14.07.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bau-Turbo: Neues Gesetz für schnelleres Bauen stößt auf Skepsis
Die Bundesregierung will schnelleres Bauen ermöglichen – mit dem „Bau-Turbo“. Doch die Branche bleibt skeptisch: Ohne klare Zuständigkeiten, einfachere Standards und gezielte Förderungen droht das Vorhaben zu verpuffen. Bauministerin Verena Hubertz hat ein Gesetz vorgelegt, das Gemeinden ermöglichen soll, binnen zwei Monaten Baurecht zu schaffen – ohne Bebauungsplan. Doch ob Kommunen den Turbo umsetzen, hängt von politischen Mehrheiten vor Ort ab. Auch Umweltgutachten bleiben Pflicht. Die Branche vermisst zudem den angekündigten „Gebäudetyp E“, der günstigeres Bauen ermöglichen soll. Besonders kritisch wird gesehen, dass bisher keine Wiederaufnahme der EH55-Förderung geplant ist – obwohl dadurch 51.000 Wohneinheiten entstehen könnten. Viele sehen in den Vorhaben bisher mehr Symbolik als echte Lösungen. Die Finanzierung bleibt ein offenes Problem.
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Mietpreisbremse bis 2029 verlängert – Bußgelder geplant
Die Mietpreisbremse wird verlängert – bis Ende 2029 gilt weiter: Bei Wiedervermietungen dürfen Mieten nur begrenzt steigen. Doch es gibt Streit über die Wirkung und Forderungen nach strengeren Regeln. Der Bundesrat hat dem Gesetz der schwarz-roten Koalition zugestimmt. Künftig könnte es zudem Bußgelder geben, wenn Vermieter gegen die Bremse verstoßen. Eine Expertenkommission soll bis Ende 2026 Vorschläge machen. Auch Indexmieten, Kurzzeitmieten und möblierte Wohnungen sollen stärker reguliert werden. Die Meinungen in der Anhörung gingen weit auseinander: Immobilienverbände und Ökonomen kritisierten die Verlängerung, Mietervertreter sehen sie als nötig. Eine Ausweitung auf Neubauten ist vorerst nicht geplant. Neu ist, dass Länder begründen müssen, warum sie bestimmte Gebiete weiter als angespannt einstufen. Das Gesetz tritt nach Verkündung in Kraft.
PropTech Germany 2025: Was Start-ups bremst – und was sie stark macht
Die Digitalisierung in der Immobilienbranche kommt nur langsam voran. Die PropTech Germany Studie 2025 zeigt: Viele Start-ups kämpfen mit Hindernissen – doch ESG-Vorgaben und gute Netzwerke bringen Bewegung in den Markt. Laut der Studie von Blackprint und der TH Aschaffenburg bremsen fehlende Ansprechpartner, geringe Offenheit für digitale Lösungen und interne Hürden etablierter Unternehmen den Erfolg von Proptechs. Besonders junge Anbieter mit wenig Bekanntheit haben es schwer. Wer jedoch direkten Zugang zu Entscheidern, ein starkes Netzwerk und eine sichtbare Marke hat, kann sich besser durchsetzen. Die Finanzierung bleibt schwierig – Investoren lassen sich Zeit, und viele Deals werden nicht öffentlich gemacht. Positiv wirkt sich die ESG-Regulatorik aus: Sie steigert die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen und kurbelt so bei vielen Start-ups das Geschäft an.
Staatsverschuldung treibt Bauzinsen – Finanzierung bleibt teuer
Trotz sinkendem Leitzins bleiben die Bauzinsen hoch. Grund ist die Rekordverschuldung der Bundesregierung. Das treibt die Kapitalmarktzinsen nach oben – und macht Immobilienkredite für viele unerschwinglich. Finanzminister Klingbeil plant 2025 mit deutlich mehr Schulden, um Sozialleistungen, Verteidigung und Infrastruktur zu finanzieren. Doch am Kapitalmarkt steigen dadurch die Renditen für Bundesanleihen – und damit auch die Zinsen für Pfandbriefe, die als Grundlage für Baukredite dienen. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank wirkt auf Baufinanzierungen nur indirekt, daher bleibt eine Entlastung durch die EZB aus. Wer bauen oder kaufen will, muss vorerst mit rund 3,5 Prozent Zinsen rechnen – und das trotz politischer Versprechen auf sinkende Finanzierungskosten. Die Folge: Viele Baupläne verzögern sich oder scheitern ganz.
Ein-Euro-Häuser gegen Leerstand – so will Frankreich Dörfer retten
In Frankreich gibt es Häuser für nur einen Euro. Das Ziel: verlassene Orte wiederbeleben. Wer kauft, muss renovieren und bleiben. Ein Konzept mit klaren Regeln – und viel Potenzial für strukturschwache Regionen. Das Modell stammt ursprünglich aus Italien und soll dem Bevölkerungsschwund auf dem Land entgegenwirken. Orte wie Ambert, Roubaix oder Champ-du-Boult bieten günstige Immobilien oder Bauland, verlangen im Gegenzug aber klare Verpflichtungen: Sanierung, Nutzung als Hauptwohnsitz und langfristige Bindung. In Ambert etwa müssen Käufer mindestens drei Jahre bleiben. Besonders gefragt sind Familien. Auch wenn die Preise symbolisch sind, können Verstöße teuer werden. Gleichzeitig steigt die Attraktivität dieser Regionen – mit Charme, Tradition und guter Lebensqualität. Für strukturschwache Städte ist das Modell eine Chance zur Belebung. Frankreich zeigt, wie Wohnen zum Standortfaktor werden kann.