11.08.2026
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Neuvertragsmieten und Kaufpreise legen bundesweit weiter zu
Die Mietpreise für Neuvermietungen sind erneut gestiegen. Besonders deutlich fiel der Anstieg in einer westdeutschen Großstadt aus, während eine andere Metropole kaum Bewegung zeigte. Auch bei den Kaufpreisen gibt es regionale Unterschiede.
Nach Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken stiegen die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern im zweiten Quartal um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den sieben wichtigsten deutschen Großstädten fiel der Anstieg mit 1,5 Prozent geringer aus. Düsseldorf verzeichnete mit 3,5 Prozent den stärksten Zuwachs, in Berlin legten die Mieten dagegen nur um 0,6 Prozent zu. Die Kaufpreise für Wohnimmobilien kletterten im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent, in den Top-Städten um 2,1 Prozent. Am kräftigsten ging es in Hamburg nach oben mit einem Plus von 3,8 Prozent. Preise für Büro- und Einzelhandelsimmobilien sanken dagegen leicht.
Mietrechtsreform bringt weitreichende Pflichten für Vermieter
Die Bundesregierung plant eine umfassende Reform des Mietrechts. Betroffen sind vor allem möblierte Wohnungen, Indexmietverträge und Kurzzeitvermietungen. Was sich für Vermieter und Mieter konkret ändert, zeigt ein Überblick.
Der Regierungsentwurf zur Mietrechtsreform sieht Änderungen in fünf zentralen Bereichen vor. Indexmieten sollen begrenzt werden, Steigerungen über drei Prozent zählen künftig nur noch zur Hälfte. Bei möblierten Wohnungen muss der Zuschlag separat ausgewiesen werden, wahlweise über eine Pauschale von zehn Prozent der Nettokaltmiete. Kurzzeitvermietungen dürfen künftig nur noch sechs, in Ausnahmefällen acht Monate dauern. Mieter, die Rückstände fristgerecht begleichen, sollen künftig auch eine ordentliche Kündigung abwenden können. Zudem steigt die Wertgrenze für vereinfachte Modernisierungen von 10.000 auf 20.000 Euro. Das Bundeskabinett hat den Entwurf im April beschlossen, der Bundestag berät derzeit in den Ausschüssen.
Bauzinsen ziehen leicht an, weiterer Anstieg möglich
Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen sind zuletzt leicht gestiegen. Entscheidungen der großen Notenbanken könnten die Konditionen in den kommenden Wochen weiter beeinflussen. Wer eine Finanzierung plant, sollte die Entwicklung im Blick behalten.
Die Bauzinsen sind im Juli gestiegen und bewegen sich im August zunächst seitwärts auf leicht höherem Niveau. Bei zehnjähriger Zinsbindung liegen die besten Konditionen derzeit zwischen 3,6 und 3,8 Prozent, bei 15 Jahren zwischen 3,8 und 4,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank ließ ihren Leitzins zuletzt unverändert, nach den jüngsten Inflationszahlen rechnen Terminmärkte für September dennoch mit einer Zinserhöhung. Auch die US-Notenbank hielt ihren Kurs zuletzt stabil, im Gremium gab es jedoch deutlichen Widerstand gegen diese Entscheidung. Experten empfehlen Finanzierungskunden, verfügbare Konditionen zeitnah zu sichern, etwa über ein Forward-Darlehen für eine später anstehende Anschlussfinanzierung.
Berliner Shoppingcenter baut 217 Mini-Wohnungen auf Ladenflächen
In einem der größten Einkaufszentren Berlins stehen viele Ladenflächen leer. Nun soll daraus Wohnraum für eine ganz bestimmte Zielgruppe entstehen. Ein Blick auf die Pläne zeigt, wie ungewöhnlich das Konzept ausfällt.
Im Einkaufszentrum Boulevard Berlin in der Steglitzer Schloßstraße sollen ehemalige Ladenflächen zu 217 Wohnungen umgebaut werden. Geplant sind sogenannte Serviced Apartments, möblierte Wohnungen mit hotelähnlichen Zusatzleistungen wie einem Reinigungsservice, die als gewerbliches Wohnen gelten. Die Einheiten sollen zwischen 19 und 24 Quadratmeter groß werden, hinzu kommen 1.000 Quadratmeter Terrassen und Gemeinschaftsflächen sowie 3.000 Quadratmeter Atriumfläche. Zielgruppe sind vor allem Geschäftsreisende und Projektmitarbeitende, aber auch Freizeitgäste und Studierende. Reguläre Wohnungen wären laut Bebauungsplan nicht möglich gewesen. Ein Betreiber für die Apartments steht bereits fest, ein langfristiger Mietvertrag wurde abgeschlossen. Fertiggestellt werden sollen die Wohnungen im Jahr 2028.
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