07.05.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Heizungsgesetz: Immobilienbranche fürchtet mehr Bürokratie
Die Eckpunkte des neuen Heizungsgesetzes sind seit Anfang der Woche bekannt. Die Immobilienwirtschaft sieht im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz zwar mehr Klarheit und Planungssicherheit für Investitionen. Gleichzeitig wächst aber die Sorge vor zusätzlichen bürokratischen Vorgaben und und Aufwand.
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bewertet den Entwurf des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes grundsätzlich positiv, da er aus Sicht der Branche mehr Investitionssicherheit schafft. Laut ZIA setzt die professionelle Immobilienwirtschaft bereits auf die Dekarbonisierung ihrer Bestände, weshalb verlängerte Fristen für fossile Heizungen kaum Bedeutung hätten. Kritisch sieht der Verband dagegen zusätzliche Kontrollpflichten bei Klima- und Lüftungsanlagen sowie neuen Energieausweisen. Diese könnten aus Sicht des ZIA den bürokratischen Aufwand erhöhen, ohne spürbare Vorteile für Klimaschutz oder Gebäudeperformance zu bringen. Zudem fehle es weiterhin an belastbaren Berechnungen zu Verfügbarkeit und Kosten klimaneutraler Energieträger. Der Verband fordert deshalb eine schnelle Verabschiedung und langfristig stabile Rahmenbedingungen.
Immobilienfinanzierer erwarten restriktivere Vergabe
Die Stimmung am Immobilienfinanzierungsmarkt hat sich zum Jahresstart deutlich eingetrübt. Kreditinstitute erwarten ein angespannteres Geschäft im Rest des Jahres, da die Vergabekriterien für Kreditnehmer strenger werden.
Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi) ist zum Jahresbeginn 2026 auf minus 9,1 Punkte gefallen und signalisiert wieder restriktivere Finanzierungsbedingungen. Experten bewerten also sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate deutlich negativer. Besonders geopolitische Risiken und steigende Finanzierungskosten belasten die Stimmung. Das Segment Wohnen bleibt dennoch das stabilste Geschäftsfeld und als einzige Nutzungsart im positiven Bereich. Zuletzt wuchs das Kreditneugeschäft der Banken noch deutlich. Zwölf untersuchte Institute vergaben 2025 Finanzierungen im Volumen von 36,9 Milliarden Euro und damit 27 Prozent mehr als im Vorjahr.
Wirtschaftliche Substanz schwindet in immer mehr Regionen
Neue Daten zeigen eine wachsende Investitionsschwäche in Deutschland. In mehreren Regionen reichen die Investitionen inzwischen nicht mehr aus, um bestehende wirtschaftliche Substanz zu erhalten.
Laut aktuellen Zahlen sind die Nettoinvestitionen in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung negativ. Das bedeutet, dass Abschreibungen auf Gebäude, Maschinen und Anlagen die neuen Investitionen übersteigen. Besonders betroffen sind Regionen wie Thüringen, Sachsen-Anhalt, das Saarland und Nordrhein-Westfalen. Ursachen sind neben schwacher Industrieentwicklung auch hohe Kosten, Fachkräftemangel und Bürokratie. Die Daten zeigen zugleich deutliche regionale Unterschiede: Während einige Länder wirtschaftliche Substanz verlieren, bleiben Bayern, Berlin und Brandenburg vergleichsweise investitionsstark. Für die Immobilienbranche sind die Zahlen ein Warnsignal, da sinkende Unternehmensinvestitionen langfristig Einkommen und Kaufkraft schwächen. Das hat starken Einfluss auf Nachfrage und Standortattraktivität und somit auch auf die Wertentwicklung von Immobilien.
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Stromversorgung wird zum neuen Werttreiber bei Immobilien
Steigende Energiekosten und wachsende Netzengpässe verändern die Anforderungen an Immobilienstandorte. Für Investoren und Nutzer wird die Stromversorgung zunehmend zum wichtigen Faktor.
Eine Studie von JLL zeigt, dass Energieversorgung und Netzsicherheit immer stärker über Immobilienwerte entscheiden. Vor allem bei Logistik-, Industrie- und Rechenzentrumsimmobilien gewinnt eine resiliente Strominfrastruktur an Bedeutung. Unternehmen berücksichtigen Stromausfälle zunehmend als Standort- und Betriebsrisiko und zahlen laut der Analyse bereits höhere Mieten für Objekte mit hoher Stromleistung. Während vollständige Energieautarkie oft als unwirtschaftlich gilt, setzen Investoren auf flexible Lösungen mit Photovoltaik, Batteriespeichern und intelligentem Energiemanagement. Der steigende Strombedarf durch KI, Elektromobilität und Automatisierung trifft dabei auf begrenzte Netzkapazitäten. Für Eigentümer und Projektentwickler wird Energie damit zu einem zentralen Faktor bei Vermietung, Projektentwicklung und langfristiger Werthaltigkeit.
Wohngeld-Reform sorgt für Kritik
Die Bundesregierung plant Einsparungen im Bauministerium und nimmt dabei das Wohngeld in den Blick. Kritiker warnen vor weiteren Belastungen für Mieter und neuen Unsicherheiten am Wohnungsmarkt.
Im Zuge geplanter Budgeteinschnitte im Bundeshaushalt soll das Bauministerium eine Milliarde Euro einsparen und prüft dafür eine Neustrukturierung des Wohngeldes. Diskutiert wird unter anderem eine Bündelung staatlicher Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag und Grundsicherung. Mieterbund, Grüne und Linke warnen jedoch vor möglichen Leistungskürzungen und zusätzlichen Belastungen für Haushalte mit niedrigen Einkommen. Der Deutsche Mieterbund fordert, dass sich das Wohngeld weiterhin an den tatsächlichen Wohnkosten orientiert. Gleichzeitig sehen Politiker und Ländervertreter Vereinfachungspotenzial bei der Digitalisierung und Verwaltung der Leistung. Ein konkretes Reformkonzept soll bis Herbst 2026 vorliegen.
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