13.07.2026
Ihr News-Update für die erfolgreiche
Bundestag beschließt neues Heizungsgesetz
Der Bundestag hat das neue Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet und damit die bisherigen Vorgaben für den Heizungstausch grundlegend reformiert. Die Neuregelung sieht mehr Technologieoffenheit vor, bringt jedoch ab 2028 auch neue finanzielle Pflichten für Vermieter mit sich.
Mit der Verabschiedung des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes hebt der Bundestag die strikte 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien beim Einbau neuer Heizungen auf. Künftig ist die Installation von Gas- und Ölheizungen wieder gestattet, sofern diese schrittweise ansteigende Anteile CO₂-neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Die sogenannte Biotreppe schreibt ab Januar 2029 einen Anteil von 10 Prozent vor, der bis 2040 auf 60 Prozent steigen muss. Bestehende Regelungen zum vollständigen Verbot fossiler Brennstoffe ab 2045 entfallen. Zum Schutz der Mieter werden Vermieter ab 2028 gesetzlich dazu verpflichtet, sich zur Hälfte an den anfallenden Netzentgelten und CO₂-Kosten zu beteiligen. Die staatlichen Zuschüsse für den Heizungsaustausch werden im Gegenzug reduziert.
ZIA warnt vor neuem Mietrecht
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) kritisiert die geplanten Anpassungen im Mietrecht, die derzeit im Bundestag debattiert werden. Der Branchenverband warnt vor erheblichen Belastungen für den Wohnungsmarkt. Die geplanten Verschärfungen drohen Investitionen in Neubau und Bestand massiv zu erschweren.
Nach Auffassung des Verbands schaffen regulatorische Eingriffe in bestehende Mietverträge keinen zusätzlichen Wohnraum, sondern blockieren den Neubau sowie energetische Sanierungen. Als besonders kritisch eingestuft werden die geplanten Einschränkungen bei Indexmieten, die Eigentümern als wichtiger Inflationsschutz dienen, sowie starre Fristen bei Kurzzeitvermietungen. Zudem befürchtet der Verband durch praxisferne Vorgaben beim Möblierungszuschlag und die geplante Ausweitung der Schonfristregel bei Zahlungsrückständen eine erhebliche wirtschaftliche Schlechterstellung von Vermietern, die die Balance im Mietverhältnis einseitig gefährdet.
Energie- und Materialkosten sorgen für Baupreis-Explosion
Die Preise für den Neubau konventioneller Wohngebäude in Deutschland ziehen wieder deutlich schneller an. Höhere Aufwendungen für Baumaterialien und Energie belasten Bauherren in allen Bereichen des Baugeschehens.
Im Mai verzeichnete der Neubau einen Preisanstieg von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit beschleunigt sich die Dynamik gegenüber dem Februar, in dem das Plus noch bei 3,3 Prozent lag. Treiber der Entwicklung sind gestiegene Material- und Energiekosten infolge internationaler Konflikte, die von Baufirmen weitergegeben werden. Besonders Roharbeiten verteuerten sich um fast 5 Prozent, während die Preise bei Dachdeckungs- und Zimmerarbeiten um jeweils 7,3 Prozent zulegten. Auch Ausbauarbeiten wie der Einbau von Heizanlagen wurden um 5,1 Prozent kostspieliger. Das Bundesbauministerium plant zur Gegensteuerung vereinfachte Standards über den neuen Gebäudetyp E.
Heizungsgesetz: Verfassungsbeschwerde steht ins Haus
Der Bundestag hat das neue Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet und damit die bisherigen Vorgaben für fossile Heizungen aufgeweicht. Bereits im Vorfeld gab es verfassungsrechtliche Bedenken. Unmittelbar nach dem Beschluss kündigten Umweltverbände daher rechtliche Schritte an.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kündigte umgehend eine Verfassungsbeschwerde an, da das Gesetz den gesetzlichen Klimazielen widerspreche und fossile Gasinfrastrukturen verfestige. Bereits im Vorlauf kamen mehrere Rechtsgutachten zum Schluss, dass das neue Heizungsgesetz in seiner jetzigen Form einer Prüfung durch das Verfassungsgericht nicht standhalten könnte.
Kaffeegeruch stoppt Neubauprojekt
Den Geruch von frisch gerösteten Kaffeebohnen empfinden viele Menschen wohl grundsätzlich als angenehm. In Hamburg hat er allerdings ein Wohnungsbauprojekt mit 800 Einheiten vorerst gestoppt. Die zu hohen Abluftwerte einer benachbarten Kaffeerösterei blockieren die notwendige Planrechtschaffung für das Quartier.
Die Entwicklung des Hamburger Wohnquartiers Osterbrookhöfe, bei dem die kommunale Saga und das Hamburg Team rund 800 Wohnungen realisieren wollten, wurde offiziell ausgesetzt. Ursache für den anhaltenden Baustopp sind zu hohe Emissionswerte einer nahegelegenen Tchibo-Kaffeerösterei, die mit dem angrenzenden Wohnungsbau kollidieren. Ein Streit zwischen der Umweltbehörde und dem Unternehmen über die notwendigen Schutzmaßnahmen – konkret geht es um eine Schornsteinerhöhung trotz geplanter Ionisierungsanlage – mündete in einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Hamburg. Solange keine rechtliche Klärung herbeigeführt ist, ruht das gesamte Entwicklungsprojekt.
Der Inhalt befindet sich hinter einer Paywall.
Aktuelle Beiträge
MagazinIst das Ende des Verkäufermarkts bereits in Sicht?

