08.06.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Baustandards auf dem Prüfstand: Regierungsgremium drängt auf Vereinfachung
Der Wohnungsneubau kommt nicht in Schwung und die Kosten bleiben hoch. Nun fordert ein Beratungsgremium der Bundesregierung einen grundlegenden Kurswechsel bei Baustandards. Das könnte den Wohnungsbau deutlich verändern.
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) spricht sich für eine deutliche Vereinfachung von Baustandards aus, um den Wohnungsbau günstiger zu machen. In einem Positionspapier empfiehlt das Gremium, baurelevante DIN-Normen in verschiedene Qualitätsstufen zu unterteilen und eine einfache Ausführung als künftige Grundausstattung festzulegen. Höhere Komfortstandards könnten dann individuell vereinbart werden. Nach Einschätzung von Fachleuten ließen sich so bis zu zehn Prozent der Herstellungskosten einsparen. Hintergrund ist die anhaltende Krise im Wohnungsneubau. Laut Artikel wurden im vergangenen Jahr nur gut 200.000 Wohnungen fertiggestellt. Der NKR fordert zudem mehr Rechtssicherheit für Bauherren und Unternehmen, die von etablierten Standards abweichen wollen.
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EU fordert Kurswechsel für mehr Neubau
Der Wohnungsbau in Deutschland steckt weiter in der Krise. Nun fordert die EU-Kommission umfassende Reformen und warnt vor Maßnahmen, die den Neubau zusätzlich ausbremsen könnten.
In ihrem aktuellen Länderbericht stellt die EU-Kommission Deutschland ein schlechtes Zeugnis beim Wohnungsbau aus. Die Investitionen seien 2025 bereits das fünfte Jahr in Folge gesunken und lägen insgesamt 20 Prozent unter dem Niveau von 2020. Nach Angaben des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft GdW warnt Brüssel ausdrücklich davor, den Wohnungsmangel mit weiteren Mietregulierungen bekämpfen zu wollen. Stattdessen empfiehlt die EU-Kommission einfachere Verwaltungsverfahren, schnellere Genehmigungen, niedrigere Baukosten und eine bessere Flächenmobilisierung. Auch ein einfacher Gebäudestandard nach dem Vorbild des Gebäudetyps E wird als möglicher Hebel genannt. Die Bundesregierung sei nun gefordert, die Empfehlungen in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.
Neue Recyclingpläne könnten Bauprojekte verändern
Die Bundesregierung will Rohstoffe besser nutzen und Abfälle vermeiden. Davon könnte auch die Baubranche betroffen sein, denn bei öffentlichen Bauprojekten sollen neue Kriterien gelten.
Die Bundesregierung hat ein Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft verabschiedet. Mit zwölf Maßnahmen bis Ende 2027 soll erreicht werden, dass Materialien länger genutzt und mehr Rohstoffe wiederverwertet werden. Geplant sind unter anderem Fördergelder für neue Recyclinglösungen sowie bessere digitale Informationen zu Produkten und Materialien. Zudem soll der Staat bei seinen Einkäufen und Bauprojekten stärker auf langlebige und wiederverwertbare Produkte achten. Für die Umsetzung stehen zunächst 260 Millionen Euro bereit. Die geplanten Maßnahmen könnten auch Auswirkungen auf die Bauwirtschaft haben, etwa bei der Auswahl von Baustoffen und bei öffentlichen Ausschreibungen. Quelle: Bundesregierung.
Industrie warnt vor neuer Heizungswende
Die Bundesregierung will das Heizungsgesetz neu aufstellen. Doch ausgerechnet Verbände, die eine Reform gefordert hatten, äußern nun erhebliche Bedenken.
Die Pläne von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche für ein neues Heizungsgesetz stoßen auf Widerstand aus der Industrie. Mehrere Verbände warnen davor, bewährte Vorgaben aufzugeben und neue Unsicherheit zu schaffen. Kritisiert wird unter anderem, dass die angekündigte Technologieoffenheit Investitionen verzögern und die Wärmewende bremsen könnte. Die Verbände fordern stattdessen verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Unternehmen und Verbraucher. Die Diskussion zeigt, wie umstritten die Neuausrichtung des Gebäudeenergiegesetzes bleibt, obwohl die bisherige Regelung von vielen Wirtschaftsvertretern ebenfalls kritisiert worden war.
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