18.08.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
BGH-Urteil: Verkäufer haften auch für Fehler des Maklers
Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs verdeutlicht die Haftungsrisiken bei Angaben in Maklerexposés. Auch wenn Beschaffenheitsvereinbarungen im Notarvertrag fehlen, haften Verkäufer für öffentlich zugesicherte Eigenschaften, sofern arglistig gehandelt wurde.
Der BGH hat damit seine Rechtsprechung zur Haftung für Exposé-Angaben beim Immobilienkauf präzisiert. Beschreibungen im Maklerexposé stellen zwar nicht automatisch eine vertragliche Beschaffenheitsvereinbarung dar, wenn sie nicht explizit im Notarvertrag stehen. Dennoch zählen sie zu den öffentlichen Äußerungen, die Käufer erwarten dürfen. Ein pauschaler Gewährleistungsausschluss greift bei Verbrauchergeschäften nicht, wenn der Verkäufer oder der beauftragte Makler Mängel verschweigt oder falsche Angaben macht. Im konkreten Fall ging es um ein ausdrücklich als freistehendes Einfamilienhaus angebotenes Objekt. Der Vermerk in der Grundrisszeichnung, dass es sich um ein Wochenendhaus ohne dauerhaftes Wohnrecht handelte, wurde gezielt verdeckt. Die Richter sahen darin eine arglistige Täuschung. Für Eigentümer und Makler unterstreicht die Entscheidung die Notwendigkeit, sämtliche Objektangaben im Exposé vorab sorgfältig auf Richtigkeit zu prüfen.
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Mehr Stornierungen im Wohnungsbau
Trotz leicht gestiegener Baugenehmigungen trüben zunehmende Projektstornierungen die Erholung im Wohnungsbau. Laut einer aktuellen Umfrage stieg der Anteil betroffener Unternehmen im Juli auf 13,1 Prozent.
Die aktuelle Erhebung des Münchner ifo Instituts zeigt ein gemischtes Bild des Wohnungsbaus: Obwohl sich das Geschäftsklima leicht von minus 30,6 auf minus 29,3 Punkte aufhellte und der Mangel an Folgeaufträgen sowie Materialengpässe leicht zurückgingen, stieg der Anteil an Betrieben, die über Stornierungen klagen, von 11,4 auf 13,1 Prozent. Trotz eines Anstiegs der Baugenehmigungen von Januar bis Mai um 15,4 Prozent rechnen die Experten für das Gesamtjahr nur mit 185.000 fertiggestellten Wohnungen, was einem 15-Jahres-Tief entspricht.
Berliner Wohnungsmarkt: Neubauverfehlung treibt Preise
Die verfehlten Neubauziele der Berliner Regierungskoalition verschärfen die Lage auf dem Wohnungsmarkt der Hauptstadt zusehends. Laut einer aktuellen Analyse stiegen die Angebotsmieten in der Hauptstadt seit April 2023 um über 12 Prozent.
Durch das verfehlte jährliche Neubauziel von 20.000 Wohnungen stiegen die Kaltmieten für Bestandswohnungen im Schnitt um 12,2 Prozent auf 14,53 Euro pro Quadratmeter. Zudem verzeichnet Berlin bei den Angebotspreisen für Eigentumswohnungen mit einem Plus von 2,5 Prozent den stärksten Anstieg unter den fünf größten deutschen Städten. Die angespannte Marktlage verlagert den Druck zunehmend ins brandenburgische Umland, wo die Kaufpreise in den acht angrenzenden Landkreisen um durchschnittlich 8,2 Prozent anzogen.
Büros zu Wohnungen umbauen: Bürokratie begrenzt Potenzial
Die Umwandlung leerstehender Büros und Gewerbeflächen in Wohnraum bietet in der Theorie Chancen gegen die Wohnungsnot. In der Praxis stehen aber hohe bauliche Auflagen, fehlender Kündigungsschutz im Gewerberecht und Genehmigungspflichten im Weg.
Eine Umwidmung erfordert oft umfangreiche bauliche Anpassungen sowie eine behördliche Genehmigung zur Nutzungsänderung. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften ist zudem die Zustimmung aller Eigentümer zwingend erforderlich. Zwar fördert das Bundesbauministerium 2026 entsprechende Umbaumaßnahmen zum Effizienzhaus 85 mit 300 Millionen Euro, doch scheuen Eigentümer oft den Schritt. Ein Hauptgrund ist das strengere Wohnraummietrecht mit umfassendem Kündigungsschutz und Kündigungsbeschränkungen im Vergleich zum Gewerbemietrecht sowie das Fehlen eines automatischen Rechtsanspruchs auf eine spätere Rückumwandlung in Gewerbefläche.
In eigener Sache: Wellinger wird immowelt CFO
Andreas Wellinger übernimmt ab 15. August 2026 die Position des Chief Financial Officer, um das geplante Wachstum und den Ausbau von Marktanteilen datengestützt voranzutreiben.
Wellinger kommt vom Beauty-Portal Treatwell und bringt über 15 Jahre internationale Erfahrung in der Finanz- und Digitalwirtschaft mit, darunter Stationen im Investmentbanking bei Morgan Stanley sowie bei der Immobilienplattform HAUSGOLD. immowelt CEO Theo Mseka betont, dass Wellingers Expertise in der Skalierung digitaler Plattformen und auf dem Immobilienmarkt entscheidend für den Ausbau von Marktanteilen sei. Wellinger ergänzt das siebenköpfige Management-Team um Mseka, das in den letzten zwölf Monaten gezielt neu aufgestellt wurde.
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