasant
Solarenergie erlebt einen globalen Boom und gilt mittlerweile als günstigste Stromquelle der Menschheitsgeschichte. Wenn das exponentielle Wachstum anhält, könnte Solarstrom schon in wenigen Jahren den gesamten Energiebedarf der Welt decken. Doch trotz aller Euphorie stehen Umwelt, Menschenrechte und Stromnetze vor großen Herausforderungen.
Laut aktuellen Prognosen könnte Solarenergie bis Mitte der 2030er Jahre bereits den globalen Strombedarf abdecken. Auch hierzulande steigt der Anteil am Energiemix. Sinkende Kosten und technologische Fortschritte treiben den Ausbau an – auch in Ländern wie Pakistan oder Chile, die lange Zeit Nachzügler waren. China ist weltweit führend bei der Produktion und Nutzung, während Deutschland nach einem Jahrzehnt der Stagnation wieder aufholt. Dennoch drohen Risiken: Preiskollaps durch Überangebot, schleppender Netzausbau, ungleiche globale Verteilung und Missstände bei Produktion und Rohstoffgewinnung. Damit das solare Zeitalter auch sozial und ökologisch nachhaltig wird, braucht es globale Investitionen in Speicher, Netzmodernisierung und faire Produktionsbedingungen.
Wohnungskonzern erteilt Telekom Hausverbot
Die Deutsche Wohnen, einer der größten Wohnungskonzerne Deutschlands, will keine Verkäufer der Deutschen Telekom mehr in ihren Wohnungsbeständen sehen. Aushänge in den Liegenschaften des Vonovia-Tochterunternehmens weisen darauf hin, dass Vertreter, die im Auftrage des Telekommunikationsunternehmens handeln, in den Gebäuden nicht mehr geduldet sind.
Das betrifft rund 130.000 Wohnungen in Berlin, Dresden und Magdeburg, die von der Deutsche Wohnen vermietet werden. Mieter hatten sich dort immer häufiger über aggressive Vertreter beschwert, die vor allem Glasfaser-Anschlüsse der Telekom an der Wohnungstür verkaufen wollten. Die Telekom bestätigte den Vorgang. Ein von ihr beauftragtes Unternehmen habe ein Fehlverhalten im Haustürvertrieb an den Tag gelegt. Es steht der Vorwurf im Raum, dass die Vertreter mit falschen Aussagen Bewohner zum Abschluss von Internetverträgen genötigt haben sollen.