24.07.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Berlin kontrolliert: Wer zu viel Miete verlangt, bekommt Post
Das Land Berlin lässt Wohnungsinserate künftig monatlich automatisiert auf Verstöße gegen die Mietpreisbremse prüfen. Bei der ersten Analyse geriet fast die Hälfte aller geprüften Angebote unter Verdacht, betroffene Vermieter erhalten nun Post.
Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat im Juni erstmals eine automatisierte Prüfung von Wohnungsinseraten durchgeführt. Von rund 7.757 erfassten Angeboten blieben nach Bereinigung um Dopplungen 4.539 übrig, bei 46 Prozent davon bestand der Verdacht auf eine zu hohe Miete. Die betroffenen Vermieterinnen und Vermieter werden nun von der Verwaltung angeschrieben und aufgefordert, ihre Mietforderung zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Die Mietpreisbremse begrenzt Neuvermietungen in der Regel auf zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, ab 20 Prozent gilt ein Angebot als überhöht, ab 50 Prozent drohen strafrechtliche Konsequenzen wegen Mietwucher. Der Mietenscan soll künftig monatlich wiederholt werden.
Kein Tempolimit für Gesetze: Karlsruhe bestätigt Heizungsgesetz-Verfahren
Das Bundesverfassungsgericht hat eine Klage gegen das Gesetzgebungsverfahren zum früheren Heizungsgesetz zurückgewiesen. Das Urteil ist auch für das aktuelle Gebäudemodernisierungsgesetz relevant, gegen das zuletzt ebenfalls erfolglos geklagt wurde.
Der Zweite Senat in Karlsruhe wies die Organklage des früheren CDU-Abgeordneten Thomas Heilmann gegen das Gesetzgebungsverfahren zum Gebäudeenergiegesetz von 2023 einstimmig als unzulässig ab. Das Grundgesetz enthalte kein festes Tempolimit für Gesetzgebungsverfahren, erklärte die Vorsitzende Richterin. Der Kläger habe nicht belegen können, dass ihm relevante Informationen vorenthalten worden seien. Das Urteil ist auch mit Blick auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz von Bedeutung: Bereits Anfang Juli waren Eilanträge der Linksfraktion gegen dessen beschleunigtes Verfahren gescheitert, sodass das Gesetz am 10. Juli wie geplant in Kraft treten konnte.
Zins-Pause trotz Ölpreisschock: EZB lässt Leitzins stabil
Die Europäische Zentralbank belässt den Einlagensatz vorerst bei 2,25 Prozent. Trotz gesunkener Inflationsraten im Euroraum sorgen stark steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen für anhaltende Unsicherheit über den künftigen Zinskurs.
Nach der Zinserhöhung im Juni pausiert der EZB-Rat Änderungen am Leitzins vorerst, strahlt aber demonstrativ Wachsamkeit aus. Die Teuerungsrate im Euroraum ging zuletzt zwar auf 2,8 Prozent zurück, verbleibt jedoch über dem Zielwert von zwei Prozent. Hauptgrund für die verhaltene Haltung der Währungshüter sind stark gestiegene Rohölpreise infolge der Konflikte im Nahen Osten und Angriffen auf Öltanker im Roten Meer. Marktbeobachter warnen vor erneuten Inflationsrisiken durch dauerhaft hohe Energiekosten, die auch die Lohn-Preis-Spirale anheizen könnten. Mittelfristig werden höhere Finanzierungskosten und anhaltende Zinsunsicherheiten die Immobilienbranche aber weiter belasten.
Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern bleibt großes Manko
Nur wenige Bewohner von Mehrfamilienhäusern besitzen bislang ein E-Auto, ein wesentlicher Grund ist die fehlende Lademöglichkeit zu Hause. Eine Umfrage unter Wohnungsunternehmen zeigt, woran der Ausbau der Ladeinfrastruktur bislang scheitert.
Laut einer Umfrage des Messdienstleisters ista unter 200 Entscheidern der Wohnungswirtschaft gelten die technische Machbarkeit (63 Prozent) und hohe Investitionskosten (56 Prozent) als größte Hürden beim Ausbau von Ladeinfrastruktur. Auch ein aus Vermietersicht bislang geringer Mieterbedarf wird von 55 Prozent der Befragten genannt. Private Wohnungsunternehmen sind mit 62 Prozent bereits ausgestatteter Liegenschaften am weitesten, Genossenschaften und kommunale Unternehmen liegen deutlich zurück. Als Motiv nennen private Anbieter und Projektentwickler vor allem die Wertsteigerung ihrer Immobilien, kommunale Unternehmen und Genossenschaften eher regulatorische Vorgaben. Zudem fehlen bei vielen Akteuren zentrale technische Daten wie die Netzanschlussleistung für eine belastbare Planung.
Eigentümer-Millennials weit vermögender als Mieter-Millennials
Zwischen älteren und jüngeren Millennials klafft beim Vermögen eine wachsende Lücke, wie neue Daten aus Deutschland und den USA zeigen. Entscheidend ist demnach vor allem, ob und wann der Einstieg ins Wohneigentum gelang.
Nach Angaben der Deutschen Bundesbank verfügten Mieterhaushalte in Deutschland 2023 im Median über ein Nettovermögen von 18.300 Euro, Eigentümerhaushalte mit laufendem Kredit dagegen über 379.900 Euro. Nur sieben Prozent der Haushalte unter 35 Jahren besaßen 2023 selbst genutztes Wohneigentum, die Eigentumsquote unter 50-Jährigen sank zwischen 2011 und 2021 von 34,5 auf 30,4 Prozent. Auch in den USA zeigt eine Untersuchung der Federal Reserve Bank of Minneapolis eine wachsende Lücke: Bei einer personenbezogenen Berechnung besaßen 2024 nur 22 statt offiziell ausgewiesener 37 Prozent der unter 35-Jährigen Wohneigentum. Vor allem fehlendes Eigenkapital und familiäre Unterstützung entscheiden zunehmend darüber, wer den Einstieg ins Wohneigentum schafft.
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