15.09.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bauminister wollen Bauen günstiger machen und Mieterschutz stärken
Die Länder wollen Bauen einfacher und günstiger machen, den Mieterschutz stärken und das Wohngeld sichern. Zugleich soll künstliche Intelligenz rechtssicher in der Bauleitplanung eingesetzt werden.
Die Bauminister und zuständigen Senatoren der Länder haben sich in der vergangenen Woche im Roten Rathaus in Berlin getroffen. Im Zentrum der Bauministerkonferenz 2026 stand bezahlbares Bauen und Wohnen.
Die Bauminister der Länder wollen kostensteigernde Standards und Normen überprüfen, damit Bauen günstiger und einfacher wird. Eine neue gemeinsame Plattform soll erfolgreiche Lösungen für kostenreduziertes Bauen sichtbarer machen. Zugleich soll künstliche Intelligenz rechtssicher in der Bauleitplanung eingesetzt werden. Die Länder wollen außerdem das Wohngeld sichern, Lücken im Mieterschutz schließen und Mietwucher stärker bekämpfen. Die Wohnungswirtschaft fordert zusätzlich, den Gebäudetyp E zügig im Bürgerlichen Gesetzbuch abzusichern. Kritik gibt es an geplanten Kürzungen bei der Gebäudeförderung für Mehrfamilienhäuser. Eine deutlich kleinere Förderbasis könne Sanierungen bremsen und Investitionen erschweren. Damit verbinden die Länder Kostensenkung, Digitalisierung und sozialen Wohnungsbau.
Hier werden besonders viele Eigentumswohnungen angeboten
In Deutschland fehlen laut Pestel-Institut 1,4 Millionen Wohnungen. Doch die Wohnungsnot ist nicht überall gleich schlimm. Eine aktuelle Auswertung zeigt, wo im Verhältnis zur Bevölkerungszahl besonders viele Wohnungen zum Verkauf stehen.
Die Analyse des Focus basiert auf Zahlen zum Wohnungsangebot aus dem Postbank Wohnatlas 2026. Besonders groß ist das Angebot in den sieben größten Städten: Dort kommen im Schnitt 6,8 angebotene Eigentumswohnungen auf 1.000 Einwohner, 13 Prozent mehr als 2024. Bundesweit sind es 3,5 Wohnungen je 1.000 Einwohner, rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. An der Spitze der regionalen Rangliste steht Baden-Baden mit 14,6 Angeboten, gefolgt von Ostholstein und Passau mit jeweils 10,8. Schlusslicht ist Hamm in Nordrhein-Westfalen mit nur 1,8 Wohnungen pro 1.000 Einwohner. Die 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen stammen aus Berechnungen des Pestel-Instituts, die der Mieterbund in seinem Mietenreport aufgreift. Der Vergleich verschiedener Datensätze zeigt, dass ein großes Kaufangebot nicht automatisch bedeutet, dass auch genügend bezahlbare Mietwohnungen vorhanden sind.
Warum viele Deutsche kein Wohneigentum mehr wollen
Ein eigenes Zuhause wird für viele Deutsche schwerer erreichbar. Zugleich zeigt eine Befragung, dass fast jeder Dritte gar kein Wohneigentum kaufen will. Dahinter stecken nicht nur die hohen Kosten.
Das Pestel-Institut beziffert die Eigentumsquote in Deutschlands auf 43,5 Prozent, das Statistische Bundesamt sogar nur auf 41,9 Prozent. Vor allem für jüngere Erwachsene lässt sich der Traum von der eigenen Immobilie nur noch schwer verwirklichen: Fast drei Viertel der 25- bis 45-Jährigen wohnen nicht im Eigentum. Hohe Baukosten, Zinsen und Kaufnebenkosten machen den Einstieg schwieriger. Doch die Entscheidung gegen Wohneigentum ist nicht allein eine Geldfrage. In der RE/MAX-Befragung nennen viele Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation, Flexibilität und den Wunsch, sich nicht um Reparaturen kümmern zu müssen. Wer dennoch kaufen will, braucht Geduld: Im Schnitt dauert es in Deutschland 10,2 Jahre, bis die Anzahlung für die erste Immobilie angespart ist. Europaweit sind es 7,3 Jahre.
Millionen Haushalte können Strom und Gas nicht bezahlen
Strom und Gas bleiben für viele Haushalte eine große Belastung. 3,8 Millionen Menschen lebten 2025 in Haushalten mit offenen Energierechnungen. Besonders Mieter geraten häufiger in Zahlungsverzug.
3,8 Millionen Menschen lebten 2025 in Haushalten, die Rechnungen für Strom oder Gas nicht rechtzeitig bezahlen konnten. Das entsprach nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 4,6 Prozent der Bevölkerung und damit etwas weniger als 2024 mit 5,0 Prozent. Mieter waren häufiger betroffen als Eigentümer. Bei den laufenden Preisen gab es zuletzt etwas Entlastung. Strom war im August 2026 5,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Erdgas einschließlich Betriebskosten 2,9 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent. Heizöl verteuerte sich dagegen um fast 50 Prozent. Zugleich stiegen Wohnungsnebenkosten wie Wasser, Müllabfuhr und Gebäudereinigung um 3,1 Prozent. Die Belastung bleibt damit trotz sinkender Einzelpreise für viele Haushalte spürbar.



