21.08.2026
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Jede 4. Stadt erhöht Grundsteuer-Hebesätze
In mehr als jedem vierten untersuchten Kommunalbezirk ist der Hebesatz für die Grundsteuer im Jahr 2026 gestiegen. Damit setzt sich der Trend steigender Wohnnebenkosten fort, was Eigentümer wie Mieter gleichermaßen trifft. In einem Bundesland ist der Anstieg besonders auffällig.
Eine Auswertung des Bundes der Steuerzahler für 200 größere Städte belegt, dass 56 Kommunen ihre Hebesätze bei der Grundsteuer B im Jahr 2026 angehoben haben. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt in Nordrhein-Westfalen, wo fast die Hälfte der untersuchten Städte Erhöhungen vornahm. Trotz des ursprünglichen Versprechens einer aufkommensneutralen Reform nutzen klamme Kommunen die Grundsteuer vermehrt zur Konsolidierung ihrer Haushalte. Das geplante Pro-Kopf-Aufkommen reicht von 95 Euro in Greifswald bis zu 411 Euro in Darmstadt.
Verwalter zwischen Rendite und Belastungsprobe
Die deutschen Immobilienverwaltungen befinden sich auf einem deutlichen Wachstumskurs, stoßen jedoch zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Das aktuelle VDIV-Branchenbarometer belegt hohe Umsatzrenditen, während akuter Personalmangel die Betriebe zur Selektion ihrer Mandate zwingt.
Laut dem VDIV-Branchenbarometer 2026 wächst die Immobilienverwalterbranche deutlich stärker als der breite Mittelstand. Die befragten Verwaltungen steigerten ihren Umsatz im vergangenen Jahr im Schnitt um 7,7 Prozent und erzielten eine durchschnittliche Umsatzrendite von 13,4 Prozent. Haupttätigkeitsfeld bleibt mit über 93 Prozent die WEG-Verwaltung, gefolgt von der Mietverwaltung. Trotz der positiven Ertragslage klagen 62,1 Prozent der Unternehmen über personelle Überlastung. Um die operative Handlungsfähigkeit zu sichern, trennt sich ein Großteil der Verwalter gezielt von unrentablen oder arbeitsintensiven Eigentümergemeinschaften. Für das laufende Jahr planen die Betriebe zudem eine deutliche Erhöhung der Regelvergütung um 9,1 Prozent pro Einheit.
Krise der Autobauer belastet Immobilienpreise
Die wirtschaftlichen Probleme der großen deutschen Automobilkonzerne schlagen spürbar auf die regionalen Immobilienmärkte durch. Auswertungen zeigen eine unterdurchschnittliche Preisentwicklung und sinkende Nachfrage an zentralen Standorten der Branche.
Laut Daten des Portals immowelt geraten die Immobilienmärkte in großen Automobilstandorten wie Ingolstadt, Wolfsburg und Stuttgart unter Druck. Stellenabbau und Sparrunden bei Herstellern wie Volkswagen, Audi und Mercedes-Benz verunsichern potenzielle Käufer und bremsen die Nachfrage nach Eigentumswohnungen spürbar. Während sich der Mietmarkt für Häuser noch stabil zeigt, entwickeln sich die Angebotspreise für Kaufobjekte in allen betroffenen Autostädten schwächer als der Bundesdurchschnitt. Fachleute weisen darauf hin, dass die Anfälligkeit des Marktes stark vom Grad der lokalen Monostruktur abhängt, wobei Standorte wie Wolfsburg besonders gefährdet erscheinen.
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Immobilienerbe am See: Steuerlast treibt Verkäufe an
Stark gestiegene Bodenrichtwerte und hohe Erbschaftssteuern zwingen immer mehr Immobilienerben zum zügigen Verkauf begehrter Seegrundstücke. Die hohe Steuerlast lässt sich oft nur durch die Veräußerung der Millionen-Objekte innerhalb kurzer Fristen finanzieren.
Laut Einschätzungen des Münchner Nobel-Maklers Riedel Immobilien steht dem Markt für exklusive Seegrundstücke eine Verkaufswelle bevor. Nach einer Verdreifachung der Immobilienpreise im Premiumsegment zwischen 2010 und 2022 stoßen Erben finanziell an ihre Grenzen. Ursache ist die Steuerpraxis der Finanzbehörden, die sich an stark gestiegenen offiziellen Bodenrichtwerten orientieren und Freibeträge von 400.000 Euro pro Elternteil schnell übersteigen. Da die Steuer auf Basis dieser Richtwerte berechnet wird – unabhängig vom tatsächlichen Verkaufserlös –, nutzen Erben vermehrt die Ein-Jahres-Frist für eine stichtagsnahe Veräußerung. Zusätzlich beschränken kommunale Vorkaufsrechte die Transaktionsabwicklung im Spitzensegment.
Vermögensverteilung: Kluft sinkt, doch Ost-West-Gefälle bleibt
Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist die Vermögensungleichheit in Deutschland seit 15 Jahren leicht rückläufig. Kräftige Realeinkommenszuwächse und eine gesunkene Verschuldung stützen diese Entwicklung, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt.
Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass die Schere zwischen Arm und Reich seit der Finanzkrise 2008 leicht zurückgeht. Hauptgründe für diese Entwicklung sind gestiegene Realeinkommen sowie eine gesunkene Bürgerverschuldung infolge der vergangenen Niedrigzinsphase. Im europäischen Vergleich verbleibt die gemessene Ungleichheit dennoch auf einem hohen Niveau, worin sich auch das Fehlen von Rentenansprüchen in den Vermögensstatistiken widerspiegelt. Zudem bestehen deutliche regionale Disparitäten: Das durchschnittliche Nettovermögen in Süddeutschland ist mit 442.100 Euro mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie in Ostdeutschland mit 169.100 Euro.
Korruption und Betrug: Lebenslange Haft für chinesischen Immobilienmogul
Ein Gericht im chinesischen Shenzhen hat den Gründer des insolventen Immobilienkonzerns Evergrande zu lebenslanger Haft verurteilt. Neben der vollständigen Beschlagnahme seines Vermögens wurden zudem Milliardengeldstrafen gegen den einstigen Branchenriesen verhängt.
Das chinesische Gericht hat den Gründer des zusammengebrochenen Baukonzerns Evergrande, Xu Jiayin, wegen Korruption, Finanzbetrugs und Untreue zu lebenslanger Haft sowie zur Beschlagnahme seines gesamten Eigentums verurteilt. Unter der Führung des Geschäftsmannes wurden über Jahre hinweg Vermögenswerte aufgebläht und Schulden verschleiert. Fünf weitere Führungskräfte erhielten Haftstrafen zwischen 6 und 18 Jahren. Zudem verhängten die Richter Geldstrafen in Höhe von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro gegen den Konzern und seine Immobiliensparte. Evergrande galt lange Zeit als größter Akteur im chinesischen Immobiliensektor, bevor der hochverschuldete Konzern im Jahr 2021 Insolvenz anmelden musste.
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