KI Tipps & Hacks
Exposé-Texte per KI aus Bildern erstellen – ein Praxistest
Ein Praxistest zeigt, wie KI-Tools Immobilienfotos analysieren und wie daraus im Handumdrehen Objektbeschreibungen generiert werden.
9 Minuten Lesedauer
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Objektbeschreibungen in wenigen Minuten statt Stunden: KI-Tools wie ChatGPT und Google Gemini analysieren Immobilienfotos und erstellen präzise Exposé-Texte – inklusive Zustandsbewertung.
Die meisten Makler kennen Künstliche Intelligenz bisher vor allem als Texthilfe für Exposés. Doch moderne KI-Systeme können deutlich mehr: Sie analysieren Immobilienfotos, erkennen Baujahre, bewerten den Zustand und erstellen daraus verkaufsorientierte Objektbeschreibungen. Wie das in der Praxis funktioniert und welche Ergebnisse Sie erwarten können, zeigt dieser Artikel.
Traditionell erstellen Sie Exposé-Texte auf Basis Ihrer Besichtigungsnotizen und Fotos. Dieser Prozess kostet Zeit. Besonders, wenn es um detaillierte Zustandsbeschreibungen geht. KI-Tools mit Bilderkennung übernehmen diese Arbeit: Sie laden Fotos hoch, definieren einmal einen passenden Prompt und erhalten innerhalb von Sekunden eine strukturierte Objektbeschreibung.
Der Vorteil: Die KI arbeitet objektiv und systematisch. Sie übersieht keine Details, bewertet neutral und erstellt konsistente Texte für alle Ihre Objekte. Die Genauigkeit der Bilderkennung ist dabei sehr hoch und übertrifft teils die eines Menschen.
Für die bildbasierte Exposé-Erstellung haben sich LLMs etabliert. Hervorzuheben sind die folgenden:
Beide Tools bieten einen kostenlosen Basiszugang; für professionelle Nutzung empfehlen sich die Premium-Versionen (Google Gemini Pro, ChatGPT Plus).
Der Schlüssel zu guten Ergebnissen ist ein präziser Prompt. Ein Beispiel für die Erstellung von Innenraum-Beschreibungen:
Tipp: Wenn Sie bereits einen Basis-Prompt oder Idee haben, nutzen Sie Gemini oder ChatGPT als „Prompt-Verbesserer“. Geben Sie Ihren Ausgangs-Prompt ein und bitten Sie die KI, ihn für Ihren konkreten Anwendungsfall zu optimieren – etwa nur für Innenräume oder speziell für Mehrfamilienhäuser.
Übrigens: Im kostenfreien E-Learning „Exposétexte mit KI erstellen“ finden Sie weitere Prompt-Vorlagen für Ihren Makleralltag.
Sehen wir uns ein paar beispielhafte Szenarien an, wie Sie die KI-Tools für die Exposé-Erstellung nutzen können.
Im Test wurden mehrere Innenraum-Fotos eines Mehrfamilienhauses in Google Gemini Pro hochgeladen. Das Ergebnis nach wenigen Sekunden (Auszug):
Die KI hat korrekt erkannt: gepflegte Grundsubstanz, klassische Bodenbeläge, veraltete Sanitärbereiche. Diese Einschätzung ist objektiv, präzise und direkt verwertbar.
Besonders beeindruckend ist die Fähigkeit der KI, aus Fassadenfotos detaillierte Rückschlüsse zu ziehen. Im Test wurde ein Foto eines Altbaus via Google Street View hochgeladen. Die KI-Analyse:
Diese Detailtiefe ist bemerkenswert – und hilft Ihnen, bereits vor der Besichtigung Schwerpunkte zu setzen oder Rückfragen vorzubereiten.
Die KI neigt dazu, Objekte zunächst neutral-positiv zu beschreiben. Für eine realistische Einschätzung sollten Sie gezielt nachfragen:
„Wenn du negative Aspekte nennen müsstest – welche wären das?“
Im Test zur Innenraumbewertung kam dann beispielsweise:
Diese Rückmeldung schärft Ihre Objektbeschreibung und macht sie ehrlicher, was bei potenziellen Käufern oder Mietern Vertrauen schafft.
Abschließend können Sie die KI bitten, aus ihrer Analyse einen fertigen Exposé-Text zu erstellen:
„Gib mir fünf Sätze aus, die ich für das Exposé nutzen kann. Sie sollen einen realistischen Eindruck vom Zustand vermitteln.“
Beispiel-Output:
Diese Texte sind direkt verwendbar und sparen Ihnen wertvolle Zeit.
1. Standardisieren Sie Ihren Prompt: Erstellen Sie einmal einen guten Prompt für Innenräume, einen für Außenansichten und einen für Gesamtobjekte. Speichern Sie diesen als Vorlage oder erstellen Sie sich direkt ein Custom GPT bei ChatGPT oder ein Gem bei Google Gemini.
3. Thinking-Modus nutzen: In den Premium-Versionen beider Tools gibt es erweiterte Modi (z. B. „Pro“ bei Gemini Pro), die längere Analysen durchführen und präzisere Ergebnisse liefern.
2. Bilderanzahl beachten: ChatGPT und Google Gemini verarbeiten maximal zehn Bilder pro Anfrage. Bei größeren Objekten laden Sie die Bilder in mehreren Durchgängen hoch (z. B. nach Wohnungen getrennt).
4. Automatisierung prüfen: Mit Automatisierungstools wie Make.com oder n8n können Sie den Prozess weiter optimieren: Bilder in einen Cloud-Ordner laden, KI-Analyse automatisch auslösen, Exposé-Text in Ihre Maklersoftware übertragen.
So leistungsfähig KI ist – sie ersetzt nicht die Besichtigung vor Ort. Die KI kann Fotos analysieren, aber keine versteckten Mängel erkennen, die nicht abgebildet sind. Sie bewertet optische Eindrücke, kann aber keine rechtlichen oder baulichen Gutachten erstellen.
Nutzen Sie KI als Effizienz-Tool: für schnelle Ersteinschätzungen, strukturierte Objektbeschreibungen und als Grundlage für Ihre eigene Bewertung. Die finale Verantwortung bleibt bei Ihnen.
KI-gestützte Bildanalyse ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern praxisreif. Mit ChatGPT oder Google Gemini erstellen Sie aus Immobilienfotos innerhalb weniger Minuten präzise, verkaufsorientierte Exposé-Texte. Die Systeme erkennen Baujahre, bewerten Ausstattung und Zustand und identifizieren sogar potenzielle Bauschäden.
Einmal einen guten Prompt erstellt, wenden Sie ihn bei jedem Objekt wieder an. Das spart Zeit, sorgt für konsistente Objektbeschreibungen und ermöglicht es Ihnen, sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren: Beratung, Vermarktung und Abschluss.
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