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Immobilienvideos: Wie Sie mehr Anfragen für Ihre Objekte gewinnen
Alles zu Videoformaten, Equipment, Aufwand und Kosten
7 Minuten Lesedauer
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Wer durch seinen Instagram-Feed scrollt, stößt früher oder später auf Roomtouren, bei denen Makler durch Häuser und Wohnungen führen. Aber nutzen Immobilienvideos wirklich der Vermarktung? Und wie gehen Makler das Thema an, wenn sie mit Kurzvideos auf Social Media starten wollen?
Zwei Experten – Kaya Lippert, Marketingmanagerin beim Maklerbüro Block & Klippel in Kiel, und Jonas Jankowski, Geschäftsführer der Video- und Social-Media-Agentur Janko.Media aus Koblenz – teilen ihre Erfahrungen und geben wertvolle Tipps für Immobilienmakler.
Wer Social Media bereits aktiv als Marketingkanal nutzt, weiß, dass die Content-Erstellung viel Zeit beanspruchen kann. Lohnt es sich, weitere Stunden in Videos zu investieren? Bewegte Inhalte garantieren keinen Verkauf, aber sie können so viel Aufmerksamkeit für ein Objekt erzeugen, dass sich die Nachfrage erhöht und damit die Verkaufschancen steigen.
Das Beispiel des regional aktiven Maklerbüros Block & Klippel zeigt es: Seit April 2025 ist Marketingmanagerin Kaya Lippert an Bord. Instagram-Reels gehören seitdem fest zur Social-Media-Strategie, die Zahl der Follower stieg innerhalb eines Jahres von 800 auf 5.500. Fast jede Immobilie präsentieren ihre Maklerkollegen nun bei einer Roomtour. Nicht jedes Reel sorge für einen Nachfrageboom, aber „wir verkaufen jede zweite bis dritte Immobilie über Social Media“, sagt Kaya Lippert. Manchmal sei die Resonanz so groß, dass ein Aufnahmestopp für Besichtigungen notwendig sei.
Es muss nicht immer eine Roomtour, also eine Führung durch die Immobilie, sein. Videograf Jonas Jankowski erstellt mit seiner Agentur Janko.Media im Auftrag von Maklern Werbefilme für hochwertige Objekte. Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: „Als Immobilienmakler verkaufst du nicht über den Preis, sondern über Emotionen.“
Die von ihm produzierten Reels erzählen eine Geschichte. Da fährt etwa ein Paar im Land Rover am abgeschiedenen Gutshof vor, lässt sich einen Espresso aus der Porsche-Kaffeemaschine, spaziert über das weitläufige Grundstück mit Weiher und entspannt in der hauseigenen Sauna. „Wir zeigen das Leben, das der Zuschauer in der Immobilie leben könnte“, sagt Jonas Jankowski.
Diese Art von Trailer erzeuge Neugier und bei manchem Interessenten das Gefühl, etwas verpassen zu können: „Für Makler sind Videos ein Door Opener.“ Für einen erfolgreichen Abschluss sei anschließend entscheidend, dass der weitere Vertriebsweg professionell und engagiert abläuft: „Das Video reißt es nicht raus, wenn die Vermarktung an sich nicht stimmt.“
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Auf den besonders beliebten Social-Media-Plattformen in Deutschland – Instagram, Facebook und TikTok – ist Videocontent weit verbreitet. TikTok und Instagram eignen sich besonders für aufmerksamkeitsstarke Formate. Auf YouTube sind neben sogenannten Shorts vor allem längere Formate zu finden, die ausführliche Besichtigungstouren ermöglichen. LinkedIn wird vor allem im beruflichen und unternehmerischen Kontext genutzt. Es kann für gewerbliche Objekte und Kapitalanlagen interessant sein. Welche Plattform Sie wählen, hängt letztlich von den Immobilien, die Sie vermarkten, und von Ihrer Zielgruppe ab.
Als meistgenutztes Netzwerk bietet sich besonders Instagram für Immobilienmakler an. Viele Nutzer befinden sich in einem Alter, in dem der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses ein Thema ist. Neben Reels können Sie auch Bilder und Karussell-Posts im Feed veröffentlichen. Außerdem gibt es die „Story“-Funktion mit kurzen, tagesaktuellen Clips, in der Sie Ihr Immobilienvideo anteasern können.
Mehr zum Thema: Erfahren Sie in einem weiteren Blogbeitrag, mit welchen Best Practices Sie als Immobilienmakler erfolgreich auf Social Media unterwegs sind.
Aktuell sind Roomtouren sehr beliebt auf Plattformen wie Instagram. Dabei führt der Makler im Video durch die Immobilie. „Die Leute wollen nicht nur das Haus sehen, sondern auch die Person, die es vorstellt“, sagt Kaya Lippert.
Dank dieses Rundgangs erhalten User einen Eindruck von der Immobilie. Integrierte Drohnenaufnahmen vermitteln Lage und Grundstücksgröße. „Bei stark renovierungsbedürftigen Häusern blenden wir manchmal KI-generierte Stagingfotos ein. So sehen die User, wie das Haus aussehen könnte, wenn es renoviert ist“, erzählt Kaya Lippert. Bei Neubauprojekten ermöglichen Visualisierungen und Videos von der Baustelle erste Einblicke.
Mehr zum Thema: In unserem Blogbeitrag „Immobilienfotos mit ChatGPT Image 2 bearbeiten“ erfahren Sie unter anderem, wie Sie Stagingfotos erstellen können.
Sie zeigen die Immobilie nicht so, wie sie ist, sondern setzen sie in Szene. Das Objekt wird zur Kulisse einer Story. „Models bringen Leben ins Video, denn leere Räume vermitteln Stille und es können kaum Emotionen entstehen“, sagt Videograf Jonas Jankowski. Eine hochwertige Einrichtung oder Staging schaffen Atmosphäre. Die Highlights der Immobilie werden betont, ohne jeden Raum zu präsentieren, meint der Agenturchef: „Ich würde niemals sagen: ‚Lass uns noch die Gästetoilette mit reinnehmen.‘ Außerdem würde ich einige Highlights für die Besichtigung lassen, damit der Kunde vor Ort noch neue, positive Eindrücke gewinnt.“
Damit Ihr Social-Media-Kanal nicht zum reinen Werbekanal wird, empfiehlt es sich, auch andere Formate als solche zur Vermarktung einzelner Immobilien anzubieten. Zum Beispiel Erklärvideos, die sich thematisch an Eigentümer oder Verkäufer richten können.
Wie arbeiten Sie als Immobilienmakler? Wie sieht Ihr Alltag aus? Wie ist die Atmosphäre in Ihrem Team? Nehmen Sie Ihre User mit hinter die Kulissen. So zeigen Sie Persönlichkeit und heben sich mit Ihrer Art von Mitbewerbern ab. Witzige und unterhaltsame Videos lockern Ihren Feed auf.
Der Aufwand hängt von Ihrer Erfahrung im Filmen und Schneiden ab. Als Einsteiger werden Sie einige Stunden benötigen, um sich eine Story für Ihr Immobilienvideo zu überlegen, eine Roomtour zu drehen und das Material im Anschluss zu schneiden.
Marketingmanagerin Kaya Lippert, die darin erfahren ist, plant mit einer halben Stunde für die Konzeption, einer Stunde Dreh in der Immobilie und einer bis anderthalb Stunden Schnitt – also rund drei Stunden. Im Anschluss geht das Video zur Freigabe an die Eigentümer und wird auf Instagram gepostet.
Einsteigern empfiehlt sie, die Produktion nicht zu perfektionistisch anzugehen: „Natürlich müssen der Ton und das Licht stimmen, aber ansonsten ist für den Zuschauer Authentizität wichtiger als ein supertoller Schnitt.“ Und es sei auch normal, am Anfang einige Takes mehr vor der Kamera zu benötigen.
Da Kameras hochwertiger Smartphones heutzutage eine ordentliche Qualität liefern, benötigen Sie nicht unbedingt teures Videoequipment. Kaya Lippert dreht mit einem iPhone der neuesten Generation. Außerdem nutzt sie für Immobilienaufnahmen ein externes Mikrofon für den Makler und ein Videolicht, um Innenräume zu beleuchten. „Wir haben auch eine Spiegelreflex und eine Vlogging-Kamera, aber authentischer wirken schnelle Handyvideos“, sagt sie. Wenn Sie alleine filmen und vor der Kamera erscheinen möchten, was persönlicher wirkt, sollten Sie auch an ein Stativ denken. Besser geht’s aber natürlich zu zweit, weil Sie sich dann durch die Immobilie bewegen können. Außerdem benötigen Sie eine Software für den Schnitt, zum Beispiel CapCut, das als App und Desktop-Software verfügbar ist.
Die Honorare von freiberuflichen Videografen und Video-Agenturen variieren. Da zudem jede Immobilie und jedes Video individuell ist, lässt sich keine verbindliche Aussage treffen. Als Orientierung nennt Jonas Jankowski folgende Honorare: Bei Immobilien ab 500.000 Euro sollte das Budget des Immobilienmaklers bei mindestens 1.000 Euro liegen. Bei Immobilien ab einer Million Euro Verkaufspreis müssten sie mit 2.000 bis 3.500 Euro rechnen und bei hochpreisigen Objekten ab drei Millionen Euro mit 5.000 bis 10.000 Euro.
Ein User hat das Reel angeschaut, die Immobilie erscheint ihm vielversprechend, aber wie kommt er an das Exposé? Zeigen Sie Interessenten am Ende des Videos oder in der Caption den weiteren Weg auf. Bieten Sie ihm beispielsweise an, einen Besichtigungstermin über Telefon zu vereinbaren oder das Exposé über eine Direktnachricht, eine E-Mail oder einen Kommentar anzufragen. Machen Sie es Usern dabei so einfach wie möglich, mit Ihnen in Kontakt zu treten.
Block & Klippel beispielsweise fordert Interessenten in Videos dazu auf, mit einem Wort wie dem Stadtteil der Immobilie zu kommentieren, um das Exposé anzufordern. Diese Interaktion der User erhöht die Reichweite des Reels. Im Anschluss erhalten die Interessenten über eine Instagram-Nachricht den Link zur Immobilienanzeige und können eine Besichtigung anfragen.
Oft verraten wir den Preis nicht im Video. Wenn die Leute direkt sehen, dass die Immobilie über 500.000 Euro kostet, sind sie sofort weg. Das Engagement geht runter, es gibt keine Kommentare. Wenn wir den Preis aber offenhalten, kommentieren sie, weil sie den Preis erfahren möchten.
Kaya Lippert, Marketingmanagerin bei Block & Klippel
Viele Makler posten bereits Immobilienvideos zur Vermarktung, doch branchenweit durchgesetzt hat sich Videocontent noch nicht – sei es, weil Makler Aufwand oder Kosten scheuen, nicht gerne selbst vor der Kamera stehen oder unsicher sind, ob Social-Media-Videos für sie wirklich funktionieren. Diese Situation können Sie gezielt für sich nutzen, indem Sie diese Lücke besetzen. Und zwar nicht nur, um die Nachfrage nach Immobilien mit Videocontent zu erhöhen, sondern auch, um ein Leistungsangebot für Eigentümer zu schaffen, mit dem Sie sich vom Wettbewerb abheben. Ob Sie eher auf Do-it-yourself setzen oder sich professionelle Unterstützung holen: Wer Immobilienvideos strategisch einsetzt, gewinnt mehr Sichtbarkeit, steigert das Interesse an Objekten und überzeugt verkaufsbereite Eigentümer.
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