23.07.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
BGH kippt Maklervertrag: Kunden können Provision zurückfordern
Der Bundesgerichtshof hat einer Maklerin die Provision aberkannt, weil ihre Vertragsanbahnung einen Formfehler enthielt. Der Hinweis auf die Provision war in der E-Mail nicht korrekt vermerkt.
Grundlage ist ein Fall, in dem ein Ehepaar nach dem Verkauf seines Hauses eine Provision von rund 8.811 Euro gezahlt hatte, diese aber später zurückforderte. Der BGH gab den Verkäufern recht: Die Maklerin hatte ihr Provisionsverlangen in einer E-Mail erst unterhalb der Signatur platziert, was gegen die gesetzlich vorgeschriebene Textform verstößt. Ohne wirksamen Vertrag entfällt der Provisionsanspruch vollständig, bereits gezahlte Beträge können zurückgefordert werden. Der BGH stellte zudem klar, dass eine Maklerklausel im notariellen Kaufvertrag einen fehlerhaften Maklervertrag nicht heilt.
Mietanstieg verliert an Tempo, Berlin erstmals im Minus
Der bundesweite Mietanstieg hat zuletzt deutlich an Fahrt verloren, real sinken die Angebotsmieten sogar leicht. Zwischen den Metropolen zeigen sich aber große Unterschiede. Während Köln und Hamburg kräftig zulegen, sind die Mieten in Berlin binnen Jahresfrist erstmals gesunken.
Laut dem GREIX-Mietpreisindex des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft stiegen die Angebotsmieten in 37 untersuchten Städten im zweiten Quartal 2026 nominal um 0,8 Prozent zum Vorquartal und um drei Prozent zum Vorjahr. Inflationsbereinigt bleibt davon nur ein reales Plus von 0,3 Prozent übrig. Am stärksten legten die Mieten in Köln (6 Prozent), Hamburg (5,1 Prozent) und Düsseldorf (4,1 Prozent) im Jahresvergleich zu, während Berlin ein Minus von 0,8 Prozent verzeichnete. Am teuersten bleibt München mit 23,70 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt und Hamburg. Auch abseits der Großstädte entwickelt sich die Mietpreisdynamik uneinheitlich, mit deutlichen Zuwächsen etwa in Kiel und Karlsruhe.
Nahostkonflikt treibt die Bauzinsen wieder nach oben
Die erneute Zuspitzung im Nahostkonflikt hat den Ölpreis steigen lassen und die Inflationssorgen neu angeheizt. In der Folge zogen auch die Bauzinsen wieder an, nachdem sie zuvor kurzzeitig gesunken waren.
Der repräsentative Zins von Dr. Klein für eine zehnjährige Baufinanzierung lag Anfang Juli noch bei 3,32 Prozent und ist inzwischen auf 3,56 Prozent gestiegen. Grund ist laut Zinsexperte Florian Pfaffinger die jüngste militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran, die den Ölpreis und damit die Inflationserwartungen wieder steigen ließ. Für die kommenden Wochen erwartet Pfaffinger eine Seitwärtsbewegung der Bauzinsen mit leichten Ausschlägen nach oben und unten. Von der EZB wird eine weitere Leitzinserhöhung erwartet, allerdings eher erst nach der Sommerpause. Käuferinnen und Käufer sollten die aktuelle Volatilität nutzen und verschiedene Finanzierungsangebote einholen, rät der Experte.
Heizungsförderung sinkt: Diese Regeln gelten jetzt
Nach einem zweiwöchigen Förderstopp können Eigentümer seit Dienstag wieder Zuschüsse für den Heizungstausch beantragen, allerdings zu veränderten Konditionen. Wer wie viel Geld vom Staat erhält, hängt künftig stärker vom Einkommen und von der Kinderzahl ab.
Die maximal förderfähigen Kosten sinken von 30.000 auf 28.000 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus läuft schrittweise aus. Haushalte mit einem Jahreseinkommen bis 30.000 Euro profitieren künftig von einem höheren Einkommensbonus von 40 statt 30 Prozent und können zusammen mit weiteren Zuschlägen bis zu 80 Prozent der Kosten erstattet bekommen. Für Einkommen zwischen 40.000 und 50.000 Euro sinkt der Bonus auf zehn Prozent, oberhalb von 50.000 Euro entfällt er komplett. Familien mit minderjährigen Kindern werden durch einen Abzug von 10.000 Euro beim anzurechnenden Einkommen entlastet. Zugleich entfällt die bisherige 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien, Gas- und Ölheizungen dürfen weiterhin eingebaut werden.
Weiterlesen auf Handelsblatt.com
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.
Cyberangriff stoppt sämtliche Immobilientransaktionen Rumäniens
Ein Hacker hat offenbar die komplette Grundbuchdatenbank Rumäniens gelöscht und zuvor versucht, die zuständige Behörde zu erpressen. Seither können Notare landesweit keine Immobilienverkäufe mehr beglaubigen oder Hypotheken eintragen.
Nach Medienberichten verschaffte sich der Angreifer Zugang zur rumänischen Katasterbehörde ANCPI und versuchte zunächst, mit erbeuteten Daten Lösegeld zu erpressen. Als das scheiterte, löschte er offenbar die gesamte Grundbuchdatenbank. Seit dem 14. Juli funktionieren die Online-Dienste der Behörde nicht mehr, wodurch Immobilienkäufe und Hypothekeneintragungen landesweit blockiert sind. Besonders brisant: Ab dem 31. Juli soll in Rumänien eine Steuererhöhung bei Hauskäufen greifen, weshalb viele Käufe eigentlich vorher abgeschlossen werden sollten. Die Behörde spricht inzwischen von einem Cybersicherheitsvorfall und arbeitet an der Wiederherstellung der Daten aus Sicherungskopien.
Aktuelle Beiträge
MagazinWie Immobilienmakler Preisgespräche souverän führen
MagazinIst das Ende des Verkäufermarkts bereits in Sicht?