04.08.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Brandbrief ans Kanzleramt: Verbände warnen vor Wohnungsbau-Kollaps
Das Verbändebündnis Wohnungsbau warnt Kanzler Merz vor einem massiven Einbruch im Wohnungssektor. Kürzungen im Bundeshaushalt 2027 könnten den Neubau zusätzlich belasten.
2025 wurden bundesweit nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr und damit der niedrigste Stand seit 2012. Geplante Haushaltskürzungen von rund 1,4 Milliarden Euro für 2027 könnten die Lage weiter verschärfen. Deutschlandweit fehlen jetzt schon etwa 1,4 Millionen Wohnungen. Als Ausweg gilt die Umnutzung leerstehender Büros: Bis zu 150.000 neue Wohnungen wären laut Experten möglich, wie ein Umbauprojekt in Konstanz mit 98 neuen Wohnungen zeigt.
Fördertopf leer: Zuschüsse für barrierefreien Umbau gestoppt
Das Förderprogramm 455-B für barrierefreien Umbau ist schon nach vier Monaten leer. Für Bestandshalter und Verwalter ändert sich damit die Finanzierung geplanter Modernisierungen.
Das KfW-Programm 455-B für barrierefreien und altersgerechten Umbau startete am 8. April 2026 mit 50 Millionen Euro. Seit dem 30. Juli sind die Mittel aufgebraucht. Rund 26.800 Wohnungen wurden bis dahin gefördert. Neue Anträge sind vorerst nicht möglich, bereits gestellte Anträge werden aber weiterbearbeitet. Die KfW stellt eine Wiederaufnahme frühestens für 2027 in Aussicht. Für Immobilienverwalter wichtig: Betrifft eine Maßnahme das Gemeinschaftseigentum, braucht es weiterhin einen WEG-Beschluss. Laut BGH-Rechtsprechung haben Eigentümer aber grundsätzlich Anspruch auf angemessene Barriere-reduzierende Maßnahmen, auch ohne den gestoppten Zuschuss.
Wärmepumpen-Boom: Eigentümer tauschen Heizungen vorausschauend
Fast 87 Prozent der 2025 ausgetauschten Heizungen liefen mit Gas oder Öl. Bestandshalter und Bauträger sollten diesen Trend bei der Modernisierung einplanen.
Eine Auswertung von 50.000 Datensätzen zeigt: Viele Eigentümer tauschen ihre Heizung vorausschauend aus, nicht erst bei einem Defekt. Knapp 30 Prozent der ersetzten Anlagen waren 11 bis 20 Jahre alt. Gut 21 Prozent waren sogar jünger als zehn Jahre. Ersetzt werden vor allem Gas- und Ölheizungen. Biomasse- und Nachtspeicherheizungen sind kaum betroffen. Gründe sind laufende Betriebskosten, CO2-Preise, Förderprogramme und die Kombination mit eigener Photovoltaik. Bestandshalter und Bauträger sollten diesen Trend bei Modernisierung und Objektbewertung einplanen.
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