15.09.2025
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Nach EZB-Zinspause: Käufer müssen mit steigenden Finanzierungskosten rechnen
Die Europäische Zentralbank hält die Leitzinsen stabil, doch Experten warnen: Baufinanzierungen könnten bald deutlich teurer werden. Schon jetzt steigen die Zinsen langsam an. Wer mit einem Immobilienkauf liebäugelt, sollte nicht zu lange warten.
Finanzierungsexperten sehen die aktuelle Zinspause der EZB als Signal für langfristig steigende Bauzinsen. Derzeit liegt der durchschnittliche Zinssatz für zehnjährige Darlehen bei 3,71 Prozent – höher als noch im Sommer. Strukturelle Faktoren wie ein starker Euro, sinkende Energiepreise und angepasste Fiskalpolitik sprechen gegen weitere Lockerungen. Gleichzeitig treiben höhere Staatsverschuldung und Sonderinvestitionen die Renditen der Bundesanleihen und damit die Bauzinsen nach oben. Mehr als zwei Drittel der Banken rechnen laut Umfrage mit Werten von bis zu vier Prozent. Käufer, die abwarten, riskieren nicht nur steigende Raten, sondern auch wieder anziehende Immobilienpreise.
Weiterlesen auf Handelsblatt.com
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.
BEWERBUNGSPHASE STARTET
Zeigen Sie, was in Ihnen steckt!
Der Deutsche Immobilienpreis startet in eine neue Runde. Nutzen Sie jetzt die Chance, Ihr Team, Ihr Projekt oder Ihre eigene Leistung auf das nächste Level zu heben.
Umbau statt Neubau: Bestand wird zum Stabilitätsanker der Baubranche
Immer häufiger werden bestehende Gebäude umgenutzt, anstatt neu zu bauen. Laut Greyfield-Index ist inzwischen fast jede zweite Baugenehmigung eine Maßnahme im Bestand. Der Trend könnte den Neubau schon bald überholen.
Die Greyfield-Gruppe, ein Projektentwickler und Beratungsunternehmen, zeigt in ihrer aktuellen Auswertung, dass Umnutzung und Bauen im Bestand stark an Bedeutung gewinnen. Während die Zahl der Neubauaktivitäten 2025 voraussichtlich um 22 Prozent auf 182.000 sinkt, bleiben die Maßnahmen im Bestand mit 136.000 nahezu stabil. Damit entfällt inzwischen fast jede zweite Baugenehmigung auf den Umbau vorhandener Gebäude. Besonders in Nordrhein-Westfalen, etwa in Städten wie Bochum, Essen und Düsseldorf, ist der Bestand bereits dominierend. Ursachen für diesen Wandel sind Ressourcen- und Klimaschutz, fehlende Neubauflächen, flexible Nutzungsanforderungen sowie hohe Baukosten und Zinsen. Geht die Entwicklung so weiter, könnte der Bestand den Neubau spätestens 2028 bundesweit überholen.
Immobilienverwalter rechnen mit Umsatzwachstum
Die Branche der Immobilienverwalter blickt optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Digitale Prozesse und steigende Anforderungen treiben Umsätze und Investitionen. Gleichzeitig wächst der Druck, Honorare anzupassen und unrentable Mandate abzugeben.
Laut Branchenbarometer 2025 des Verbands der Immobilienverwalter (VDIV) erwarten Immobilienverwaltungen ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 7,8 Prozent. Kleinere Unternehmen profitieren vor allem vom Ausbau ihres Bestands und Honorarerhöhungen, während größere Firmen durch Digitalisierung und Skaleneffekte ihre Effizienz steigern. Rund 8 Prozent des Umsatzes investieren die Verwalter in IT, insbesondere in ERP-Systeme, wobei Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Honoraranhebungen von bis zu 17 Prozent bei kleineren Immobilien sollen die steigenden Kosten ausgleichen. Viele Unternehmen reagieren zudem auf mangelnde Rentabilität, indem sie unprofitable oder zeitintensive Mandate abgeben. Laut VDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler ist die Profitabilität der entscheidende Faktor für die Zukunft der Branche.
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.
Hohe Gewinne für Gasnetzbetreiber – Verbraucher zahlen die Zeche
Regionale Gasnetzbetreiber erzielen Traumrenditen von teils 50 Prozent. Möglich macht das ihre Monopolstellung, während Verbraucher durch steigende Netzentgelte stärker belastet werden. Experten fordern nun eine schärfere Regulierung.
Laut einer Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) erzielten 19 große Gasnetzbetreiber 2023 Eigenkapitalrenditen von durchschnittlich 22 Prozent, bei einigen Firmen sogar bis zu 50 Prozent. Die Gewinne entstehen über Netzentgelte, die Verbraucher über ihre Gasrechnungen tragen müssen. 2025 sind diese Entgelte im Schnitt um 22 Prozent gestiegen, was einen Mehrbetrag von rund 80 Euro pro Jahr für einen Einfamilienhaushalt bedeutet. Obwohl die Bundesnetzagentur einen Richtwert von etwa 5 Prozent vorgibt, liegen die tatsächlichen Renditen seit Jahren deutlich darüber. Neben der Monopolstellung der Betreiber tragen staatliche Fehlanreize und umgelegte Gewerbesteuern zu den Übergewinnen bei. Der BNE fordert deshalb eine strengere Regulierung, um Verbraucher zu entlasten und fossile Netze nicht künstlich attraktiv zu halten.
Bezahlbares Wohnen: Linken-Chef fordert Grundgesetzänderung
Linken-Parteichef Jan van Aken bringt das Grundrecht auf Wohnen erneut in die politische Diskussion. Angesichts wachsender Wohnungslosigkeit und steigender Mieten fordert er eine Verankerung im Grundgesetz. Doch die Umsetzung stößt auf hohe Hürden und Kritik.
Bereits 2020 hatte die Linke einen Gesetzesentwurf für ein Grundrecht auf Wohnen eingebracht, der jedoch scheiterte. Nun fordert Parteichef Jan van Aken, das Recht auf Wohnen ins Grundgesetz aufzunehmen, um bezahlbaren Wohnraum einklagbar zu machen. Hintergrund sind steigende Mieten, zunehmende Wohnungslosigkeit und ein Rückgang des sozialen Wohnungsbaus, besonders in Ballungsräumen. Laut Wohnungslosenhilfe sind mehr als 600.000 Menschen betroffen. Für eine Grundgesetzänderung wäre allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig, was als äußerst schwierig gilt. Zudem bleibt unklar, wie ein solches Grundrecht praktisch umgesetzt werden könnte. Kritiker aus der Wohnungswirtschaft warnen vor ideologischen Debatten und fordern stattdessen konkrete Maßnahmen für mehr Neubau.
Aktuelle Beiträge
MagazinImmobilienmarkt 2025 Market Briefing

