15.05.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bundesbaugesellschaft spaltet Politik und Branche
Die Bundesregierung prüft eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft, um Neubauten günstiger zu finanzieren. Doch das Vorhaben stößt auf Widerstand aus Politik und Bauwirtschaft und wirft verfassungsrechtliche Fragen auf.
Finanzminister Lars Klingbeil treibt die Idee einer Bundeswohnungsbaugesellschaft voran, die mithilfe günstiger Finanzierung und serieller Bauweise die Neubaukosten senken soll. Nach Berechnungen der SPD-nahen Denkfabrik Dezernat Zukunft könnten die Finanzierungskosten um mehr als 1,5 Prozentpunkte sinken. Dadurch ließen sich Neubau-Mieten im Vergleich zum frei finanzierten Markt deutlich reduzieren. Vorgesehen ist keine staatliche Baufirma, sondern eine schlanke Gesellschaft mit Beteiligung privater Investoren, die Projekte entwickelt und ausschreibt. Kritik kommt jedoch aus Union, Grünen und Bauwirtschaft. Sie bezweifeln den Nutzen zusätzlicher Strukturen und fordern stattdessen schnellere Genehmigungen sowie bessere Förderbedingungen. Zudem steht das Vorhaben wegen der Zuständigkeit der Länder beim Wohnungswesen vor hohen verfassungsrechtlichen Hürden.
Neues Heizungsgesetz auf den Weg gebracht
Nach langem Hin und Her hat die Bundesregierung das neue Heizungsgesetz auf den Weg gebracht. Das Kabinett einigte sich auf einen Gesetzesentwurf. Dieser lockert zentrale Vorgaben des alten Heizungsgesetzes. Für Eigentümer und Vermieter soll der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen weiterhin möglich bleiben.
Die Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, entfällt. Auch das bisher vorgesehene Verbot von Öl und Gasheizungen ab 2045 wurde gestrichen. Stattdessen setzt die Bundesregierung auf eine sogenannte Bio-Treppe. Ab 2029 sollen fossile Heizungen schrittweise mit höheren Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. Zudem sollen CO₂-Kosten und Gasnetzentgelte künftig zwischen Mietern und Vermietern geteilt werden. Die Regierung rechnet laut Gesetzentwurf mit milliardenschweren Entlastungen für Bürger und Unternehmen. Der Industrieverband BDI begrüßte die Reform wegen der höheren Planungssicherheit. Der Bundestag muss dem neuen Gesetz noch zustimmen.
Bauzinsen könnten bald weiter steigen
Vor der nächsten EZB-Sitzung wächst die Sorge vor steigenden Zinsen. Experten sehen derzeit kaum Spielraum für günstigere Immobilienfinanzierungen.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel hält eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Juni für zunehmend wahrscheinlich. Hintergrund sind steigende Inflationsrisiken infolge hoher Energiepreise und der angespannten Lage im Nahen Osten. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten treibt bereits die Renditen von Staatsanleihen nach oben und hält die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bei rund vier Prozent. Laut dem Interhyp-Bankenpanel rechnen viele Experten langfristig sogar mit weiter steigenden Finanzierungskosten. Für Immobilienkäufer und Makler könnte damit die Hoffnung auf deutlich günstigere Finanzierungen platzen. Die EZB selbst zeigt sich bislang vorsichtig und will weitere Daten zur Inflation und Konjunkturentwicklung abwarten.
Bundesregierung prüft Einschnitte beim Wohngeld
Die Bundesregierung sucht nach Einsparungen im Haushalt und nimmt dabei auch das Wohngeld in den Blick. An der Höhe der Unterstützung soll laut Bauministerium aber grundsätzlich festgehalten werden.
Das Bundesbauministerium will das Wohngeld neu strukturieren, um die Sparvorgaben der Bundesregierung zu erfüllen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Ausgaben seit der Wohngeldreform 2023. Damals wurden sowohl die Zuschüsse als auch der Kreis der Berechtigten deutlich ausgeweitet. Seinerzeit stiegen die Kosten von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf rund 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2025. Konkrete Kürzungen nennt das Ministerium bislang nicht. Gleichzeitig kündigt die Behörde an, die Förderprogramme für Neubau und Wohnungsbau künftig zu vereinfachen und neu zu ordnen. Ein entsprechendes Konzept erarbeitet das Ministerium gemeinsam mit der KfW.
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LEG erhöht Mieten und baut Schulden ab
Deutschlands zweitgrößter Vermieter profitiert weiter von der hohen Nachfrage nach Wohnungen. Gleichzeitig setzt der Konzern auf Verkäufe, um seine Verschuldung zu senken.
Der Immobilienkonzern LEG hat im ersten Quartal steigende Mieteinnahmen erzielt und seine Jahresprognose bestätigt. Die Nettokaltmieten legten im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 237,1 Millionen Euro zu, die Durchschnittsmiete stieg auf 7,15 Euro pro Quadratmeter. Die Leerstandsquote blieb mit 2,4 Prozent niedrig. Trotz rückläufiger operativer Mittelzuflüsse hält LEG an seinem Ziel fest, 2026 ein Rekordergebnis zu erreichen. Gleichzeitig will der Konzern seine Verschuldung weiter reduzieren und setzt dafür auch auf Wohnungsverkäufe. Wie Konkurrent Vonovia rechnet LEG zudem mit steigenden Immobilienpreisen und einer Aufwertung des Portfolios im Jahresverlauf.
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